Hört dein Handy mit? Warum plötzlich passende Werbung angezeigt wird

Shownotes

In dieser Folge erfährst du:

warum Werbung manchmal „zu passend“ wirkt was hinter dem Begriff „Creepiness“ steckt wie personalisierte Werbung unser Verhalten beeinflusst wie Forschung im Bereich Marketingpsychologie funktioniert welche Rolle Datenschutz und digitale Gewohnheiten spielen wie der Weg zur Promotion aussehen kann

💡 Außerdem sprechen wir über:

Retargeting vs. Digital Eavesdropping psychologische Effekte von Online-Marketing Forschung, Resilienz & wissenschaftliches Arbeiten den Alltag als Promotionsstudent

🎧 Jetzt reinhören und mehr über die Psychologie hinter personalisierter Werbung erfahren.

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00:00:10: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Studieren mit Gehalt, dem Podcast der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement.

00:00:17: Mein Name ist Katrin ich arbeite im Marketing und mir gegenüber sitzt Dr.

00:00:22: Kevin Krause.

00:00:24: Hi Kevin!

00:00:24: Hi Katrin!

00:00:25: Schön dass du da bist.

00:00:27: Ich habe gerade schon gesagt Dr.

00:00:28: Kevin Krause sitzt vor mir.

00:00:29: Du bist jetzt seit wenigen Wochen oder Monaten?

00:00:32: Ja seit ein paar Monaten inzwischen schon.

00:00:34: ja es hat ein bisschen gedauert müssen immer so Formulare abgeseignet werden, genau.

00:00:39: Also die Verteidigung ist schon ein bisschen länger her aber ne seit einiger Zeit.

00:00:44: darf ich mich jetzt offiziell Herr Dr.

00:00:46: Kraude nennen.

00:00:47: Ja wie das dazu gekommen ist so bei den Prozess des Doktorwerdens sprechen wir dann später nochmal.

00:00:53: Wir steigen erst mal in dein Thema ein und ich habe direkt eine oder sag erstmal dein Thema Sag's einmal ganz kurz und dann habe ich direkt die erste wichtige Frage dazu.

00:01:03: Ja, also mein Thema ist in der Englischer Sprache verfasst.

00:01:07: Das nennt sich Understanding Creepiness Experimental Investigations of Psychological Reactions and Marketing Effectiveness to Online Marketing based on Digital Eavesdropping.

00:01:19: Also auf Deutsch welche Rolle Creepeness dabei spielt wenn man sich von seinem Handy belauscht überwacht fühlt.

00:01:28: Du hast jetzt gesagt, wenn man sich davon belauscht oder überwacht fühlt.

00:01:32: Deswegen direkt die wichtige Frage.

00:01:33: Hört es wirklich mit?

00:01:34: Oder bildet ich mir das nur ein?

00:01:39: Also fangen wir mit dem... Praxis, euer Alltagsbeispiel an.

00:01:42: Es kennen ja viele von uns.

00:01:43: Man spricht irgendwie über irgendein Thema und geht später oder auch Tage danach ans Handy und sieht wo mir wird jetzt genau diese Werbeanzeige zu dem Thema angezeigt worüber ich gerade gesprochen habe?

00:01:58: Und das ist ja auch so, dass wir mal auch so ganz abstruse Sachen sehen.

00:02:01: zum Beispiel man spricht irgendwie Einfach irgendwelche Sachen, über die man im Alltag sonst nicht so unbedingt thematisieren würde und sieht dann, sie da immer geht er auf Instagram, Facebook oder Social Media.

00:02:15: Und bekommt genau das als Werbeanzeige angezeigt.

00:02:19: Jetzt kann man natürlich die Frage stellen, steckt da so ein bisschen mehr dahinter?

00:02:23: Also ist das irgendwie wissenschaftlich belegt oder ist es einfach nur ja Verschwörung.

00:02:30: Einfach nur so einen urbaner Mythos der da aufgezeigt wird und dann gibt's durchaus unterschiedliche Ansichten wie Sicht an Wissenschaft Praxis aber auch viel grad gesehen werden Alltag zeigen.

00:02:42: also wir sehen halt auf Seiten der Konsumenten passiert im tatsächlichen Alltag, wenn man sich die europäische Kommission anschaut.

00:02:52: Die sagt sowas wie definitely maybe also will ich da jetzt nicht unbedingt konkret festlegen.

00:02:58: Definitiv vielleicht ein bisschen schwanger.

