Vom Rückschlag zum Olympiasieg: Die wichtigste Lektion über Erfolg
Shownotes
Ringen gilt als eine der ältesten Sportarten der Welt – und lange Zeit auch als klassische Männerdomäne. Doch Aline Rotter-Focken hat genau hier Geschichte geschrieben: als Weltmeisterin und Olympiasiegerin.
In dieser Podcastfolge spricht sie offen über ihren außergewöhnlichen Weg – von den ersten Jahren, in denen sie keinen einzigen Kampf gewonnen hat, bis hin zum größten Erfolg ihrer Karriere.
Dabei geht es nicht nur um Leistungssport, sondern auch um Themen, die viele kennen: Rückschläge, Zweifel, Druck und die Frage, wie man seinen eigenen Weg findet.
Außerdem gibt sie Einblicke in ihre Zeit im Studium und erzählt, wie sie es geschafft hat, Leistungssport, Ausbildung und berufliche Perspektiven miteinander zu verbinden.
💡 Darum geht’s in der Folge:
- Wie Aline Rotter-Focken ihren Weg im Leistungssport gefunden hat
- Warum Durchhaltevermögen oft wichtiger ist als Talent
- Wie sie mit Rückschlägen und Druck umgegangen ist
- Was mentale Stärke im Spitzensport wirklich bedeutet
- Wie sie Studium, Job und Leistungssport kombiniert hat
- Welche Rolle Sportpsychologie für ihren Erfolg gespielt hat
- Wie sich ihr Leben nach dem Olympiasieg verändert hat
- Warum der Weg oft wichtiger ist als das Ziel
🎯 Für wen ist die Folge interessant?
- Für alle, die sich für Leistungssport & Motivation interessieren
- Für Studierende und Berufseinsteiger/innen
- Für Menschen, die ihren eigenen Weg finden wollen
- Für alle, die lernen möchten, besser mit Rückschlägen umzugehen
🎧 Jetzt reinhören
👉 Höre die komplette Folge und erfahre, wie Aline Rotter-Focken Olympiasiegerin wurde – und was du daraus für deinen eigenen Weg mitnehmen kannst.
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Transkript anzeigen
00:00:10: Ringen ist eine der ältesten Sportarten in der Welt.
00:00:13: Und beim Ring denken die meisten an Kraft, Technik und Taktik – bis heute vor allem an Männer auf der Matte!
00:00:20: Aber genau dieser Punkt ist schon lange nicht mehr zeitgemäß, denn Frauenringen sind seit Jahrzehnten sogar olympisch.
00:00:27: Hier hat sich Aline Rotterfocken durchgesetzt und Geschichte geschrieben als Weltmeisterin, als Olympiasiegerin, die schon früh ihren eigenen Weg gegangen ist und sich in einer Männerdomäne durchgesetzt hat.
00:00:39: Deswegen freue ich mich, dass wir heute nicht nur über Medaillen und Titel sprechen dürfen sondern auch über den Weg dorthin – über den Leistungssport das Studium daneben und darüber wie man eigentlich seinen eigenen Weg findet!
00:00:51: Hi Aline schön, dass du da bist.
00:00:53: Vielen lieben Dank, ich freue mich auch, dass ich dabei sein darf.
00:00:57: Dann stelle dich gerne einfach noch einmal für alle, die dich nicht kennen vor wer bist du heute?
00:01:01: Und was macht Dich
00:01:02: aus?!
00:01:03: Genau, also ich bin in Berlin heute für den Dreißigjahre seit ein paar Jahren keine Ringerin mehr.
00:01:08: Keine Leistungssportlerin mehr.
00:01:10: Ich arbeite beim Deutschen Ringerbund als Leistungsportreferentin.
00:01:14: Also ja, bin noch sehr mit dem Sport verbunden und versuche jetzt so für die nachfolgende Generationen die Situation zu verbessern um die Athletinnen zu beraten.
00:01:24: Genau, habe zwei kleine Kinder die mich sehr auf Tramp halten und sehr glücklich machen.
00:01:29: Und genau ja arbeite als Speakerin nebenher erzähle so ein bisschen von meiner Geschichte und lebe irgendwie noch mit dem Sport verbunden aber bin nicht mehr ganz in der Praxis wie früher
00:01:40: Aber immer noch dabei.
00:01:41: irgendwie
00:01:43: Ja total, ohne geht es gar nicht.
00:01:45: Ja, dann gucken wir uns auch mal an wo das herkommt und gehen ganz an den Anfang.
00:01:49: Ringen ist ja wie ich schon im Intro gesagt habe irgendwie nicht so.
00:01:51: der typische Frauensport nenne ich es jetzt einfach mal.
00:01:54: also ist jetzt für die meisten Mädels irgendwie auch so im Alter von vier bis sechs wenn man die fragt was wollt ihr denn machen?
00:02:01: da ist jetzt Ringen wahrscheinlich nicht so die häufigste Antwort Wie bist du denn dazu gekommen?
00:02:07: Also das ist auch beim Ringen und beim Frauenringen sehr typisch, dass es über die Familie stattfindet.
00:02:11: So wie bei mir.
00:02:12: Bei mir hat so ein bisschen mein Opa die Dynastie gestartet.
00:02:15: der war damals ringer Und über den ist da mein Papa zum Ring gekommen Meine Onkels Mein Bruder meine Cousins also eigentlich so alle Männer seit dem und ich dann sozusagen auch als erstes Mädchen und Das ist auch das wie das meistens läuft weil einfach Ringe nicht nicht so in aller Munde ist.
00:02:34: ja
00:02:35: Ja, und wann hast du dann das erste Mal auf der Matte gestanden?
00:02:40: Wahrscheinlich habe ich es erst mal auf der Mathe gelegen.
00:02:43: Wie andere Eltern machen, wenn die Eltern Fußball spielen... Ich war halt immer dabei!
00:02:48: Die Mathe ist übrigens der schönste Ort wo Babys krabbeln lernen.
00:02:51: Das haben meine auch da angefangen weil sie einfach einen riesen Platz, eine Riesenfläche und ja also ich war vom Baby an dabei mit meinem Papa gerungen hat oder meinen Opa Ja, selber so gestartet eigentlich mit vier Jahren.
00:03:06: Das ist kein richtiges Ringen.
00:03:07: das ist dann so Bambini dass es ganz viel Turnen bei uns ganz viel einfach auch so Körperkontakt Spiele ein bisschen raufen nach Regeln, dass man sich einfach so ein bisschen da austogen kann und das ganze kennenlernt.
00:03:21: Und ja deswegen kann man sagen ob vier Jahre regelmäßig in der Halle eigentlich und das erste Mal gestanden ergelegen genau
00:03:31: Ja, gut.
00:03:31: Mit vier hast du wahrscheinlich nicht gedacht oh ja das wird mein Sport und das wird meine Karriere sozusagen?
00:03:36: Wann hat sich das denn so ein bisschen gezeigt?
00:03:38: dass du auch gemerkt hast also dass es dein Sport ist wahrscheinlich schon relativ früh aber auch dass es vielleicht mehr als nur dein Sport und dein Ausgleich ist sondern dass es so der Mittelpunkt auch von deinem Leben werden darf.
00:03:49: Ja, also bei mir war das eben so.
00:03:51: Das ist schon dann auch ihr älter.
00:03:53: ich wurde je mehr ich mich erinnerte die Stimmen lauter wurden so ha warum denn?
00:03:57: und muss es jetzt wieder ringen sein?
00:03:59: Und gerade als kleines blommendes Mädchen was passt doch gar nicht!
00:04:01: Und das war schon so dass ich da immer dachte okay mehr Leute da jetzt gegenreden, desto mehr will ich das machen.
00:04:08: Also ich war schon ein bisschen eher dieses spartekind.
00:04:13: Mit jedem Zweifel mit jeder Kritik ich irgendwie so dachte schon als kleites Kind ne ne ne ich zeige euch mal als alle Jungs und ja, es ging dann bei mir sehr schwierig los.
00:04:23: Also ich habe wirklich drei Jahre lang keinen einzigen Kampf gewonnen was maßgeblich schlecht war.
00:04:28: also deswegen war jetzt nicht so abzusehen dass es irgendwann mal im Leihsussport mündet.
00:04:34: aber Ich wollte das halt unbedingt machen, bei mir war das irgendwie gar nicht immer.
