NFL Combine erklärt: Wie Football-Profis trainieren, scouten & performen
Shownotes
Was macht den NFL Combine so besonders – und was können wir daraus für unser eigenes Training lernen? In dieser Folge von Studieren mit spricht Cathrin mit Dr. Patrick Berndt über den NFL Combine, das wichtigste Scouting-Event im American Football. Dort testen NFL-Teams die körperliche Leistungsfähigkeit von College-Spielern – von Sprint- und Sprungkraft über Agilität bis hin zu Maximalkraft.
Du erfährst:
- was beim NFL Combine wirklich getestet wird
- warum unterschiedliche Positionen ganz unterschiedliche körperliche Anforderungen haben
- wie Wide Receiver, Quarterbacks und Linemen trainieren
- weshalb Kraft-, Explosiv- und Schnelligkeitstraining im Football entscheidend sind
- was Hobby-Sportler:innen und Fitness-Trainierende vom Training der NFL-Profis lernen können
Außerdem sprechen wir über Trainingsumfang im Profi- vs. Amateur-Football, sinnvolle Regeneration und typische Fehler im leistungsorientierten Training.
🎙 Themen: NFL Combine · American Football Training · Leistungsdiagnostik · Krafttraining · Explosivkraft · Schnelligkeit · Regeneration · College Football · NFL Draft
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Artikel: Trainieren wie die NFL-Profis Studiengänge der DHfPG im Bereich Training & Gesundheit: Lehrgänge der BSA-Akademie:
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speaker-0: Herzlich willkommen zu Studieren mit Gehalt, dem Podcast der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement. Mein Name ist Katrin, ich arbeite im Marketing der Hochschule und bei uns geht es aktuell immer noch ganz viel den Superbowl und die NFL. Wir haben letzte Woche schon eine Folge veröffentlicht, da habe ich mit Dr. Patrick Bernd und Bastian Thum darüber gesprochen, was die NFL so ist, was den Superbowl ausmacht, sowohl aus sportlicher als auch so ein bisschen aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Und heute, da wollen wir uns aber mehr auf den Sport an sich, beziehungsweise auf die Sportler an sich konzentrieren. Denn wir haben in letzten Folge gelernt, dass die Spieler in der NFL ganz unterschiedliche Qualitäten aufweisen müssen. Aber eins, das haben die definitiv alle gemeinsam, denn die haben, wenn ihr sie dann irgendwie im Fernsehen seht, ein Kommbein hinter sich. Das habe ich bis zu dieser Aufnahme oder bis zur letzten Aufnahme mehr oder weniger noch nie gehört. Und deswegen habe ich heute nochmal Dr. Patrick Bernd zu Gast. Hi Patrick. Hi. Und wir schauen uns das mal ein bisschen genauer an. Also Patrick, erstmal für alle, die wie ich relativ neu jetzt dabei sind. Was ist denn das Kommenwein und warum ist das so wichtig für die NFL? Das Combine kann man eigentlich verstehen wie ein Scouting- und Testevent für alle Nachwuchssportler, die in die NFL wollen. Für alle ist vielleicht nicht ganz richtig, es geht eigentlich primär die Spieler, die aus dem College-Football in die Profiliga NFL wechseln wollen. Und dafür gibt es eben so eine Art zentralisiertes Testevent, wo Positionsspezifisch verschiedene Leistungsfähigkeiten, also Skills, davon sprechen eigentlich die Scouts an der Stelle, getestet werden, ja dann noch mehr Informationen zu bekommen, also als Scout von einem bestimmten NFL-Team, ob so ein Spieler jetzt das erfüllt, was man sich vielleicht für das eigene Team vorstellt.
speaker-0: Ja und wie können wir uns das vorstellen? So vom Aufbau her ist das wie so ein Zirkeltraining und jeder muss einmal an jede Station oder? Tatsächlich ist es fast so ähnlich, gut geraten. Da gibt es für jede Positionsgruppe, zum Beispiel Passempfänger oder dann später Running Bags, dann gibt es für die Linemen ganz unterschiedliche Stationen, die die durchlaufen, also quasi wie ich schon sagte, positionsspezifische Tests oder Testbatterien. Einfach abzuprüfen, zum Beispiel für so einen Lineman, für den dann eben auch Maximalkraft relativ relevant ist oder die Kraftleistung per se. Wie oft kann derjenige 100 Kilo bankdrücken? Also es sind standardisierte Tests. ein Fortiart-Dash, dann ein Vertical Jump, also einen Hochsprung, einen Broad Jump, also einen Standweitsprung oder verschiedene Drill-Routinen für die Passempfänger. Wie schnell können die zum Beispiel so ein, man nennt das Free Cone Drill, also mit drei Hütchen, drei Cones. Ja wie lang brauchen die für diese Strecke. Je nachdem was auf dieser Positionsgruppe nach Ansinnen der Combinerfinder relevant ist, wird das da eben getestet. Das heißt, gibt kein Testspiel in dem Sinne, sondern es gibt eben nur diese Auswahl, wo man sich sozusagen präsentiert in bestimmten Punkten, also mit bestimmten Skills.