00:03:03: Wenn man die Tech-Konzerne fragt, also Mark Zuckerberg hat sich dazu öffentlich geäußert aber auch Adam Rosary der aktuelle CEO von Instagram, die sagen ne Wir nutzen nicht Ihre Gesprächsdaten für Werbezwecke, das ist alles nur basierend auf Korrelation.

00:03:19: Zufall wir haben andere Arten und Wege an das zu kommen was euch interessiert.

00:03:25: also sie verneinen öffentlich dass das gemacht wird und wir sagen halt oder so war unsere Idee.

00:03:32: naja es ist ja alles schön und gut.

00:03:34: wenn aber die Konsumenten denken dass ihre Gesprächsstaten aufgezeichnet werden und Bewerbezirke verwendet werden, und sie jetzt auch darauf zurückführen auf ihre Gesprächsdaten.

00:03:46: Und sich dann vielleicht noch zeigt, dass sich sowas halt auch auf die Wahrnehmung der Marke oder das beworbene Produkt oder auch noch weitere markantigen Variabeln auswirkt?

00:03:56: Dann ist es ja trotzdem was, was es sich lohnt zu erforschen!

00:04:00: Also um die Frage zu beantworten, klares Ja-oder Nein kann man so nicht geben.

00:04:05: wir sehen wie Konsumenten erfahren sind.

00:04:08: Viele Konsumenten glauben daran und deswegen ist es einfach ein wichtiges Thema, mit dem man sich auseinandersetzen würde oder sollte.

00:04:16: Ist dir auch schon passiert, dass du dann eben über

00:04:20: diesen

00:04:20: einen Schuh gesprochen hast von dem du vorher noch nie gehört hast und plötzlich wurde der dir angezeigt.

00:04:24: Genau, genau.

00:04:25: Sitzendlich habe ich mich mit meinem Freund über Holz-und Kohleofen unterhalten, bin irgendwie so auf das Thema gekommen.

00:04:32: ist es ja in Berlin gerade im Wohnungsmarkt, der teilweise jetzt ziemlich drastisch zugeht oder dass man in einigen Wohnungen halt einfach noch Kohlz- und Kohleöfen.

00:04:41: Das wäre einfach ein Thema, den man jetzt nicht unbedingt in jedem alltäglichen Gespräch begegnen würde.

00:04:48: Und dann war es tatsächlich so, dass wir eine Werbeanzeige für Holz- und Kohleüfen angezeigt bekommen haben.

00:04:55: Da ist natürlich die Wahrscheinlichkeit oder die Annahme sehr nahe zu sagen, das können schon sein!

00:05:01: Es gibt einen Kausalen, so eine Ursache Wirkungszusammenhang.

00:05:05: Man sollte da einfach so ein bisschen näher reinschauen.

00:05:09: Ja, manchmal frag ich mich auch persönlich wenn man dann so bei Instagram durchswipe ist und oben grad in den Stories ist oder die Werbeanzeigen werden jetzt ja noch bewusst platziert.

00:05:18: Man kann nicht mal mehr wegklicken sozusagen.

00:05:21: Manchmal kommt da zum Beispiel von Otto, kommen dann unterschiedliche Sachen, die mich interessieren könnten und da frage ich mich oft

00:05:29: wie

00:05:29: zur Hölle kommt denn das bitte dahin?

00:05:33: Ich hab dann für mich auch gedacht, ich höre aktuell relativ viele Hörbücher.

00:05:38: Die spielen dann auch zum Teil ... keine Ahnung, irgendwo in Kanada oder eben in anderen Ländern generell.

00:05:43: und es ist oft, dass es mir dann, wenn ich das Hörbuch höre tatsächlich komischerweise Sachen anzeigt die entweder für dieses Land typisch sind oder teilweise zeigt's mir sogar Websites von den Ländern selbst, also die dann halt mit

00:05:58: z.B.,

00:05:59: wer Italien mit Brunt IT hinten gerostet sind.

00:06:02: Also es ist definitiv eine italienische Website dann oder Amazon schwenkt plötzlich zu Englisch, so bestellen und das gerade in Groß-Totalen spielt.

00:06:12: Ganz wild!

00:06:12: Ja

00:06:12: also man merkt schon der ist halt relativ viel miteinander verknüpft grad im digitalen Zeitalter Das ist gar nicht so leicht.

00:06:21: da irgendwelche ich habe grade den Begriff des Ursache Wirkungszusammenhangs angesprochen da konkret zu sagen Naja, welche Datenquelle wurde denn jetzt benutzt um diese entsprechende Werbung auszuspielen?

00:06:35: Ja also sehr viel was da der Fuß im Hintergrund abläuft.

00:06:39: Und wie hat dann genau eure Studie ausgesehen?