00:04:38: nur dieses Gewinnen und Verlieren.
00:04:39: Das wollte ich natürlich irgendwann auch aber... ...ich habe mich da einfach so wohlgefühlt auf dieser Ringermatte.
00:04:44: Und das ist halt so ein Ort wo man auch einfach so ein bisschen laut und wild sein kann ne?
00:04:50: So in anderen Gruppen mit anderen Sportangeboten hab' ich mich nicht so wieder gefunden oder habe ich einfach nicht so reingepasst mit meinem Temperament.
00:04:59: Deswegen war das eigentlich klar, dass ich das immer weiter machen will.
00:05:02: Auch wenn das andere irgendwie sich gefragt auch meine Familie natürlich meinte hey wenn du jetzt nie gewinnst wird so wirklich weiter auf Fettkämpfe irgendwie ja.
00:05:12: und dann aber als es dann so nach und nach mit neun mit zehn geklappt hat habe ich schon schnell gemerkt okay alles klar Ich bringe schon die richtigen Eigenschaften mit.
00:05:21: Vielleicht sich das Talent von Anfang an, aber das Durchhaltevermögen und dieses unbedingt die Beste sein wollen, das hatte ich schon vom Kleinen an.
00:05:29: Also beim Wettrennen und so, ich musste immer die Ellenbogen ausfahren weil ich immer gewinnen wollte.
00:05:35: Und ja... So mit zwölf würde ich sagen war dann diese bewusste Entscheidung okay wir machen Leistungssport!
00:05:41: Ich will den Artlauf der Brust, ich will alles tun was da für nötig ist.
00:05:48: Ja, seitdem ist das dann so vom Hobby zum ganz großen Inhalt geworden.
00:05:54: Ja
00:05:55: und was hatte ich in dieser Zeit dann besonders geprägt im Training?
00:05:59: Also du hast jetzt gerade gesagt schon ein bisschen auch am Anfang die Stimmen, die so ein bisschen gepiekst haben und dich motiviert haben.
00:06:04: aber was denn sonst noch, wie ging es dann weiter?
00:06:07: Ja, also das Schöne am Ringen ist halt dass du auch nie fertig bist und wenn du einen Kampf gewonnen hast.
00:06:14: Dass es trotzdem tausend Sachen gibt wo du irgendwie noch dran arbeiten kannst.
00:06:17: Das ist so eine komplexe Sportart aus Technik, aus Taktik, Aus Kraft, aus Ausdauer.
00:06:22: Also bei uns ist es so, du kannst immer besser werden!
00:06:24: Und für mich wie gesagt war das natürlich auf der einen Seite.
00:06:26: ich wollte unbedingt diesen Artlauf der Brust.
00:06:29: Ich habe dann so ab zweitausend Ringen das erste Mal beim Olympischen Spielen im Fernsehen gesehen.
00:06:35: da war ich neun Jahre alt.
00:06:37: dann waren so diese ganz großen Träume irgendwie geboren.
00:06:39: Einmal auf dieser Bühne zu sein, einmal irgendwie... Ich wusste ja nicht was das verfolgt.
00:06:47: Also was ich dafür tun muss als Kind ist man total naiv!
00:06:50: Meine Eltern haben sich totglatt.
00:06:51: Wir haben drei Jahre keinen Kampf gewonnen und dann gewinnst du gerade einen Kampf und dann träumst wir um Olympischen Spielen.
00:06:56: aber das ist ja auch das Schöne wiederum als Kind weil in deinem Kopf hast du keine Grenzen, keine Limits.
00:07:03: Das war so die Mischung aus beidem.
00:07:04: Dieses eben total wohlfühlen, dieses wirklich auch besser werden in jeder einzelnen Disziplin sei es jetzt Kraft sei es nicht und gleichzeitig einfach dieser große Traum für Olympischen Spielen Ringen zu zeigen und zu zeigen dass man das als Mädchen machen kann.
00:07:18: und ja also das war so wie die Kombi eigentlich die mich angetrieben hat
00:07:24: Ja, und dann hast du Ring quasi zum Lebensmittelpunkt gemacht sozusagen.
00:07:29: Aber das reicht ja dann meistens nicht aus.
00:07:32: also man kann ja leider sagen dass man in Deutschland eigentlich als Leistungssportler wenn man nicht gerade Fußballer ist wirklich nicht so gut davon leben kann wenn überhaupt.
00:07:41: Und deswegen hast Du hier auch dich dazu entschieden noch zu studieren und das hast Du tatsächlich bei uns an der DHFPG gemacht.
00:07:47: lass uns da mal einen kurzen Schwenk noch machen wie das für Dich war wie Du dazugekommen bist wie du es gefunden hast.
00:07:54: Ja, also das war eigentlich so die Herausforderung der Zeit tatsächlich in meiner sportlichen Karriere aber auch so woran ich mich zurückdenke was mich persönlich betrifft weil bis zur Schule ist alles Einfach natürlich ein Abit zu machen und so, ich hatte den Schulrekord an Fehlzeiten oder sowas.
00:08:11: Entschuldigen Fehlzeiten durch Trainingslager und so aber bis dahin ist es weltweit gleich.
00:08:16: weißt du?
00:08:17: Egal in welcher Nation da gehen die meisten Kinder zur Schule.
00:08:19: man hat dieselben Bedingungen.
00:08:20: mal geht abends zum Training Aber dann irgendwann mit achtzehn neunzehnt wird das ganze professioneller.
00:08:25: Du musst zweimal am Tag trainieren beim Ringen sehr undankbares Sportart, die sehr viel von dir verlangt und wo du sehr hart arbeiten musst.
00:08:34: Aber glaube ich nur sagst, ich muss dir auch irgendwas tun um mein Lebensunterhalt zu bestreiten.
00:08:39: Es gibt mittlerweile eine viel bessere Förderstruktur als bei mir damals aber es ist immer noch so dass wenn du nicht gerade bei der Bundeswehr oder einer Sportförderschelle bist das du davon nicht leben kannst.
00:08:48: und meine Eltern haben gesagt sie unterstützen alles, aber die Schule eine Ausbildung oder ein Studium, das muss sein.
00:08:55: Weil einfach auch als Backup einfach auch wenn man sich verletzt und was passiert.
00:08:59: Und für mich wie du sagst war ringend der Lebensmittelpunkt aber eigentlich musst du es halt nebenher stattfinden.
00:09:07: Da bin ich über so einen Praktikum tatsächlich an das Studium bei euch gekommen weil das war für mich damals win-win, weil ich dachte okay ich verdiene kein Geld.
00:09:15: Ich muss auf jeden Fall irgendwo Geld verdienen und ich muss auf jedem Fall irgendwo auch so ein bisschen Praxiserfahrung sammeln.
00:09:21: Das reine Studium was ich zuerst mal dachte, Lehramt oder irgendwas.
00:09:25: Das hat einfach nicht geklappt.
00:09:26: so auch von den Distanzen mit meinen Trainings einhalten.
00:09:29: und so war es und so konnte ich ein bisschen flexibler sein.
00:09:32: und ja hab dann angefangen eben Fitness-Training damals, ich weiß grad den Studiengang gibt's gar nicht mehr so zu studieren?
00:09:39: Gibts noch?
00:09:40: Okay genau, aber das hat sich so ein bissel geändert.
00:09:44: Und bin dann auch echt an meine Grenzen gekommen, muss ich ehrlich sagen.
00:09:46: Weil das Problem war nicht aufs Studium.
00:09:48: Das hat super funktioniert und flexibel.
00:09:51: Ich habe wenig geschoben aber wenn das mal war... ...ich wurde da total abgeholt.
00:09:55: Was schwierig war einfach die Präsenz natürlich im Unternehmen.
00:09:59: Da sagen ganz viele ja wir finden das gut!
00:10:02: Wir unterstützen dich, wir wollen das!
00:10:05: Aber das in der Fitnessbranche sehr viel nach Feierabend stattfindet weil es für mich mit Trainingszeiten sehr schwierig ist.
00:10:12: Dann habe ich irgendwann auch über ein paar Stationen einen sehr, sehr guten Ausbilder gefunden.
00:10:17: Auch einen großen Verein der mir das dann auch ermöglicht hat mehr in den Vormittag zu legen, flexibler zu sein und ... Dann hat das wirklich super funktioniert und ich habe sehr viel gelernt.