speaker-1: Genau, richtig. Also Testspiele gibt es in dem Sinne eigentlich nicht. Das wäre auch irgendwie schwierig umzusetzen, weil es dann ja doch auch irgendwie mit einem Verletzungsrisiko einhergeht. Und weil sich die Spieler eben nicht kennen, die bräuchten ja ein gemeinsames Playbook, weil, wie die meisten wahrscheinlich wissen, basiert Football eigentlich auf einem feststehenden Spielzugbuch, also das Playbook. Und da hat Jede Offense, jede Defense eigentlich ihr eigenes Playbook, wo die Spielzüge, die Laufrouten und so weiter, wo alles drin vermerkt ist. Und wenn man jetzt verschiedene Receiver, verschiedene Running Bags, verschiedene O-Liner mit verschiedenen Quarter Bags zusammen wirft, die müssten ja irgendwie das gleiche Playbook kennen, was aber nie der Fall ist. Und deshalb ist für das eigentliche Spielgeschehen und für die Auswahl darauf basierend eigentlich das sogenannte Tape, also einfach Videoaufzeichnung. da und für alles was die körperliche Leistungsfähigkeit angeht, die dann auch standardisiert verglichen werden, wo will oder soll, ist dann der Combine da. Und dann stehen die Scouts da an ihren Stationen und machen sich dann Notizen, notieren die ganzen Werte, die dann dabei rauskommen. Wenn wir jetzt zum Beispiel ein Quarterback für unser Team suchen, was für Werte schreiben wir denn auf und was für Skills präsentieren wir uns dann? Das ist eine spannende Frage, weil Quarterbacks da so ein bisschen eine Sonderrolle einnehmen in diesem ganzen Combine. Klar. Dass du die richtige Position ausgesucht hast. Ich sag trotzdem kurz was dazu und dann vielleicht zu einer bekannteren Positionsgruppe wie Receivern. Bei Quarterbacks kommt es so ein bisschen auf deren individuelle Stärken an. Klar, gibt natürlich auch
speaker-0: Ja.
speaker-1: ein Test, wo die verschiedene Routen abwerfen müssen. Die machen das zusammen mit den Receivern. Die Receiver laufen dann eine vorgegebene Route und der Quarterback muss halt den Ball möglichst gut an einer bestimmten Stelle des Spielfelds platzieren. Und genau das wird dann getestet. Was ich mit individuellen Stärken von Quarterbacks mache, ist, ob das jetzt zum Beispiel jemand ist, der auch Laufspielzüge selbst absolviert. Ja, gibt's. gibt zahlreiche bekannte Quadrabacks, dafür bekannt sind, sie, wenn sie keine Anspielstation finden, auch selbst den Ball einfach behalten und Raum gewinnen durch einen Laufspielzug dann erzielen. Und dafür müssen die logischerweise ziemlich schnell sein. Und deshalb gibt es manche Quadrabacks, die dann auch den sogenannten 40 Yard Dash, also einen 40 Yard Sprint aus dem Stand dann eben durchziehen, damit dann noch eine Referenz für ihre Geschwindigkeit im Lauf durchaus sind. jetzt bei den Bekannten, also bei so einem Receiver zum Beispiel, was ist da dann wichtig? Was muss der für Tests sozusagen durchlaufen? die machen, glaube ich, mit am meisten Tests. Die, die ich schon genannt habe, die sind dann ganz vorne dabei. Also dieser 40-Yard-Dash, dann ein Broadjump, also einen Standweitsprung, einen Verticaljump, also einen Standhochsprung und verschiedene Drills, also 3-Cone-Drills zum Beispiel oder gibt es solche Shuttle-Runs, die man vielleicht auch kennt. Also einfach von Linie zu Linie sprinten mit mehreren Richtungswechseln, weil ja natürlich nicht nur die Beschleunigungsfähigkeit und die lineare Schnelligkeit für so einen Receiver relevant ist, sondern auch wie schnell kann der die Richtung wechseln, also wie gut ist seine Agilität. Und dann eben auch wie gut fängt derjenige. Das ist zusammen mit den Quarterbacks meistens getestet.
speaker-0: Wie viele Spieler sind denn bei so einem Combine in der Regel dabei? Kann man das sagen? Ist das jedes Jahr Unterschied? Es ist tatsächlich jedes Jahr unterschiedlich. Es gibt jedes Jahr die Möglichkeit, einer gewissen Erfahrung im College, da dann eben den Switch in die NFL zu machen. Dann stellen die sich eigentlich zum Draft zur Verfügung. Das ist ein formaler Akt. Die können nicht einfach sagen, jetzt will ich und jetzt vielleicht doch nicht mehr, sondern die melden sich da einmal dafür. Sie für den Draft eligible und können dann von den einzelnen Teams ausgewählt werden. Und deshalb, je nachdem wie viele sich da melden und je nachdem, ja, es hängt von verschiedenen Faktoren ab, aber die Anzahl ist auf jeden Fall jedes Jahr etwas unterschiedlich. schaffts dann auch nicht jeder, der beim Combine dabei ist, tatsächlich in ein Team, weil so viele Plätze gibt es da eben auch nicht. Ganz genau, richtig. Ich glaube, den berühmtesten, letzten Pick im Draft, den kennen die meisten, wird heute als Goat, also als The Greatest of All Times, betitelt Tom Brady von damals den New England Patriots.
speaker-0: An dieser Stelle folgt noch ein ganz kurzer nachträglicher Servicebreak. Ich verbesser Patrick nur sehr, ungern, aber das können wir nicht so ganz stehen lassen. Die Profis unter euch haben es wahrscheinlich schon gecheckt, Tom Brady war nicht der Last Pick im NFL-Draft, sondern er wurde im Jahr 2000 an Position 199 von 255 Spielern in der 6. von 7 Runden ausgewählt. Also nicht als letzter, aber immer noch sehr sehr spät. Und wir kommen gleich nochmal darauf zurück. Der letzte Pick, der wird traditionell Mr. Irrelevant genannt. Diesen Titel, den hatte Tom Brady offiziell nie inne, aber bei seiner Geschichte trotzdem so beeindruckend war, dürfen wir definitiv nicht außer Acht lassen, dass er an dieser Stelle vielleicht damals ein bisschen unterschätzt wurde. Und jetzt geht's mit der Folge weiter. Und was heißt Last Pick? Das heißt, er war die letzte Wahl? So plump Er war der letzte Spieler, der im Draft tatsächlich ausgewählt wurde. Derjenige, der traditionellerweise auch als Mr. Irrelevant bezeichnet. Ja, aber ich sag mal, wer in den letzten 10, 15 Jahren die NFL ein bisschen verfolgt hat, wird dann auch relativ schnell klar sein, dass das bei Tom Brady nicht so richtig gut gepasst hat. Und weißt du zufällig noch, was dazu geführt hat, dass er der Letzte war, der ausgewählt wurde? Waren die Werte dann einfach so schlecht oder spielt auch noch irgendwas anderes mit rein in dem Moment? Im Sinne von jetzt irgendwie Sympathie oder man sieht Potenzial nochmal in gewissen Positionen, Situationen mehr?