00:06:41: Was habt ihr dann genau erforscht und wie habt ihr denn auch zum Beispiel eure Probanden oder so gefunden?

00:06:47: weil gefühlt ist ja jeder eigentlich so ein potenzieller Proband für dieses Studio wenn er fragt wer hat das schon erlebt?

00:06:54: Habt ihr eine Umfrage gemacht?

00:06:55: generell irgendwie relativ offen.

00:06:57: Wir haben zu Beginn so ein paar ganz explorative Ansätze genutzt und haben da zunächst einmal schauen wollen, was sind denn überhaupt so Szenarien Momente die bei Konsumenten Creepiness auslösen?

00:07:12: Also ich glaube darauf komme ich vielleicht später noch zu sprechen.

00:07:14: Was das genau ist!

00:07:15: Und da war eben genau dieser Punkt einer das eben was man derbe anzeigen begegnet die scheinbar auf dem Offline Verhalten Basieren, genau darüber man halt im Vorfeld gesprochen hat.

00:07:28: Und da haben wir gesehen das wurde ja ungefähr so von einem guten zwei Dritteln von den damals befragten eben als creepy erlebt.

00:07:37: Und ja, so sind wir einfach darauf gekommen.

00:07:40: Das will das Thema ein bisschen näher mit erforschen.

00:07:43: Das war im Jahr twohundneinzehn als wir die ersten Studienstudien zu der Thematik durchgeführt haben.

00:07:47: Die Dissertation Doktorarbeit ist schon sehr langwieriger Prozess aber war dann auch schön eine Entwicklung bei der Thematik zu sehen.

00:07:57: Und, wofür wir uns interessiert haben war halt zu schauen was ist denn das überhaupt?

00:08:04: Also ich habe vorhin den Begriff Digital Eavesdropping genannt also inwiefern bewirkt mein Offline Verhalten irgendwas im Online Kontext?

00:08:14: und wir haben das probiert so ein bisschen zu strukturieren und zu schauen wie entsteht dann überhaupt Online Werbung?

00:08:23: Und normalerweise ist es ja so, wenn werbetreibende Online-Werbungen schalten sollen.

00:08:28: Dass sie sich häufig darum bemühen, personalisierte Werbung zu schalten.

00:08:32: Also irgendwie in einer bestimmten Art und Weise Daten zu ermitteln die zudem passen was die eigenen Konsumenten wollen, was sie gerne kaufen, wieviel sie sich interessieren damit halt nicht so generische Werbung geschalten wird sondern eben Werbung die zu meiner eigentlichen Zielgruppe passt.

00:08:49: also quasi Zielgruppenanalyse wird das ja auch häufig bezeichnet.

00:08:53: Und da gibt es ja das typische Retargeting, also es gibt das Targeting.

00:08:58: Das ist die allgemeine Zugeschnittenheit der Werbeanzeige zu dem was sich Konsumiten vorstellen und wünschen.

00:09:04: Und das kennt man ja auch häufig, man kauft sich irgendwie etwas bei Amazon.

00:09:08: Man klickt auf irgendwas, man besucht eine bestimmte Webseite und genau dieses Onlineverhalten verfolgt einen dann sozusagen auf weitere Webseiten oder das was man gekauft hat bekommen noch mal auf anderen Rapsiten als so eine Banner zur Anzeige.

00:09:22: Vielleicht

00:09:23: interessieren sie sich auch für?

00:09:24: Genau, ja genau angezeigt.

00:09:28: also heute mein Mann online verhalten wird genutzt genutst für Online-Werbung und da hat man schon gesehen das Ding so in Anfang der zehner Jahre los dass das halt damals war wirst du ein bisschen unbehagen bei Konsumenten hervorgerufen hat.

00:09:42: die haben sich da so ein bisschen ausspioniert gefühlt.

00:09:45: er verfolgt auch gefühelt Wo man ja heute sagen würde, naja so funktioniert halt Online-Werbung.

00:09:51: Also ist er relativ erklärbar geworden über die letzten Jahre.

00:09:55: beim Onlineverhalten wird für online Werbung genutzt.

00:09:59: Ist ja auch ein bisschen wie wenn wir uns jetzt unterhalten und ich erzähle dir zum Beispiel Boah!

00:10:02: Ich hätt super gerne einen pinken Polover und du findest dann einen und sagst zu mir Katrin guck mal ich hab den pinken polo hier gefunden vielleicht is der was für dich?

00:10:10: Und genau das passiert ihr irgendwie dann auf Online, im Hintergrund.

00:10:15: Ich weiß nicht im ersten Moment dass ich gerade gesagt habe das für den linken Pulli suche.