00:10:28: Ich wollte auch unbedingt in diesem Bereich studieren, weil ich auch wissen wollte, was mache ich eigentlich?
00:10:33: Also diese ganze Trainingslehre und sowas, ne?
00:10:35: Ich wollte nicht immer nur abarbeiten und sagen okay du musst es jetzt machen, weil sondern ich wollte es auch verstehen!
00:10:40: Und das hat mir super viel auf meinem Weg geholfen.
00:10:43: Hattest dir dann tatsächlich auf der Matte selbst in einer oder anderen Situation etwas gebracht, dass du ein bisschen besser verstanden hast warum jetzt, was gerade passiert oder wie du es jetzt auch besser machen kannst ohne dass der Trainer dir alles nochmal von außen erklären muss?
00:10:57: Ja, tatsächlich.
00:10:57: Also das war dann wirklich so mein Masterstudiengang den ich dann auch bewusst mich dafür entschieden habe mit diesem Schwerpunkt-Spopstheologie und da hab' ich so viel... Es hat mich einfach interessiert diese ganze Materie ohne dass sich jetzt... Das war teilweise ja noch ein bisschen... Man muss ja ein Problem haben, wenn man mit einem Psychologen spricht und so was.
00:11:15: Und ich war damals schon so einfach neugierig auf das... ...und die Dozenten waren so super damals der Hans-Dieter Herrmann.. ..und die anderen so viel erzählt auch von ihrer Arbeit im Leistungssport.
00:11:24: Das hat mich so gecatcht!
00:11:25: Ich war so froh weil.
00:11:26: dadurch bin ich dann auch.
00:11:28: an meinen Psychologen gekommen, der maßgeblich meine Karriere beeinflusst hat und mich erfolgreich gemacht hat.
00:11:34: Und diese ganzen Dinge – ich habe meine Master-These dann auch darüber geschrieben wie man mental trainieren und arbeiten kann in der Sportart ringen mit ihnen gemeinsam so ein Konzept erarbeitet und das hat ganz viel mit mir gemacht einfach!
00:11:49: total viel mich auch selber hinterfragen lassen, mir viel gegeben für meine eigene mentale Arbeit und eben einfach ganz banal der Kontakt zu meinen Psychologen.
00:11:59: Der ihr Kollege war ja dann gesagt, hey mach das doch einfach!
00:12:03: Und deswegen gar nicht geplant so aber hat dann wirklich viel positiven Einfluss auf meine Karriere genommen.
00:12:12: Ja, hört sich auf jeden Fall so an dass.
00:12:13: Das bringt mich dann auch schon nochmal zur nächsten Frage, denn wir springen jetzt mal ganz weit weg.
00:12:18: Nämlich nach Tokio.
00:12:20: Da sollten ja eigentlich damals im... in den Jahr- und zwanzig die Olympischen Spiele stattfinden.
00:12:25: Dann kam Corona.
00:12:26: Deswegen wurden die Olympische Spiele dann auf dem Jahr-und-zwanzig verschoben.
00:12:30: Allein das ist ja auch schon eine Situation ... Die ist nicht normal, mit der muss man dann ja auch mental umgehen können.
00:12:37: Weil du warst eigentlich bereit, im Jahr zwanzig da auf die Mathe zu gehen und dann hat sich das alles irgendwie verändert.
00:12:42: wie war das für dich?
00:12:43: Und was hat es dir da auch gebracht?
00:12:46: Ich war nicht nur bereit ich habe natürlich auch so ein bisschen darauf hingefiebert.
00:12:49: also ich hab tatsächlich zum Jahr zweitausendsechzehn bei meinen ersten dünnbischen Spielen nicht geliefert Wusste dann, okay, mach ich das Ganze noch mal vier Jahre.
00:12:58: Das Leben ist sehr intensiv!
00:12:59: Wie gesagt, ich hab da nebenher damals meinen Master gemacht, meine Thesis in der Vorbereitung geschrieben zwischen Training und... Und ich dachte mir, boah jetzt arbeiten wir auch cool aber muss man ja auch ein bisschen mehr Geld verdienen?
00:13:10: Und das geht natürlich also ganz viele Fragezeichen.
00:13:13: Da war für mich klar ok, im Jahr zwanzig ein olympischen Zyklus, also vier Jahre häng' ich dran, dann ist aber Schluss, dann will ich Geld
00:13:20: verdien.".
00:13:21: Kinder kriegen, keine Ahnung.
00:13:23: Ziele Träume die es sonst noch so gibt verfolgen und dann kommt das nochmal dass man nochmal ein Jahr dran hängt.
00:13:29: nicht nur mental war das natürlich schwer sondern auch einfach mein Körper also klingt jetzt so dumm.
00:13:33: aber mit Ende zwanzig ist man einfach auch nicht mehr so Training, wie das ist mit Anfang zwanzig.
00:13:41: Also ich musste ganz anders lernen zu trainieren, mitharten jeden Abend die Knochen dermaßen weh.
00:13:45: Wie gesagt Ringen ist sehr, sehr hart und tut auch unter Umständen sehr weh.
00:13:50: und dann wusste ich Boah jetzt muss ich das Ganze nochmal ein Jahr länger machen plus dann in dem Wissen es gibt eine Pandemie und man muss sich eigentlich fernhalten von Menschen in einer Vollkontakt Sportart du kannst dich jederzeit infiziert.
00:14:01: also so viele Fragezeichen und war echt dann auch bisschen frustrierend.
00:14:06: Auf der anderen Seite war es dann aber auch so.
00:14:08: Ich hatte gewusst, dass eine Wechse ein paar andere Situationen sind gekommen... ...dass mein Trainer meinte hey!
00:14:15: Wir haben jetzt noch einen Jahr lang Zeit besser zu werden und ich habe gesagt ja du hast recht.. ..ich bin als Letzte in diese Gewichtklasse aufgestiegen.
00:14:22: Ich bin trotzdem glaube ich von all denen noch irgendwie die gesündeste.
00:14:27: Wenn ich das gut mache mit allen meinen Wissen was ich gelernt habe über Ernährung, übers Schlaf, über Regeneration usw.
00:14:35: dann kann das Jahr ein großer Gewinn sein.
00:14:37: Und tatsächlich, da ich das dann Kurzarbeit war und all diese ganzen Dinge die für viel total doof waren haben sich für mich Dürrm geöffnet.
00:14:46: zeitliche Ressourcen auf einmal ne?
00:14:48: Ich konnte viel mehr mich regenerieren zwischen den Trieringsanheiten weil ich nicht soviel arbeiten musste.
00:14:53: Das ging alles auch digital.
00:14:55: Ich konnte noch mal intensiver die mentale Arbeit machen mit meinen Psychologen und Mentaltrainer, ich hatte dafür mehr Zeit.
00:15:02: Wir waren gezwungen dazu neue Wege zu gehen weil das Training einfach anders war und am Ende hat dieses eher negative Ereignis bei mir dazu geführt dass alles besser geworden ist.
00:15:13: Weil eins weiß ich sicher?
00:15:18: wäre ich hoffentlich gut gewesen, aber hätte ich sicher nicht Gold geholt.
00:15:21: Ich war erst ein Jahr später bereit auch mental, auch mit allem irgendwie dieses alles noch einmal zu machen.
00:15:27: okay jetzt rühre mich nochmal.
00:15:28: mein letzter Obermeisterschaft jetzt, sich auch zu akklimatisieren mit diesem Virus.
00:15:32: und wie trainieren wir jetzt?
00:15:34: Und ja also wurde aus diesem Nachteil eigentlich für mich ein großer Vorteil und das hat alles zu der Geschichte dann irgendwie dazugehört.
00:15:45: sehen konntest.
00:15:46: Also am Anfang ist es ja natürlich erstmal voll frustrierend, wenn man dann gesagt bekommt okay jetzt ist der Weg hier also er ist nicht zu Ende aber er verläuft jetzt mal ganz anders als vorher gesagt wurde und man also zur mentalen Vorbereitung auf was gehört?
00:16:00: Ja natürlich auch dass man sich auf konkrete Situationen vorbereitet und die war ja erst einmal weg.
00:16:05: wie lange hat's gedauert bis du da umswitschen konntes auch?
00:16:11: war natürlich das gute Gefühl Erleichterung da, weil im Raum statt natürlich auch dass die Spiele abgesagt werden.