speaker-1: Man muss dazu sagen, auch wenn es den Combine und die körperliche Leistungsfähigkeit geht, dass die Drafts, die Picks, Auswahl selbst beim Draft, eigentlich gar nicht so sehr von den Ergebnissen beim Combine abhängen, sondern eher von dem Eindruck, den die Scouts in der Saison oder den Saisons vorher am College, also im realen Spielbetrieb von den Spielern erhalten haben. Und vermutlich hängt es auch davon ab, wie die Bedürfnisse der einzelnen Teams pro Draft in dem Jahr auch tatsächlich aufgestellt sind. Angenommen bei allen Teams in der NFL wäre zum Beispiel ein riesen Bedürfnis, neue O-Liner und D-Liner einzustellen. Sondern würde selbst der beste Quarterback wahrscheinlich irgendwo viel später gedraftet werden, also weiter hinten im Draft landen, als in einer Saison, wo es mehrere Teams gibt, die nur einen Quarterback suchen. weil er halt einfach nicht gebraucht wird in dem Moment. Genau. Wir haben jetzt ja schon in der letzten Folge drauf hingewiesen und auch heute sind ein paar mal gefallen, dass das ja die Leute sind, die vom College kommen und die werden ja dort schon dann auf diese Tests vorbereitet. Und wir hatten auch in der Folge letzte Woche, die verlinke ich euch auf jeden Fall auch nochmal in den Show notes, da könnt ihr gerne mal reinhören, drüber gesprochen, dass eben diese sportliche Vorbereitung auf dieses Event auch einen ganz anderen Stellenwert hat als bei uns hier oder generell Sport an den Colleges hat hier richtig, richtig hohen Stellenwert. Wie sieht denn diese Vorbereitung für die aus? Also wenn wir das auch mal in Trainingstagen pro Woche runterbrechen können oder in Stunden vielleicht auch dann pro Tag, weil wenn eins ganz klar ist, dann, dass das schon eine richtig, richtig krasse Leistung ist, die die da bringen und es kommt ja niemand ebenso auf die Welt. Da muss man ja schon was für tun.
speaker-1: Absolut. Man muss aber davon ausgehen, dass jemand, schon im NCAA-Level, im College-Gefüge irgendwo, Football spielt, dass derjenige auch hinsichtlich seiner körperlichen Leistungsfähigkeit schon auf dem Elite-Niveau ist. Dementsprechend ist dann, glaube ich, die Umstellung des Trainings zur Vorbereitung auf diesen Combine gar nicht mehr so gravierend. Es geht eigentlich viel mehr darum, Was machen die denn generell, also in der Saison, was machen die außerhalb der Saison? Und das wird wahrscheinlich auch ziemlich dasselbe sein, das, was sie tun, sich dann nochmal spezifisch für ein paar Wochen auf diesen Combine vorzubereiten. Und da hatten wir glaube ich in der ersten Folge auch schon kurz angerissen, dass das hochgradig davon abhängig ist, welche Position es sich handelt und welche Spielart, welche Spielweise dieser Spieler auf seiner Position tatsächlich bevorzugt. Das heißt, in welche Spielweise der Spieler auf seiner Position bevorzugt wenn wir das mal bisschen plakativer darstellen wollen. Ja, nehmen wir mal wieder die Receiver als Beispiel. Jetzt ist vielleicht vielen bekannt, was ein Wide Receiver ist. ist typischerweise ein Passempfänger, der nicht ganz so schwer ist, dafür besonders schnell. Und jetzt gibt es aber eben zwei Sorten von Receiver, wenn man so möchte. Also die klassischen Wide Receiver,
speaker-1: außen stehen und dann gibt es noch die Slot Receiver, die stehen halt einen Ticken weiter innen. Also nicht ganz außen am Spielfeld dran, sondern weiter innen. Und die laufen in der Regel auch eher kurze, sehr agile Routen mit mehr Richtungswechseln und meistens auch mit mehr Bedrängnis durch Gegner, weil die dann in die gegnerischen Linebacker reinlaufen. Von daher sind da halt die Die Voraussetzungen sind bisschen unterschiedlich. Wenn ich jetzt zum Beispiel maßgeblich für Spielzüge eingesetzt werde, so genannte, nennen wir mal als Beispiel, kennen viele glaube ich in Hail Mary, wo sehr viele Spieler gleichzeitig so weit, so tief ins Feld geschickt werden, wie es irgendwie geht, um einen tiefen Ball zu fangen, dann geht es eigentlich primär um die lineare Sprintgeschwindigkeit. Also wenn man da einen 100 Meter Sprinter aus dem Leichtathletik-Team akquirieren könnte, würde der wahrscheinlich einen guten Job machen, wenn er einigermaßen einen Ball fangen kann. Aber wenn es dann um die komplexeren Routen und die kurzen Routen vor allem geht, wo man dann in Gegnerbedrängnis einen Ball fangen muss und dann idealerweise, das hatten wir auch schon angesprochen, idealerweise viele Yards after catch macht, also Raum gewinnen, nachdem man den Ball dann gefangen hat, dann muss man natürlich auch ein bisschen robuster sein. Man muss agiler sein, also explosiver, aber auch bisschen robuster, eventuell auch mal so einen Tackle von gegnerischen Linebacker zu brechen. Und wie werde ich robuster? Mal davon abgesehen, sich diese Spielertypen meistens auch schon äußerlich ein bisschen unterscheiden. Von der Größe ist es so, dass die Slot Receiver zum Beispiel oft mehr Muskelmasse besitzen. Da gibt es welche, die sehen oft aus wie Running Bags auch oder zumindest ähnlich wie Running Bags, die von Natur aus meist ein bisschen kleiner sind, aber dafür sehr muskulös.