00:16:17: Und als dann klar war sie werden nur verschoben... Da war meine allergrößte Angst... Oh Gott!
00:16:25: Dieses Ziel wo ich seit Jahren noch Bearbeitete fällt einfach aus.
00:16:30: Die war dann weg.
00:16:31: Das heißt er war schon mal am ersten Ding Erleicherung und Da hab ich aber wirklich mir das kurz mal offen gehalten und gesagt, okay alles klar kann.
00:16:39: Und will ich das?
00:16:39: Weil wenn ... Ich will das nur mit hundert Prozent.
00:16:41: also ne... Ich mache das voll oder gar nicht!
00:16:44: Als dann irgendwie um mich herum auch alle so mein Arbeit geht bei meinen Sponsoren die ich dann endlich hatte.
00:16:50: Alle trotz dieser ganzen Unsicherheiten auf wirtschaftlich gesagt haben egal Wir bleiben bei dir auch ein Jahr länger und wir warten auch dass du hier anfängst richtig zu arbeiten noch an.
00:16:59: Dann war das für mich natürlich auch so'n Zeichen wo ich dachte ey komm wenn die alle das auch die Familie, so dahinter stehen.
00:17:07: Also ich kann mich ein Jahr noch zusammenreißen und wie gesagt mein Trainer war dann der ausschlaggebende Punkt, der dann so meinte hey das ist sein Geschenk wir brauchen noch ein Jahr du wirst nur noch besser werden in diesem einen Jahr und das ging dann schleichend.
00:17:20: Ich wusste natürlich nicht wie gut dieses Jahr mir tut.
00:17:25: man muss dazu ja auch sagen ich hatte auch einfach Glück.
00:17:26: ich habe eine ganz sportverrückte Familie da wo alle nicht trainieren konnten, wo alle in meinem Keller einen großen Kraftraum, der natürlich vor allem gesperrt war.
00:17:37: Weil mein Schwiegervater ist so Hobby-Body-Bilder also ich konnte da weiter trainieren.
00:17:41: Ich habe mit meinen Ehemannn jemanden der Leistungssportler wahr im Ringen, der dann mein Trainingspartner geworden ist und wir haben dann in so einem Studio unsere Mathe ausgelegt.
00:17:49: Also das sind alles Dinge... Das hat sich so ergeben, dass haben wir nicht geplant.
00:17:54: Da haben wir einfach spontan reagiert und ich hab dann erst im Laufe der Zeit gemerkt, boah ey!
00:17:58: Das ist ein riesen Vorteil.
00:18:01: Vieles erkennt man auch erst im Nachgang.
00:18:03: Also ich muss sagen, ich habe dann schnell gelernt wie immer im Sport Dinge zu akzeptieren die man nicht ändern kann.
00:18:08: das ist auch glaube ich der Schlüsse einfach zu akzipieren und zu sagen ich mecke jetzt nicht noch wochenlang Ich verliere nur Energie wenn ich jetzt hier mecke oder rum jammer Sondern ich bin dankbar dass ich überhaupt noch die Chance bekomme Dann halt ein Jahr später.
00:18:20: Und dann ändert sich natürlich alles in Kopf wenn man es einfach dankbar annimmt anstelle immer zu sagen, ja eigentlich wäre ich jetzt im Urlaub.
00:18:33: Okay und dann im Endeffekt dann im August-Zweißen-Einundzwanzig ging es dir denn vor dem letzten Kampf?
00:18:41: Wie groß war der Druck oder die Freude?
00:18:44: was hat den Moment überwogen und wie hast du's geschafft in dem Moment auch wirklich nicht die Nerven zu verlieren unter diesem Also Druck, der auch positiv ist ja von allen Seiten.
00:18:53: Die Erwartungshaltung, die man dir einfach in so einer Situation an eingerichtet ist... Was geht ihr dann da so durch den Kopf?
00:18:59: In den letzten Minuten vor dem Kampf zum Beispiel?
00:19:02: Ja!
00:19:02: Die Kunst ist das, dass dir das alles nicht im besten Fall durch den Kopf geht sondern dass du dich auf das hier und jetzt fokussierst.
00:19:08: und ob das was du halt beeinflussen kannst Und das war ganz klar der Inhalt der mentalen Arbeit Das wirklich mir das gelingt egal Was danach kommt, wer danach kommt das wissen wir ja auch nicht.
00:19:20: Wer steht da uns dann immer ein Gegenüber bis es dann soweit ist und wirklich im Hier-und-Jetzt zu sein wirklich den Fokus auf dich zu legen die Dinge die du beeinflussen kannst und voll deine Kompetenz auszuschöpfen?
00:19:35: Das ist mir da gelungen, trotz einiger Wackeler natürlich.
00:19:37: Weil das ist immer so... Da wird man nervös und hab ich auch gemerkt, okay alles kleine Situationen hatten wir noch nie!
00:19:42: Man kann sich darauf nicht vorbereiten.
00:19:44: jetzt steh' ich hier im Finale wo die Bücher scrollt und plötzlich werden um dich herum alle so n bisschen nervös.
00:19:48: Ja
00:19:48: genau.
00:19:48: Und dann gab's
00:19:49: echt den Moment wo ich es so.
00:19:50: dann ich gesagt habe Leute is ok dass ihr nervös seid aber lasst das bitte bei euch.
00:19:55: Ich muss jetzt mal hier raus weil das überträgt sich natürlich ne?
00:19:59: Es war so beides.
00:20:00: also es war Freude Es war Druck natürlich ohne Ende, trotz allem.
00:20:04: Es war aber auch ein bisschen Wehmut weil ich wusste okay das ist jetzt das Ende egal was passiert.
00:20:11: ich höre jetzt auf also sind sehr viele Gefühle in dem Moment und es ist wie gesagt nie planbar dass das alles aufgeht weil alle die da hinkommen sind in der Form ihres Lebens im besten Fall all die dahin kommen haben sich darauf vorbereitet und am ende war so ein bisschen dieses ganze mentale dieses ganze war mein Vorteil.
00:20:32: Aber wir waren auch ganz klar, dort angereist mit dem Wissen.
00:20:35: Alles ist möglich!
00:20:36: Wenn ich alles zusammenbringe dann ist Gold möglich.
00:20:39: Ein kleiner Wackeler ein kleiner Fehler und ich fliege raus.
00:20:42: also das weit direkt.
00:20:43: erste Runde ist die Amthin Olympia Siegern ausgeschehen so dann läuft es dann ja vorbei.
00:20:46: die steht da Wein trennen du denkst hier so okay alles klar so läuft das hier?
00:20:53: Das ist mir und ich sage immer uns, weil das war eine Teamarbeit.
00:20:57: Das ist uns halt gelungen mich da irgendwie in der Bahn zu halten.
00:21:01: Wir haben uns auf jedes Szenario vorbereitet.
00:21:03: also wie gesagt mein team und ich wir haben so ein buch geschrieben was mache ich wenn ich nicht schlafen kann Wenn ich Panik bekomme zu müde werde.
00:21:14: Also alle möglichen Reaktionen, was mache ich wenn die Gegnerin kommt?
00:21:17: Ich hätte auf jede Gegner in einem Profil erstellt.
00:21:20: Ich habe visualisiert mental gearbeitet welche Techniken gehen gegen wen?
00:21:24: also komplett übertrieben
00:21:26: auch ein bisschen.
00:21:27: aber für mich war das so.
00:21:28: ich wusste in der Theorie in jeder Situation was zu tun ist und die Frage ist kann ich es abrufen oder nicht?
00:21:36: Würdest du sagen Du hast dich mental mehr vorbereitet als körperlich oder hat sich das so die Waage gehalten?
00:21:43: Also die körperliche Arbeit, das ist natürlich gerade im Ringen-Ringen.
00:21:49: Das ist eine komplett physische Sportart aus A und O. Da steht dann zehn Einheiten die Woche gegen zwei mentale Einheiten in der Woche so.
00:21:56: Aber das mentaler Training ergänzt hat es bei mir auch ergänzend weil je älter ich wurde und je schwieriger dass auch mit dem Regenerieren war haben wir einfach auch das genutzt trotzdem mental zu trainieren.
00:22:08: Es
00:22:09: ist
00:22:09: bewiesen, dass wenn ich Bewegungen visuell erlebe in meinem Kopf das dieselben Synapsen aktiv sind wie wenn ich sie wirklich auf der Mathe mache.