speaker-1: gibt es viele, die sind so 1,75 Meter groß, knapp unter 1,80 und die wiegen dann schon gut und gerne ihre 100 Kilo. Und so einen Slot Receiver wird man dann vielleicht typischerweise irgendwo so 90 Kilo und 1,80 Meter ansiedeln. Und der wird dann, ich sag mal, robuster, indem er Muskeln aufbaut, Muskeln und Stabilisationstraining wahrscheinlich auch sehr viel macht. Dass er, wenn er irgendwie von der Seite dann getroffen wird, sag ich jetzt mal so, dass er das A halten kann und B auch noch mal relativ schnell in seine ursprüngliche Laufform zurückfinden kann. die erste Teilfrage zu beantworten. die Muskulatur ist da Schutzpanzer, kontraktile Masse, die einen beschleunigt, aber auch das Kraft im Sinne von bewegter Masse gleichzeitig. Die Massenträger spielt da dann bei Tackles durchaus eine Rolle, wenn ich mit 20 km Sprintgeschwindigkeit und 100 kg in einen gegnerischen Tackle reinlaufe, dann hat das eine andere Wirkung als wenn ich das Gleiche mache mit 80 kg. Hört sich beides schon unangenehm an. Luft nach oben. Ja, genau richtig. Also ja, es geht bei der Robustheit, wie ich es jetzt zum Beispiel benannt habe, eigentlich prima wie schwer, wie muskulös sind die Spieler. Die zweite Teilfrage fand ich jetzt ganz spannend, weil Stabiltraining wird in fast allen Sportarten immer wieder aufgegriffen.
speaker-1: Und meistens verbindet man Stabitraining mit irgendwelchen Balanceübungen auf instabilen Untergründen, während man irgendeine kleine Handtelle vielleicht noch bewegt, wenn es gut läuft oder einem Gummiband zieht. Das ist aus meiner Sicht aber nicht das, eigentlich Stabilität erzeugt. Denn Stabilität ist ja im Grunde genommen die Fähigkeit, ungewollte Bewegungen trotz äußerer Krafteinwirkung zu verhindern. Wenn man es mal physikalisch naturwissenschaftlich ausdrücken möchte. Wenn man dann Stabilität in den Kontext von einer Sportart setzt, wo die äußeren Kräfte, die da einwirken, meist relativ groß sind, weil das alles große und starke Jungs sind, die damit spielen, dann muss also für die Stabilität im Football auch die innere Kraft, die diese Bewegung trotz äußerer Krafteinwirkung verhindert, sehr groß sein. Was ich damit hinaus will, ist, Die brauchen einfach sehr viel Kraft. Dementsprechend besteht auch der Großteil des Trainings, wenn die jetzt gerade nicht aus strategischen Gründen versuchen noch ein bisschen mehr Muskelmasse drauf zu packen, eigentlich meistens aus Maximalkraft- und Explosivkrafttraining. jeder Position dann auch nochmal anders. Also das habe ich letztes Mal auch schon in unserer Folge festgestellt. Ich habe mir das Training von so einer Fußballmannschaft eigentlich ganz spannend vorgestellt, weil gefühlt in jeder Ecke was anderes passiert. Also wenn ich mir das als Zuschauerin mal angucke, dann wäre das für mich wahrscheinlich auch wie so ein kleiner Zirkel, weil wir hatten ja auch darüber gesprochen, dass es für eigentlich jede Position auch nochmal unterschiedliche Trainer gibt und dass jeder seine Stärken da ja individuell ausführt. muss und für mich hört sich das irgendwie so an, hätten wir dann halt irgendwie sechs Stationen, die fangen halt im Idealfall vielleicht alle gar gleichzeitig an und gehen gleichzeitig heim und sagen dann, wir hatten jetzt zusammen Training. Irgendwann gibt es wahrscheinlich dann auch noch ein Spiel unter denen, hoffe ich, dass es das in den Trainings, also in den Mannschaften als Training schon gibt, im Gegensatz zum Combine. Aber vielleicht kannst du dazu auch mal noch was sagen, wie man sich das so vorstellen kann.
speaker-1: Also was wir jetzt gerade besprochen hatten mit dem Training von Kraft und Muskelmasse, das findet logischerweise außerhalb des Team-Training statt. Insbesondere in der NFL, College und so weiter gibt es extra Trainingszeiten, die meistens auch betreut sind. In den deutschen Ligen oder im Amateurbereich ist das was, was jeder selbst für sich erledigen muss, idealerweise mit Unterstützung von fachkundigen, qualifizierten Trainerinnen und Trainern. in Fitness-Einrichtungen, Fitnessstudios. Hausaufgaben sozusagen bis zum nächsten Training. Hausaufgaben. Also das eigentliche Training hört nicht auf, wenn man das Mannschaftstraining hinter sich hat. So muss man es eigentlich betrachten, Football aufgrund dieser physischen Anforderungen und ist ähnlich wie in der Leichtathletik beispielsweise, wo die Arbeit im Kraftraum auch parallel dazu erfolgt, ist das dort eben auch der Fall. Aber wenn man jetzt mal das Mannschaftstraining betrachtet, da ein Bild zu zeichnen, damit jeder weiß, wie sich das ungefähr so vollzieht. Die Positionsgruppen werden in der Regel von ihren Position Coaches, also von diesen spezifischen Coaches, durch verschiedene Stationen geführt, nachdem was jetzt eben an dem Tag dann dran ist, ob es Tackle Training oder wie auch immer ist. Gibt es ganz unterschiedliche Drills und Trainingsformen, da gibt es auch verschiedene, ja wie soll ich das bezeichnen, verschiedene Ansichten, verschiedene Techniken, wie ein Team tackelt.