00:22:17: und ich wusste ich kann nicht zweihundert mal die Technik üben.
00:22:21: Ich kann sie nur hundertmal üben aber ich kann sie dafür noch hundert Mal hier oben machen ohne dass sich dadurch irgendwie körperlich gefordert bin.
00:22:28: Und so haben wir alles ein bisschen kombiniert.
00:22:30: und da gibt es sehr viele Möglichkeiten, sehr viele Strategien.
00:22:34: Aber man muss halt auch die Richtigen finden.
00:22:37: Ganz klar das harte Training, die harte Arbeit.
00:22:39: Das Kloppen auf der Mathe hat dominiert aber es hat sich halt ergänzt.
00:22:45: Ja zum also klopfen auf der mathe.
00:22:49: was wir am Anfang kurz gesagt hatten du hast ein Riesenteam auch hinter dir.
00:22:52: trotzdem ist wie gesagt ja ringen generell so ein bisschen immer noch Männer dominiert sage ich jetzt mal Wie war das denn für dich als frau dann?
00:23:00: Jetzt auch über die jahre hinweg So vom Team Spirit Air, auch unter den Männern und Frauen gemeinsam.
00:23:07: Ich meine dein Mann kommt auch aus dem gleichen Sport.
00:23:10: Wie habt ihr beide denn quasi diese ganzen Entwicklungen erlebt?
00:23:13: Hattest du das Gefühl dass es für dich als Frau an manchen Punkten schwieriger war oder anders war als für deinen Mann zum Beispiel?
00:23:21: Ja hundertprozent War immer so ist immer so Ist heute noch so.
00:23:25: Also die Frauen haben es schwerer in dieser Sportart.
00:23:28: Mein ganzes Team war männlich.
00:23:30: Das sagt natürlich auch schon viel aus hätte jetzt alle froh dabei sein können.
00:23:34: Ich bin dankbar, gar nicht falsch verstehen.
00:23:36: Ähm ich bin auch jemand...ich mach da jetzt keinen großen Unterschied so.
00:23:40: So!
00:23:40: Ich bin aber auch aufgewachsen eben mit einem Bruder ne?
00:23:43: Mit immer in dieser Gruppe wo nur Jungs sind und ich alleine.
00:23:47: Aber ich hab das Ich habe jede Phase zu sagen, ihr lebt.
00:23:51: Also ich bin in den Hallen gekommen wo die Trainer sagen ne du kannst hier nicht sein.
00:23:54: Wenn sie sagen warum kann ich hier nicht?
00:23:56: Aber du bist bei einer Frau und ich sage ey aber ich trainiere härter als die.
00:23:59: also ich musste mir teilweise wirklich einfach auch dem Platz im Training erkämpfen so.
00:24:04: Und da war alles dabei von kompletter Ablehnung zu.
00:24:08: dann boah ey du bist echt eigentlich fleißig und du darfst hier bleiben.
00:24:11: zu irgendwann der Liebling weil wenn man dann erfolgreich ist Ich brauchte auch keine Sonderbehandlung.
00:24:19: Bei mir war natürlich auch der Vorteil, ich war in der höchsten Gewichtslasse bis zu seventy Kilo.
00:24:25: Das ist die mittlere Gewichtstaste bei den Männern.
00:24:26: da gibt es Männer wie Sand am Meer so als Trainingspartner.
00:24:30: das heißt ich habe auch eigentlich überwiegend nur mit Männern trainiert in Deutschland und für mich war das ein Riesengewinn dass es eine männerdominierte Sportart ist aber gleichzeitig auch die größte Challenge.
00:24:40: und ja wenn du dann immer mal erfolgreich bist dann ändern viele auch ihre Meinungen.
00:24:46: Dann haben trotzdem immer noch viele Stimmen im Hintergrund, die sind immer da.
00:24:51: Aber ich merke erst bis heute.
00:24:53: Es gibt so viele Männer, die ähnlich erfolgreich waren oder vielleicht ein bisschen besser ... Das Standing ist ein anderes!
00:25:01: Wenn wir Anfragen bekommen für Vorträge, dann wird da höher eingestiegen als bei mir weil ich halt eine Frau bin.
00:25:10: Das sind halt so Sachen, das ist wie mit jeder anderen Branche.
00:25:15: Ich bespiele dieses Thema nicht gerne aber das ist im Leistungssport und in Frauenringen ganz groß.
00:25:21: Und nicht weil man sich nicht ändern will oder weil alle die Augen schließen.
00:25:24: ich finde es wird sehr viel besser.
00:25:26: auch die Trainer werden entwickeln sich gut weiter.
00:25:29: ich hatte ein ganz tolles Team dass mich voll als Person auch mit dem Wunsch nach Karriere und auch mit den Wunschen nach Familie irgendwann so, dass ich einen Partner habe.
00:25:38: Und die haben mich da voll ernst genommen.
00:25:40: aber das hat halt nicht jeder.
00:25:43: Es ist ganz klar so, wenn es vielleicht nicht alle Männer oder Jungs bestätigen, die Mädchen haben es viel schwerer in der Sportart.
00:25:49: Wir haben keine Bundesliga wir können uns keinen Center zu verdienen.
00:25:53: Wir kriegen viel weniger sponsoringen Möglichkeiten niemand... Also überhaupt der Leistungssportringen ist in der Nahrungskette ganz unten, was Sponsoring und Unterstützung angeht.
00:26:02: Aber das Frauenringen sind nochmal so viel weiter unten als bei den Männern einfach weil die Lobby noch kleiner ist.
00:26:09: Unsere Supporter Nummer eins sind unsere Eltern Und dann kommt ganz lange erst mal nichts.
00:26:15: Hast du an der Stelle vielleicht noch ein Tipp für junge Frauen, die jetzt zuhören?
00:26:18: Die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind dass sie versuchen sich egal ob das jetzt im Frauenring oder in irgendeiner anderen Sportart ist wo sie eben als Frau Grad so ein bisschen schwerer ist, haben den Fuß in die Tür zu bekommen.
00:26:29: Ein Tipp für die was sie machen können oder wie es ihnen vielleicht leichter fällt durchzuhalten und noch dreimal mehr Widerworte zu geben?
00:26:37: Ja also ähm genau wiederworte geben ist ein gutes Stichwort.
00:26:42: dass ja hinterfragen ja aber nicht sinnlos diskutieren weil das war's bei mir irgendwann wir waren immer zu doof.
00:26:48: ich hab gesagt okay alles klar Ich zeig's euch.
00:26:52: So, ne?
00:26:52: Prove them wrong!
00:26:53: Du kannst nicht anders machen und du kannst sie nur mit Leistung, mit Taten überzeugen.
00:26:58: Und wenn du das dritte Viertel mal abgewatscht wirst... ...nicht nach Hause zu gehen, Motsick zu sein.
00:27:03: natürlich war ich auch sauer.
00:27:04: Aber da wieder, ja man, nicht meckern, nicht schimpfen oder das kurz tun und dann wieder in die Handlung kommen und das einfach akzeptieren und denen das zeigen.
00:27:13: Weil das habe ich wirklich gelernt, dass ist das was an alle beeindruckt.
00:27:18: dann hatte ich sie wirklich voll hinter mir, die Leute.
00:27:23: Weil die halt wirklich auch sagen okay trotz allem du hast dich durchgesetzt.
00:27:28: und ja das ist glaube ich das einzige.
00:27:31: natürlich Ich würde gerne andere praktikable Tipps geben.
00:27:35: oder wenn du dich da und dahin aber Die habe ich nicht außer dass du durchhältst Und dass du den zeigst mit deiner Leistung.
00:27:41: und der heißt nicht dass Du Weltmeister werden musst weil das ist überhaupt gar nicht planbar sondern dass du einfach fleißig bist, dass du immer wieder kommst und nicht jammerst.
00:27:51: Und das machen die Mädels auch nicht!
00:27:53: Also beim Ringen die Mädchen sind so zähl und auch die Frauen, die jammern da nicht rum und irgendwann überzeugst du sie?
00:28:00: Bin ich auch überzeugt von... Wir Frauen haben es ja generell auch mit dem Training nicht.
00:28:05: immer so leicht.
00:28:05: Und das wird ja auch gerade immer wieder populärer.
00:28:07: tatsächlich, also zyklusprasiertes Training ist aktuell gefühlt in aller Munde.
00:28:11: Wie ist das denn im Ringen?
00:28:13: Also ich meine es ist ja grade da wenn du sagst mit männlichen Trainingspartnern trainiert.
00:28:18: ne Du als Frau hast da zyklische Schwankungen während die bei Männern nicht oder kaum da sind.
00:28:24: wie hat sich das dann umsetzen lassen?
00:28:26: oder hast du das groß gemerkt?
00:28:29: Also bei mir ist das so dass da jetzt noch nie so viel Einfluss draufgenommen wurde, beziehungsweise auch von meiner Seite.
00:28:36: Ich bin so zu mir selber ein bisschen Typgeneral.
00:28:39: So komm jetzt jammer nicht!
00:28:42: Das ist auch nicht immer gut.
00:28:43: aber ich habe das gemerkt dass du die Generation nach mir viel intensiver damit arbeitet, dass wir jetzt auch wirklich ein paar Projekte da hatten und wir sind ja eine Gewichtsklassensportart.
00:28:52: allein deswegen ist es ja super wichtig weil die Gewichtsschwankungen enorm sind.
00:28:57: Ich weiß nur, dass in meiner Vergangenheit das für mich persönlich ein gewisses Thema war.
00:29:02: Natürlich eben Gewicht machen.
00:29:04: Solange ich Gewicht gemacht habe, solange ich immer viel abnehmen musste, musste ich mein Zyklus irgendwie kontrollieren und Zaum halten, Rummonell verhüten, einfach solche Dinge tun damit ich nicht kurz von einem Wettkampf drei, vier Kilo zulehme.
00:29:16: Das ist alles auch passiert?
00:29:17: Und da ist natürlich doppelt schwer das wieder abzunehmen weil das Wasser weiß ja jede Frau... Das musste ich damals mir so ein bisschen Learning by Doing oder einfach so mich selber reinfuchsen, das ist jetzt natürlich schon viel besser.
00:29:31: Und es auch super Intelligenz zu trainieren und da einfach auf sich achten zu geben.
00:29:34: Es gibt ja wirklich diese Studien, dass man eine wunderbare Situation da einfach hat.
00:29:39: Ringen ist super hart!
00:29:42: Verletzungsanfällig, wenn du so eine Phase hast oder weißt wie dein Körper reagiert.
00:29:47: Dann ist das natürlich nur schlau nicht zu provozieren auch einfach präventiv all diese Dinge.
00:29:52: Das wird bei mir jetzt nicht so gemacht.
00:29:54: ich habe nur ganz bewusst dann irgendwann auch selber gemerkt okay alles klar.
00:29:57: zum Beispiel Hormone unterdrücken meinen Muskelaufbau.
00:29:59: Wenn ich weibliche Hormon konsumiere um das zu machen Dann werde ich nie die Muskelmasse aufbauen, die ich könnte.
00:30:07: Das habe ich dann ganz bewusst irgendwann gelassen, als ich zunehmen musste und all diese Dinge.
00:30:11: aber das war so ein bisschen aus Eigeninitiative Und jetzt ist es schon besser.
00:30:15: Ich finde das könnte noch bewusster sein.
00:30:18: Das muss natürlich auch von Athletinnen und von Trainern gewollt sein.
00:30:22: Vielens auch ein bisschen zu intim.
00:30:24: Wir kommen sowieso sehr nah.
00:30:25: deswegen muss man vielleicht nicht alles teilen.
00:30:29: Aber zur Trainingssteuerung und einfach das Wissen darüber, das finde ich schon sehr wertvoll.
00:30:34: Ja definitiv!
00:30:35: Und ich find's auch sehr schön dass du auch sagst es muss auch bei den Trainern eben auch ankommen weil das ist ja auch oft so ein bisschen dieses.
00:30:41: dann kommt man als Frau uns Training sagt heute is schlecht weil und dann ist die erste Reaktion sehr lange Zeit gewesen.
00:30:49: So ne?
00:30:50: Müssen wir jetzt erst mal gucken wie wir damit umgehen und es ist aber nicht dieses okay wir gucken wir da mit umgehen wir holen das Beste raus sondern als erstes kommt dieses Und ich glaube, das ist gerade auf einem sehr schönen Weg auch in allen Ebenen.
00:31:05: Dann gucken wir mal ein bisschen auf.
00:31:07: heute sozusagen du bist heute Mama und auch als Speakerin unterwegs.
00:31:11: was hat sich denn so alles seit Olympia dann bei dir getan?
00:31:14: Weil Du hast gesagt es war der Peak!
00:31:15: Das war das Highlight und auch das Ende vom Sport sozusagen dann in dem Moment und seitdem hat sich ja auch einiges nochmal getan.
00:31:25: Ja, also das war so der nächste krasse Cut in meinem Leben den ich irgendwie nicht so... Was ihr doch geplant hatte.
00:31:32: Ich sah schon aber der mich einfach auch ein bisschen umgehauen hat.
00:31:35: Also wie sagt mein Wunsch war immer Olympia-Sigarin zu sein und eine Familie zu gründen.
00:31:41: Dass das alles so schnell passiert habe ich irgendwie nie gedacht.
00:31:44: Habe ich mir gewünscht ohne zu wissen was das bedeutet einfach?
00:31:47: Und klar dann kommt dieser Olympiasieg und der sowieso alles durcheinander wirbelt.
00:31:52: plötzlich will ja deine Meinung wissen.
00:31:55: Das fand ich eh sehr ... auch manchmal mal körper, jetzt negativ auszudrücken.
00:31:59: Wo ich so dachte hey, ich hätt das echt vor drei Jahren.
00:32:02: Hätte ich euch das Verlau erzählt.
00:32:04: Jetzt habe ich das einmal gewonnen und jetzt um einmal mit einer Meinung wissen, natürlich hab' ich das genutzt!
00:32:09: Und ich bin da auch dankbar für gar nicht falsch verstehen.
00:32:12: Ich bin auf jedes Event wo ich eingeladen wurde hingegangen, wo ich konnte... ...ich fand es natürlich auch mega toll.
00:32:18: Das hat mich super geährt.
00:32:19: Hab versucht es auch für meine Sportart bisschen zu machen die zu repräsentieren.
00:32:23: Bin aber dann eben parallel schwanger geworden und hab so diese üblichen Anfangsprobleme gehabt.
00:32:30: Da durfte das ja auch noch, was heißt Durft?
00:32:31: Aber man erzählt es ja am Anfang auch nicht so.
00:32:34: Und dann stand ich bei der goldenen Händel.
00:32:36: ein wunderschöner Abendgeschmink gerichtet alles, was man so... und ich stand auf dieser Biene und ich dachte mir die ganze Zeit oh Gott!
00:32:43: Oh Gott, mir ist so schlecht!
00:32:44: Nicht brechen, nicht brechen so
00:32:46: ne?!
00:32:47: Ich stell dir das mal vor, dass wäre so der Nächste.
00:32:49: Also es war so Alles dabei in diesen zehn Monaten nach den Olympischen Schwierigen von wahnsinniger Freude, Überforderungen.
00:32:57: Auch Stress!
00:32:58: Ganz anderer Stress auf einmal.
00:33:00: Von jeden Tag Training zu fünf Wochen... Ich habe fünf Kilo in fünf Wochen abgenommen weil ich überhaupt gar nicht mehr trainiert hab.
00:33:06: Ich bin nur noch gereist, habe ein paar Partys besucht dann war ich schwanger und da habe ich damit aufgehört.
00:33:11: Also das war so vorgewählt.
00:33:15: Da kam mein Sohn auf die Welt, der hat natürlich alles wieder verändert.
00:33:20: Ich hab mich da schon vorbereitet und ich wusste aber trotzdem nicht was das bedeutet und wie krass das einfach dein Leben noch mal einschneidet im positiven Sinne, aber auch immer rausvoll an den Sinn.
00:33:33: Ihr habt da auch eine Weile gebraucht, muss ich ganz ehrlich sagen.
00:33:36: Ich bin so nicht die, die das Kind auf die Welt gewonnen hat und dachte jetzt.
00:33:40: Ich musste erst mal lernen dieses Zuhause sein mehr, dieses wirklich Gebrauch werden von einem Menschen all deine Bedürfnisse so hinten anzustellen.