speaker-1: Also wo die tacklen, wie die tacklen. Ist ganz spannend, wenn man da wirklich so bisschen Hintergrundwissen hat und dann mal zum Beispiel einen Tackle von einem Linebacker sieht von New Orleans und dann einen Tackle von einem Linebacker aus Minnesota. Also da gibt es einfach Unterschiede und dann werden die irgendwann im Training natürlich auch zusammengeführt, weil wir haben ja schon über Playbook und Spielzüge gesprochen, damit eine Offense als Einheit funktioniert, müssen die natürlich auch dann als Einheit diese Spielzüge trainieren. Das habe ich so gemerkt, weil gefühlt kocht ja jeder so bisschen sein eigenes Süppchen und dann muss man aber trotzdem noch mal zusammen funktionieren. Kannst du vielleicht ein bisschen noch bildlicher erklären, wie sich diese Tackles dann unterscheiden? Geht es dann da den Winkel, in dem das Ganze passiert? das jetzt nicht zu sehr ins Detail zu treiben, ja, also es kommt so ein bisschen auf den Winkel an, wie man den Tackle tatsächlich ansetzt. Also aus welchem Winkel man den Gegner und Spieler attackiert, frontal oder eher seitlich. Und wenn seitlich, aus welchem Winkel. Dann auf welcher Höhe man den Tackle ansetzt. Also geht man tatsächlich eher Richtung Sterne oder versucht man, das ist meistens der Fall, eher auf Hüfthöhe oder darunter anzusetzen. Und auch da gibt es dann noch mal Unterschiede. Die meisten tacklen tatsächlich eher auf Hüfthöhe, weil man da jemanden auch relativ solide greifen kann. Es gibt allerdings auch einzelne Tackles, die bewusst eher auf Höhe des Oberschenkels passieren. durchsetzungsstarken Spielern quasi die Bewegungsfreiheit in den Beinen zu nehmen. Und ich glaube,
speaker-1: Viel detaillierter müssen wir es an der Stelle gar nicht machen, das ist ohne zusätzliches Videomaterial glaube ich ein bisschen zu abstrakt. jeden Fall so bisschen mit Ausblick auch darauf, dass wir auch noch eine Folge zu Prehab und Rehab aufnehmen. Also die nehme ich mit Wolf Havert auf leider, nicht mit dir. Aber kannst du schon mal sagen, ob es da jetzt auch eine Technik gibt, die also besonders verletzungs-, nennt man das dann anfällig ist, also mit der ich meinen Gegner mehr oder weniger verletzen kann als mit einer anderen Technik? Also ja, will jetzt niemanden unterstellen, dass das dann absichtlich passiert, aber es kommt eben in diesem Spiel aufgrund der Geschwindigkeit häufiger mal dazu, dass ein Tackle sehr tief gesetzt wird. Und ich glaube, dann braucht es gar nicht so viel Fantasie, dass wenn jemand mit 90 Kilo jemandem auf Kniehöhe reinfliegt, der Stollen Schuh vielleicht sogar gerade noch auf dem Boden ist, dass dann vielleicht eher was kaputt geht, als wenn man jemanden mit der Schulter auf Hüftehöhe trifft. Ja, das kann man sich, glaube ich, so auch ganz gut vorstellen. Also, wollen wir aber auch nicht zu viel ins Detail gehen. So sehr vorstellen will ich mir das auch nicht. Aber ich habe mal noch mal zwischendurch hier auf meinem Spickzettel gelinst und das gehört ja auch so ein bisschen nochmal und das muss ich was trinken. So, jetzt. Und du hast ja schon angesprochen, genau, dass es da eben unterschiedliche Taggels gibt und denen liegen ja nochmal dann im Prinzip auch unterschiedliche Techniken zugrunde. Eine Frage, die ich jetzt auch hier aufgeschrieben habe, war, welche Rolle spielt denn Techniktraining also ganz allgemein auch zum Beispiel jetzt, wenn es die Sprints geht, wenn es die Sprünge geht, also wahrscheinlich ja in jedem Bereich, aber gibt es zum Beispiel auch einen Bereich, dem es eine besonders große Rolle spielt.
speaker-1: Technik und wahrscheinlich dort, wo es die wenigsten vermuten. Also klar, einen Ball zu werfen aus Bewegung, aus verschiedenen Positionen, in verschiedenen Winkeln ist schon schwer. Einen Ball zu fangen, wenn man mit Vollspeed irgendwie 50 Yards entfernt, mal kurz einen Blick über die Schulter wirft, ist auch schwer. Ein Tackle ist sicherlich auch schwer. Also da wird es schon langsam komplexer, weil so einen Tackle zu setzen, richtig zu setzen. ist von der Technik schwerer als es aussieht. Die rennen nicht einfach nur willkürlich ineinander. Die technisch anspruchsvollste Position aus meiner Sicht ist die O-Line. die Offensive-Line-Spieler. Wenn man das mal so bisschen genauer betrachtet oder wenn man die Möglichkeit hat, das genauer zu betrachten, gerade auf College- NFL-Niveau, das was da mit den Händen, mit den Armen passiert. Das hat schon ein bisschen was von Kampfsport. Da gibt es ziemlich viele Ansätze, wie man jemanden dreht, man jemanden auch durch verschiedene Schrittkombinationen mit seinem Körpersperrpunkt einfach in die falsche Richtung verlädt, dann durch einen gezielten Stoß an der Schulter jemanden die Schulterachse zu drehen. Das gilt eigentlich fast genauso für die D-Line, nicht nur für die O-Line, aber diese Linespiele, machen koordinativ wirklich sehr viel mit den oberen Extremitäten mehr als man denkt, wenn man jetzt vielleicht ein eher ungeübter Zuschauer oder Zuschauerin ist. Und wie bereiten die sich darauf vor? Kann man sich das dann auch immer als Partner-Training sozusagen vorstellen?
speaker-1: Eine gute Idee trifft tatsächlich sogar zu. Die machen ganz oft Partner-Drills, wo die dann, ich sag mal, ohne den Ernst der Situation zu imitieren, einfach versuchen, wieder den Ansatz von dem Gegenspieler, eine Hand irgendwo an die Schulter oder ins Pet oder sonst wo zu kriegen, dann mit so, ja, Armen wischen. Es sieht wirklich fast aus wie Kampfsport. das ganze zu unterbinden. wenn man einmal jemanden am richtigen Hebel hat und das richtig einsetzt, dann findet man der Regel auch einen Weg vorbei. Oder auf der anderen Seite, auf der O-Line, man findet einen Weg, dass der andere halt nicht vorbeikommt. Jetzt hatten wir ja schon so ein bisschen noch mal das Thema eben, dass das ja sehr zeitintensiv ist, dann auch wirklich auf diesem professionellen Level Leute zu lenken, zu stoppen, zu tacklen, zu was auch immer. Wie viel Zeit verbringt denn ein NFL-Spieler so mit Training? Das ist mit Sicherheit wieder so bisschen abhängig davon, welche Mentalität auch das eigene Strength and Conditioning Team fährt oder an welchen Stellen das jetzt gerade individuell bei dem Spieler hat. Also auch da wird nochmal individualisiert auf dem Elite Niveau. Aber ich würde sagen pro Tag gut und gerne drei bis vier Stunden. Und zu College-Zeiten, also oder wenn es dann auch auf die Richtung vom Combine geht auch schon drei, vier Stunden oder wow.
speaker-1: Ich habe da jetzt tatsächlich keine belastbaren Daten oder Zeiten. Aber ich würde jetzt mal behaupten, dass gerade im College-Football noch relativ wenig Unterschiede im Hinblick auf die NFL, was Trainingszeiten angeht, bestehen. Nur, dass man dann vielleicht auch noch so ergänzen muss, dass die meisten Spieler, die im College spielen, auch wirklich noch parallel studieren. Und in der NFL ist es dann wirklich ein Vollzeitjob. Von daher werden in der NFL bestimmt hier und da noch die Trainingszeiten ein bisschen umfangreicher sein. das liegt wahrscheinlich auch eher so ein bisschen an den persönlichen Zielen. Wenn jetzt jemand im College ziemlich erfolgreich Football spielt, dann wird nicht jeder von den Jungs sehr viel Augenmerk darauf legen, dass das Studium parallel auch noch gut Ich glaube, die sind ganz gut abgesichert, wenn sie in der NFM einen Fuß drin haben. Wenn, wenn, genau du hast es schön formuliert, wenn. Für die meisten ist dann so ein Studium doch noch eine gute Absicherung ab. Ja, es ist wie überall. Ich glaube die Priorisierung ist auch unterschiedlich. Du hast jetzt auch gerade gesagt, überall, du hast ja hier in Deutschland eine Footballmannschaft auch schon so bisschen mitgecoacht, hast du gesagt, oder zum Teil mal so mitbetreut auf jeden Fall.
speaker-1: Mitbetreut ist der bessere Austausch. Ja, da sind ja die Gegebenheiten doch nochmal anders als in den USA. Wie viel wurde hier so trainiert und in welcher Liga war das dann? Ja, das war erste und zweite Bundesliga, American Football, so GFL hier in Deutschland. Und diese Trainingszeiten, die sind ganz anders, deutlich geringer. Aus dem einfachen Grund, dass das hier nicht professionalisiert ist, noch nicht. Also jeder, der hier Football spielt, zumindest war es zu dem Zeitpunkt vor acht Jahren, Neun Jahren, als ich noch aktiv in der Betreuung war, dass die alle in einem Vollzeitjob nachgegangen sind. Da sind teilweise Leute auch nicht ins Training gekommen, weil die eben auf Mittagsschicht waren. Also das kann man sich so dann im ersten, zweiten Bundesliga-Betrieb Fußball vielleicht gar nicht vorstellen, aber Football ist eben immer noch eine Randsportart. Sie wird immer professioneller und populärer, aber da hat man halt eben noch damit zu kämpfen, dass die Spieler in der Regel nicht davon leben können, Football zu spielen. Und entsprechend verringert sich natürlich dann noch die Zeit, die fürs Training zur Verfügung steht. Wenn ein dann vielleicht auch noch eine Familie hat, kann man sich vorstellen Vollzeitjob plus Familie plus Erst- oder Zweitbundesliga-Football. Dann macht man vielleicht seine drei Einheiten mit einem Team und die Ambitionierten gehen dann vielleicht noch zwei oder drei Mal pro Woche zusätzlich ins Gym und machen das Nötigste.
speaker-1: Diejenigen, die vielleicht zeitlich weniger verpflichtet sind, machen ein bisschen mehr. Aber gerade in dem Bereich ist die Hauptanforderung an Strength & Conditioning Coach eigentlich individuell pro Spieler die Lebenssituation zu erfassen und entsprechend der individuellen Hürden einen Trainingsplan zu erstellen, der nicht nur funktioniert, sondern der auch tatsächlich umsetzbar ist. Was nützt ein super komplizierter und vielleicht auch sehr ausgeklügelter Trainingsplan für jemanden, der am Ende keine Zeit hat, den so umzusetzen. Ja, das ist eine spannende Frage. Also kann ich verantworten, bringt nichts. So viel verstehe ich davon. Du hast ja auch einen schönen Artikel dazu geschrieben, Trainieren wie die NFL-Profis. Den würde ich euch auch nochmal in den Show Notes verlinken. Und deswegen wollte ich dich auch nochmal fragen, was könnte denn so eine Otto Normal-Trainerin wie ich oder ein Otto Normal-Trainer aus dem Training von den NFL-Profis oder auch von den Profis hier? weil die auch immer noch professioneller trainieren als ich in meiner Freizeit. Was kann ich mir denn von denen vielleicht abgucken für mein Training? Wir hatten es jetzt ja eben schon mit ein bisschen Exklusivität und Stelligkeit. Was kann ich denn davon übernehmen, dass mein Training voranbringt? Das ist eine spannende Frage. Ich glaube, es ist die grundsätzliche Betrachtung von Training. Denn die meisten Menschen trainieren, glaube ich, aufgrund gesundheitlicher Gründe. Also, die haben gesundheitliche Ziele oder sie haben ästhetische Ziele. Ein Athlet trainiert wegen ästhetischen Zielen, sondern nur wegen
speaker-1: Funktion und Leistung. Und vielleicht ist genau das eben das spannende Experiment, was man für sich selbst mal anstellen kann. Sich nicht mehr darauf zu konzentrieren, was muss ich tun möglichst viel Muskelmasse aufzubauen oder möglichst viel Muskelmasse zu erhalten, während ich Körperfett verliere, sondern was muss ich tun, damit sich meine körperliche Leistungsfähigkeit optimiert. Und dazu gehört es dann halt eben auch mal annähernd maximale Lasten zu bewegen, klassisches Maximalkrafttraining zu machen oder für alle, die jetzt vielleicht dann ihre Belastbarkeit noch nicht hoch genug einschätzen, eine, zwei oder drei Wiederholungen maximal durchzuführen, da gibt es diesen 5x5 Trainingsansatz, der in dem von dir erwähnten Artikel auch beschrieben wird. Der ist so als Einstieg in das leistungsorientierte Training eigentlich ganz gut geeignet, auch wenn der bei Weitem natürlich nicht optimal für alle ist.