00:33:48: als Leistungssportler guckst du nur erstmal nach dir.
00:33:51: Du schläfst so viel wie du musst!
00:33:52: Du isst das was du willst und immer... Das ist alles durchgeblieben und plötzlich Ist du gar nicht mehr warm und einfach so zwischendurch irgendwas?
00:34:00: Du schläfst so gut wie gar nicht.
00:34:02: Da ist jemand, der dich so
00:34:03: braut.".
00:34:04: Das hat eine Weile gedauert mich da einzudrofen.
00:34:06: ich war dann immer noch sehr gefragt auch als Spickerin für den DOSB unterwegs also als Botschafterin.
00:34:14: das waren alles tolle Dinge die ich nicht aufgeben wollte die natürlich aber mit einem sechswochen alten Baby heftig war durch die ganze Republik zu fahren irgendwie Sachen zu machen stillend.
00:34:26: Also das war wirklich vor Gewild und es war alles dabei bei mir.
00:34:29: Und jetzt, so ein paar Jahre später bin ich genau da wo ich sein will.
00:34:35: Mir fehlt manchmal die Ringermatte.
00:34:37: Ich wäre gerne öfter... Die Mieter auf der Mathe würde gerne auch ein bisschen als Trainerin mehr machen oder unterstützen die Praxis.
00:34:45: Das geht gerade einfach nicht mit zwei kleinen Kindern, ich habe mich bewusst dazu entschieden diesen eher bürokratischen Job im Verband zu machen weil er bedeutet ich kann zu Hause sein Ich kann meine Aufträge machen und Vorträge halten Und ja meine Familie hält wieder extrem den Rücken frei.
00:35:05: Wie gesagt, ich versuche jetzt auch im Hier und Jetzt zu leben das Beste drauszumachen.
00:35:09: Aber ja hab jetzt genau die gleichen Herausforderungen wie jede andere Mutter auch gearbeitet.
00:35:13: also da unterscheide Ich mich Null Komma Null So.
00:35:16: ich wache jeden Morgen Todmüder auf und denke mir wie soll ich das heute alles schaffen?
00:35:20: Und ich schaffe dass so wie jeder andere Mama auch und deswegen Ich werde oft gefragt und nügelsiger als wirklich krass.
00:35:26: aber Mama sein ist Mama sein mit allem anderen Ist viel viel krasser.
00:35:31: Also Schaporen alle die das hier in takt noch
00:35:34: Auf jeden Fall.
00:35:36: Und du schaffst dann ja auch teilweise, hast du noch gesagt, nebenbei als Spiegerin dann auch an dem ein oder anderen Abend trotzdem nochmal auf einer Bühne zu stehen?
00:35:43: Da warst du unter anderem bei unserem Aufstiegskongress in Mannheim dabei mit deinem Vortrag Willeschlägtalent Richtig gut.
00:35:50: nochmal passt hier zu dem was du am Anfang gesagt hast, dass es am Anfang für dich auch ein bisschen schwierig war hier im Ringen auch dich durchzusetzen aufgrund des Talentes.
00:36:01: Wie war's denn dann plötzlich so auf der Bühne zu stehen?
00:36:03: Auch als Speakerin?
00:36:04: und was ist dir bei den Vorträgen besonders wichtig was darüber kommen soll?
00:36:10: Das ist halt auch sowas.
00:36:10: jetzt habe ich eigentlich gar nicht geplant.
00:36:12: Es hat sich schon so ein bisschen aufgetan Bei Interviews oder so das ich ganz gut sprechen kann.
00:36:18: Vielleicht meine reinische Schnauze mir hilft, weil ich eigentlich wenig nachdenke und einfach rede.
00:36:22: Das ist manchmal gut, manchmal schlecht!
00:36:25: Aber ich habe jetzt nie geplant, dass sich irgendwie als Speakerin durchstattet nach dem Spielen.
00:36:29: Aber es kann man halt so anfragen plötzlich auch das hat sich in diesen ersten Monaten dann ergeben und dann hat mein Management da wirklich auch cool reagieren gesagt hey lass uns das versuchen.
00:36:39: wir glauben das könnte gut klappen und dann haben wir wirklich ein Windeseile auf die Beine gestellt und dann lief das einfach gut Und die Leute haben da so bisschen was mitgenommen.
00:36:50: Ich hab dann richtig gemerkt wie viel Spaß mir das macht weil so kannst du irgendwie deine Leidenschaft wieder so teilen mit dem Sport.
00:36:56: Du bringst den Leuten das irgendwie näher, aber du kannst auch einfach von deinen Erfahrungen erzählen.
00:37:01: manchmal fühle ich mich ein bisschen alt klug weil da sitzen teilweise Geschäftsleute die so viel in ihrer Dings erreicht haben und dann kommt ich und erzählt ihnen irgendwas von Erfolg.
00:37:11: Aber irgendwie ist es auch das Spannende dass egal welches sparte egal welcher Bereich fast alle irgendwann auch schon mal sport gemacht haben alle irgendwie auch schon einmal Druck gespürt haben alle auch irgendwie Situationen hatten.
00:37:24: Ich hab dann gemerkt, dass viele das nachvollziehen können.
00:37:27: Ich erzähl eigentlich genau das von meiner Geschichte, wie ich das alles angefangen hat und was mir Leute beigebracht haben.
00:37:35: Mein Psychologe, mein Mentaltrainer, meinen Trainer, meinen Team ... Was ist mir besonders wichtig?
00:37:43: Authentisch zu sein!
00:37:46: Das fällt mir relativ leicht, weil's meine Geschichte ist.
00:37:49: Ich habe auch kein Skript.
00:37:50: Ich hab meine Powerpoint, aber ich erzähle eigentlich jedes Mal ein bisschen was anderes.
00:37:56: Die Message ist zwar die gleiche, aber nicht dass ich das sage oder wie ich es sage und ich lieb's einfach auch danach so... mit denen in den Austausch zu kommen.
00:38:06: Und das war beim Aufschiegskompress natürlich besonders schön, weil da waren sogar ehemalige Dozenten, Kommiliton dabei.
00:38:13: Da sind Leute die den Weg gegangen gehen, den ich gegangen bin auch im Beruf und die einfach auch mit den Menschen arbeiten, die dieses große Bewegungssport Thema leben und lieben.
00:38:26: Dann macht es natürlich doppelt Spaß.
00:38:29: Hört sich auch richtig schön an!
00:38:30: Jetzt hast du gesagt eben auch Du bist jetzt eigentlich... da wo du sein wolltest.
00:38:34: Du bist Mama, du hast Familie gegründet so wie du dir das vorgestellt hast.
00:38:38: Du hast diese krasse Erfahrung mit dem Olympiasieg.
00:38:42: was motiviert dich denn sozusagen dann jetzt heute noch alles weiterzumachen und weiterhin mit einer gewissen Ambition dran zu bleiben auch für den Sport weiter einzustehen?
00:38:52: Auch wenn es gar nicht mehr so die Prio in deinem Leben hat weiß ich dass jetzt gerade so verschoben hat.
00:38:56: einfach also ins Schöne für dich ja natürlich auch
00:39:00: Ja, also mein Hauptjob ist ja der beim deutschen Ringebund.
00:39:03: Also ganz klar das ist meine Hauptanstellung.
00:39:05: Das motiviert mich sowieso.
00:39:07: aber ich weiß auch wie schwierig es sein kann für Athletinnen und Athleten, aber ich weiss halt auch wie wertvoll diese Erfahrung für mich war natürlich mit dem Olympia Sieg zu enden.
00:39:19: Das sagen immer alle.
00:39:20: für dich das leicht zu sagen wenn das so bei uns ausgeht... Mein Mindset vor dem Olympia-Sieg.
00:39:30: Egal was jetzt passiert, egal was ... Dieser Weg war so prägend, so wertvoll.
00:39:35: Ich hab's so begelernt dadurch.
00:39:36: Dieses Leben ist so intensiv und auch herausfordernd aber es ist ein Privileg.
00:39:41: Es ist ganz kurz, es sind nur wenige Jahre in deinem Leben die du so lebst und mach das Beste draus.
00:39:46: Und das ist so bisschen das, was ich versuche auch irgendwie allen mitzuteilen.