speaker-1: Nur den Gedanken noch fortzuführen, maximale Lasten und moderate Lasten sehr schnell. Schnellkraft-Explosivkraft-Trainings-Gemisch macht eigentlich sehr viel Sinn. Heißt, möglichst schwere Dinge hochheben und das andere wäre, moderat schwere Dinge möglichst schnell hochheben. Und dann der nächste Punkt, nochmal dieses Ausdauerthema aufzugreifen. Weil beim Ausdauertraining ja dann die Dauermethoden doch sehr populär sind. die meisten Menschen setzen sich auf ein Fahrradargumente oder stellen sich auf einen Crosstrainer oder ein Laufband und laufen einfach für Dauer X mit einer vorangestellten Geschwindigkeit. Die Anerobeleistungsfähigkeit zu verbessern, also kurze Phasen mit hochintensiven Belastungen besser tolerieren zu können, macht eben genau das auch Sinn ins Training zu integrieren. Man nennt das klassischerweise HIIT, das Hochintensitätsintervalltraining oder Sprintintervalltraining. Und ein Athlet würde sowas in der Regel auch nicht auf einem Crosstrainer oder auf dem Fahrrad machen, denn die athletischste Form der Fortbewegung für solche Dinge sind eben dann am Ende doch Sprints. Und deshalb wäre meine Empfehlung, wer es noch nicht ausprobiert hat, aufgrund vielfacher vielzähliger Vorteile, das mit sich bringt, auch mal ein Sprintintervalltraining zu machen und zum Beispiel wiederholte Sprünge. Weil ganz ehrlich, jeder der da draußen jetzt zuhört und vielleicht schon die 30er Marke beim Alter überschritten hat, darf sich gerne mal fragen, wie lange es denn her ist, dass man zum letzten Mal maximal schnell gesprintet ist und ob das nicht vielleicht dann doch irgendwie eine erstrebenswerte Fähigkeit ist, die man sich ein bisschen länger als bis 30 bewahren sollte. Da gibt es ja auch immer die schönen Videos, dass man Leute, die man ab einem gewissen Alter kennengelernt hat, die hat man selten Sprinten sehen. Also alle meine Grundschulfreunde habe ich auf jeden Fall Sprinten sehen, die im Studium teilweise auch mal noch, aber alles, so im Arbeitskontext jetzt dazu gekommen ist, habe ich noch nicht Sprinten sehen. Und obwohl ich an einer Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement arbeite und da viele Menschen Sport treiben.
speaker-1: Aber ich finde an diesen Reels ist schon oft relativ viel dran. einem gewissen Zeitpunkt sprintet und springt man einfach nicht mehr. Vielleicht dann wieder so ein bisschen, Kinder kommen und dann merkt man auch, okay, das geht vielleicht doch nicht mehr so gut, wie ich das in Erinnerung hatte. letzten Endes geht es ja auch im Kontext des Erhalts von Lebensqualität und Mobilität im Alter eigentlich drum. die körperlichen Fähigkeiten möglichst lange aufrecht zu erhalten. Ich für meinen Teil wäre schon ganz gerne irgendwann ein 70-Jähriger, der noch in der Lage ist, schnell zu rennen und auch mal hochzuspringen, ohne dass ich Angst haben muss, mich zu verletzen. Von daher ist das vielleicht was, was man schon ins Training integrieren sollte, bevor man es völlig verlernt hat. ob vielleicht dem ein oder anderen noch bisschen Unterstützung mit auf den Weg zu geben, das angeht. Kannst du vielleicht auch noch ein paar Fehler nennen, die bei diesem Training häufig passieren und die man, wenn man sie jetzt schon mal gehört hat, vermeiden kann. auf jeden Fall. Insbesondere bei den Themen Maximalbelastung, egal ob das jetzt Sprinten ist oder Springen oder möglichst viel Last Kreuzheben oder Kniebeugen. Es geht erstmal darum diese Belastbarkeit mit einer progressiven Laststeigerung herzustellen. nicht von jetzt auf gleich die Trainingsmethode komplett umstellen und von einem Training mit 12 Wiederholungen auf einem Training mit 2 Wiederholungen wechseln, sondern idealerweise die Lasten über eine lange Zeit progressiv steigern, damit Sehnen, Knochen, Bänder, aber auch Muskeln logischerweise Gelegenheit haben sich an diese Belastungen zu gewöhnen. Und das andere wäre, je höher die Beanspruchung im Training und
speaker-1: bei maximalen Beanspruchung ist die maximal. Desto größer ist die Bedeutung von einem sinnvollen Aufwärmen im Sinne einer funktionellen Bewegungsvorbereitung. Der gehört nicht nur denen dazu oder fünf Minuten auf dem Laufband walken, sondern da geht es eine möglichst große Bewegungsamplitude im Muskelgelenksystem progressiv herzustellen. Aber vor allem durch eigene Muskelkraft die herzustellen, weil es macht ein Muskelgelenksystem nicht sonderlich belastbar, wenn ich einfach ein Arm passiv bis irgendwo hin dehne. Sondern nur wenn ich in dieser Position auch selbst noch Kraft erzeugen kann, bin ich in dieser Position sicher. Also das sind so ein paar strategische Ansätze, denke ich, fürs Training, die ganz gut sind, wenn man die mal gehört hat, bevor man da rein startet. Zu alleroberst natürlich eine adäquate Bewegungstechnik. Qualität der Bewegung geht über Quantität der Last. Also langsam anfangen, dranbleiben. Wie sieht es aus mit Pausen, mit der Regeneration? Weil wenn ich mir jetzt überlege, ich müsste jetzt heute irgendwie drei-mal, viermal, fünfmal sprinten, dann würde ich das morgen in meinen Beinen definitiv merken, bin ich mir sehr sicher. Kann ich dann auch noch ein zweites Training machen, auch wenn ich meine Beine noch merke oder warte ich dann zum Beispiel lieber, bis ich das Gefühl habe, ich fühle mich regeneriert, mein Muskelkater ist weg? Ich formuliere es mal so. Das Training der maximalen Leistungsfähigkeit setzt davor aus, dass dein neuromuskuläres System dazu in der Lage ist, maximale Leistung abzurufen. Und entsprechend sollte das zentrale Nervensystem auch regeneriert sein. Und Muskelkater geht in der Regel damit einher,
speaker-1: dass man eine verringerte Kraftleistungsfähigkeit hat, bzw. die Muskeln nicht so gut rekrutierbar sind. Sie sind in ihrer Kraftleistungsfähigkeit gehemmt. Von daher würde ich zu jedem Zeitpunkt, wo ich versuche, Beispiel maximal schnell zu sprinten, obwohl mein neuromuskuläres System noch nicht vollständig regeneriert ist, mir wahrscheinlich irgendwie einen Bewegungsablauf anerziehen, der nicht optimal ist. Dementsprechend gilt es eigentlich, insbesondere beim Schnellkraft- und Stelligkeitstraining, möglichst gut regeneriert in diese Einheiten reinzugehen. Deshalb, wenn man am Tag nach einer Sprinteinheit noch schwere Beine hat, sollte man nicht nochmal sprinten, das macht es in der Regel nicht besser, sondern dann sollte man eher zum Beispiel eine extensive Dauermethode machen, seine Grundlagenausdauer zu verbessern und weil das gleichzeitig auch ein gewisses Maß an aktiver Erholung birgt, weil halt lokal die die durch Blutung stark vorangetrieben wird, stark erhöht wird, wahrscheinlich dann am dritten Tag der Muskelkarte auch verschwunden sein, obwohl man einen Tag danach was gemacht hat. Okay, also nicht übertreiben auch in dem Sinne, sondern den Körper ausruhen lassen. Und wenn ich an Tag drei merke, es geht immer noch nicht, dann auch lieber an dem Tag noch mal eine aktive Regeneration einplanen, statt halbherzig irgendwie noch mal anzufangen, weil ich meinen Plan irgendwie durchboxen will. Genau, nicht erzwingen an der Stelle. Es gibt immer Dinge, die man tun kann, die dann auch nicht schaden. Dann hat man trotzdem was Sinnvolles getan. Aber man muss auch dazu sagen, dass ein Training mit einem Muskelkater so stark außer Gefecht setzt, dass man mal zwei Tage nichts machen kann oder da ein bisschen aufpassen muss. ist logischerweise vielleicht am Anfang, also zu Beginn nach einer Trainingsumstellung der Fall. Aber auch daran gewöhnt sich der Körper.
speaker-0: Da braucht man einfach auch bisschen Geduld. Das ist auch bei so vielen Folgen, die wir ja schon aufgenommen haben, irgendwie immer so das Ende gewesen, dass man einfach der Sache Zeit lassen soll und dass Kontinuität eigentlich immer entscheidend ist. Absolut. Sehr schön. Hast du für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer sonst noch irgendeinen Tipp, irgendwas, was du ihnen im Bezug jetzt auf dieses Training mit auf den Weg geben möchtest? Ja, Sache. Und zwar ist aus meiner persönlichen Erfahrung immer ein gewisser Vorbehalt gegenüber Leistungstraining, wenn man das mal so übergeordnet bezeichnen möchte, vorhanden. Weil man immer denkt, ja, da ist die Verletzungsgefahr ja viel größer und das sieht zu kompliziert aus und wenn ich Schnellkraft trainieren will, muss ich ja irgendwie so olympisches Gewichtheben machen. Nee. Es gibt für alles logischerweise Abstufungen, die für jedes Individuum zu jedem Zeitpunkt und zu jedem Punkt der Leistungsfähigkeit irgendwie umsetzbar sind. da gehört es einfach dazu, dass man sich entsprechend Hilfe holt, qualifizierte, gut ausgebildete Hilfe, die man am meisten dann halt eben auch in Trainings- und Gesundheitseinrichtungen findet, sich da adäquat Alternativen für das eigene Training aufzeigen zu lassen. Die Verletzungsgefahr ist am Ende nicht größer als in jeder anderen Form des Krafttrainings, wenn man die Grundlagen beherzigt. Progressive Laststeigerung, gute Bewegungsqualität, ausreichend Regeneration und dann passiert auch da nichts, außer dass man stärker und schneller wird und das klingt für mich schon ganz reizvoll für jeden. Ja, glaube ich auch. Dann vielen Dank auf jeden Fall in der Stelle schon mal für deine Zeit. Und ich gebe noch einen kurzen Ausblick in die nächste Folge. Wir hatten jetzt auch gerade noch mal ganz kurz das Thema mit der Verletzungsanfälligkeit darum und auch die Genesung, also Prehab und Rehab wird es in der nächsten Folge mit Wolf Havert gehen. Und ich kann euch an dieser Stelle natürlich auch noch mal ans Herz legen, euch über unsere Studiengänge zu informieren, denn
speaker-0: Wenn ihr diejenigen sein wollt, die die Leute auf dem Weg dahin unterstützen, dass sie eben ganz lang, ganz fit sind, dann sind wir hier der richtige Ansprechpartner. Dann können wir gerne auch für euch zum Beispiel den passenden Ausbildungsbetrieb finden, damit ihr euer Ziel, das ihr euch hier gesetzt habt, dann verfolgen könnt. Und das verlinke ich euch auch alles nochmal in den Show Notes. Dann vielen, vielen Dank, Patrick, dass du dir die Zeit für mich genommen hast heute. Und dann euch auch vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. und gerne.
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