00:39:50: dass man die Athleten auch irgendwie als Person sieht, nicht nur als Leistungsgenerierungsmaschine oder sowas.
00:39:58: Dass sie so ihren Weg und auch ihre Erfüllung finden.
00:40:01: Ich finde es gibt nichts Traurigeres.
00:40:03: natürlich wenn man sich verletzt oder wenn das alles so endet wie man nicht möchte, das find ich schade.
00:40:07: aber Wenn jemand aus dem Sport rausgeht, das zwanzig Jahre gemacht hat und sagt ich will nie wieder was damit zu tun haben dann finde ich ist etwas falsch gelaufen Und ich weiß nicht ob die da was falsch gemacht haben oder das Umfeld was falsch macht.
00:40:19: Das ist ein hartes Business, aber das ist so lehrreich und deswegen sage ich auch wenn meine Kinder das machen würden.
00:40:25: Ich würde sofort ja schreien.
00:40:26: Auch wenn ich weiß wie viele Tränen da fließen.
00:40:28: Das ist sowas mir da viel gegeben und ich möchte dass es auch anderen so viel gibt natürlich.
00:40:33: Und deswegen beschäftige ich mich sehr gerne damit jeden Tag.
00:40:37: Wie gesagt, ich wünsche dir noch ein bisschen mehr in der Praxis Aber vielleicht kommt es irgendwann mal wieder Bestimmt.
00:40:43: Und an der Stelle können wir auch mal noch sagen, egal bei welchem Wettkampf ihr irgendwie auf der Mathe oder auf der Bahn sonst wo steht.
00:40:51: es ist einfach schon krass dass du überhaupt da seid.
00:40:53: also auch wenn du Olympia nicht gewonnen hättest Es war ja schon krasses, dass du überhaupt zweimal dort warst.
00:40:58: Allein das ist schon eine mega mega Leistung.
00:41:02: Ja total und ich sorry Ich wollte hier dann rechnen.
00:41:06: Jetzt im Nachhinein Sag ich das auch ganz oft zu jemanden, wenn die da an so deutscher Meister sagen.
00:41:10: Ja, ein deutscher meister ist ja immer sage ich nein!
00:41:12: Aber als ich deutsche Meisterin geboren bin das erste Mal.
00:41:14: Das war für mich auch das Höchste.
00:41:18: Du darfst sich jetzt genau darüber freuen wie ich mich... Also nicht das glaubt minima aber die Intensität der Freude ist das gleiche weil du erreichst das höchste auf was für dich möglich ist und natürlich um Olympia hat einen Rattenschwanz wo sich dann noch viel anderes ändert Ein Ziel zu erreichen, egal wie das aussehen.
00:41:38: Das gibt uns allen was!
00:41:39: Ja auf jeden Fall und da darf man sich auch einfach Ziele stecken die für einen selbst in dem Moment erreichbar scheinen.
00:41:45: also man darf träumen Auf jeden fall soll auch träumen.
00:41:47: aber Also ich freue mich schon.
00:41:50: Ich habe letztes Jahr vor zwei Jahren zehn Kilometerlauf mit gemacht und bin im ziel angekommen Und dass war für mich glaube ich vom Freude Level ähnlich wie für andere Eine beste Zeit.
00:42:00: Das war
00:42:00: bei mir auch!
00:42:02: Genau, da darf man auch regelmäßig stolz auf es sein.
00:42:07: Ich glaube das ist auch mental so ein sehr wichtiger Faktor im Sport generell.
00:42:11: Dass man sich auch jeden Tag noch mal rausquält an manchen Tagen und dass man durchzieht.
00:42:17: Da darf man wirklich sehr stolz drauf sein.
00:42:20: Es ist immer so bisschen das Deutschland-Phänomenen.
00:42:22: Das meine ich gar nicht böse aber bei uns ist Bescheinheit eine Tugend.
00:42:26: Ja, Bescheide in seine Tum.
00:42:28: Aber stolz auf sich zu sein anzuerkennen was man macht jeden Tag und das auch zusehen und wertzuschätzen.
00:42:34: Das darf man auch wenn man bescheiden ist.
00:42:38: Definitiv!
00:42:39: Jetzt sind wir schon eine dreiviertel Stunde fast am Quatschen.
00:42:42: Aline hast du noch irgendwas wo du sagst dass wäre dir ganz wichtig was du unseren Zuhörerinnen und Zuhöhrern noch mit auf den Weg geben möchtest?
00:42:50: Ja, ich glaube das was wir jetzt am Ende so ein bisschen gesagt haben.
00:42:53: Ich wünsche einfach allen egal in welcher Situation die sich gerade befinden wie herausfordernd sie sein mag.
00:43:00: Das gehört ja auch zum Leben dazu und egal wie alt man ist oder welche Ziele man hat dass trotzdem irgendwie jeder das findet was ihn oder sich glücklich macht dass man auch in schweren Zeiten irgendwie schafft den Genuss zu finden.
00:43:14: Das war bei mir am Ende so der Schlüssel, so hart das Training auch war.
00:43:18: Ich habe mir gesagt okay hey ich mache es jetzt noch keine Ahnung!
00:43:21: Noch zwanzigmal muss ich dieses Hit Intervall-Training machen und ich nehme das mit jeder Poro bei des Dinges und wenn ich mich danach übergebe dann nehme ich das auch an und schätze das Wert.
00:43:32: ne?
00:43:33: Das kann man lernen Das klappt nicht immer, das klappt bei mir auch nicht.
00:43:38: Natürlich es gibt einfach Phasen und ist dieses alles passiert.
00:43:41: aus einem Grund mag ich auch nicht aber wenn die Zeiten auch mal schwer sind herausfordernd trotzdem das zu sehen als als challenge als Herausforderung als was positives was man dankbar annehmen kann und Dinge die einem nicht passen oder die vielleicht auch dauerhaft irgendwie sich nicht mehr eign war nicht mehr passen dann noch abzulegen und so sagen okay ich habe mich auch verändert.
00:44:02: Also weißt du, wie ich meine?
00:44:04: Wie gesagt.
00:44:04: Ich mag diese Plattensprüche der Weg ist das Ziel so dass das mag ich nicht so aber im Großen und Ganzen ist es schon ein bisschen dieses Situation zu genießen anzunehmen Dinge die nicht funktionieren auch mal auszusortieren zu löschen oder zu verändern Und ja das zu finden wo man wirklich glücklich ist.
00:44:25: also das wünsche ich allen.
00:44:28: Das ist auch ein voll schönes Schlusswort.
00:44:30: Dann bedanke ich mich an der Stelle ganz, ganz herzlich für deine Zeit hier mit mir heute.
00:44:35: Danke dir ja und für die Einladung!
00:44:37: Sehr sehr gerne.
00:44:38: Und für euch packe ich natürlich alles was wichtig war noch einmal in die Show-Notes.
00:44:42: Ich packe euch auch an Aline.
00:44:43: Wo sieht man dich denn als nächstes auf einer Bühne?
00:44:46: Im Moment wahrscheinlich noch nicht so oder?
00:44:49: Bist du schon da unterwegs?
00:44:50: Doch
00:44:50: doch!
00:44:50: Ja ich bin schon wieder unterwegs.
00:44:52: Immer mit Babysitter und Babymeisten sind weiter es genau... Ja, wo bin ich an das Nächste?
00:44:57: Oh Gott.
00:44:58: Ich weiß gar nicht tatsächlich!
00:44:59: Doch ich bin sogar auf dem OMR in Hamburg im Main und also wenn man da vorbeikommen will... Genau.
00:45:04: Ich bin eigentlich überall mal so ein bisschen gerne bei Instagram einfach verfolgen.
00:45:09: Dann trifft man sich vielleicht
00:45:11: mal.
00:45:11: Genau.
00:45:12: Packe ich auf jeden Fall nochmal deinen Profil auch in die Shownutz und vielleicht auch deine Website einfach.
00:45:15: Da wird es dir dann auch hinterlegt sein wann du wo anzutreffen bist und wo man sich das mal live anhören kann was du jetzt hier so erzählt hast und vielleicht dem, was für eine Veranstaltung das dann auch ist.
00:45:28: Genau, voll gerne!
00:45:30: Sehr schön.
00:45:31: Dann bis zum nächsten Mal bei Studieren mit Gehalt und jetzt habe ich keinen guten Satz zum rausgehen.
00:45:39: Super!
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