00:10:21: Und Unterschied dazu haben wir hier und dann sind überlegt wie können wir denn das was halt schon recht etabliert und bekannt ist vergleichen bei mit etwas was halt noch nicht so stark etablierset ist und bekannt es bei den Konsumenten was vielleicht erst ein bisschen auf Erfahrungen und sind auf die Idee gekommen, naja wenn ich halt als Markttreiben da irgendwie Werbung schalten möchte muss sich ja auf bestimmte Daten quellen.

00:10:48: zugreifen.

00:10:49: Ich habe gerade gesagt, mit Retargeting ist das eben halt das Online-Verhalten, was ich online mache und übertragen auf das Digital Eavesdropping wäre das ja eben mein Offline Verhalten.

00:10:59: also wenn nicht im offline Kontext über irgendwas spreche und diese offline Daten dann für etwas im online Kontext genutzt werden.

00:11:09: Also beim Retarging haben wir halt so den Link zwischen online online Mit dem Unterschied dazu, beim Digital Eavesdropping haben wir den Link zwischen Offline und Online.

00:11:19: Und da wollten wir einfach schauen wenn wir davon ausgehen dass halt dieses Digital Eave Dropping irgendwas bei den Konsumenten macht?

00:11:28: Macht es ja Sinn das mit etwas zu vergleichen was schon recht den Konsulenten bekannt ist!

00:11:33: So haben wir dann quasi unsere zwei Jahre Gruppen, man nennt es auch Experimentalgruppen in der wissenschaftlichen Forschung gefunden die wir dann einfach mal systematisch miteinander vergleichen wollten.

00:11:46: Um zum Beispiel zu dem Schluss zu kommen das bestimmte Datenquellen wenn diese genutzt werden für Datenswecke eben bessere oder auch schlechtere Wirkungen beim Konsumenten erzielen können als andere Datenquollen.

00:12:00: Und wie habt ihr die Leute gefunden?

00:12:01: So, hey du fühlst dich vom Internet verfolgt.

00:12:03: Sollen wir uns das mal zusammen

00:12:04: angucken?".

00:12:05: Genau!

00:12:07: Wir haben das halt immer recht offen gehalten.

00:12:08: also wer die wollten?

00:12:10: die Konsumenten oder halt generell in der empirischen Forschung.

00:12:13: zu Beginn ist es sehr wichtig die Leute dann nicht in eine bestimmte Richtung zu lenken und eine bestimmten Assoziationen im Herzustellen sondern haben da erstmal ganz normal mit Umfragen begonnen.

00:12:24: Und zu Beginn, da war das eher so ein bisschen scenario-basierte Forschung.

00:12:29: Das heißt wenn wir unsere zwei Zielgruppen da miteinander verglichen haben also retargeting auf der einen Seite, dass die leafstrapping auf der anderen Seite dann wurden die erst mal randomisiert einer von zwei Gruppen zugewiesen.

00:12:43: Also beispielsweise die Retargeting-Gruppe hat dann zum typisches Szenario zum Lesen erbekommen, also stellen Sie sich vor sie shoppen irgendwie auf Amazon und das was sie gekauft haben in dem wahren Korb gelegt haben wird ihnen später auf einer Werbeanzeige als personalisierte Werbung präsentiert.

00:13:00: wie beurteilen sie diese Werbung?

00:13:02: So, das Szenario.

00:13:04: Beispielsweise in der Retouch-Gruppe im Vergleich dazu in der Eavesdropping Gruppe da war es halt so.

00:13:10: stellen Sie sich vor sie sprechen über irgendein Produkt gehen danach an Ihr Smartphone und bekommen genau das als Werbeanzeige angezeigt.

00:13:18: wie beurteilen die Situation?

00:13:20: Wie fühlen Sie sich dabei?

00:13:21: Wie beurtenen Sie die Marke würden Sie auf die Werbeanzeit klicken usw.

00:13:26: Das waren so ein bisschen die ersten Schritte die wir uns da angeschaut haben und konnten da halt schon recht eindeutige Ergebnisse sehen, also dass natürlich die auf Eavesdropping basierende Werbung eben weit aus schlechter bewertet wurde als die auf das Retouching basierenden.

00:13:42: Da kann man doch nicht sagen, naja ist ja schön und gut!

00:13:44: Wir haben ja da ja so recht stilile Umgebungen gestaffen, halt recht strukturiert, haben halt die Texte da so vorgegeben wie uns das gepasst hat was normalerweise auch so ist.

00:13:56: Also man spricht ja immer von Validität.

00:13:58: In der Forschung, damit wir eben recht präzise sagen können, worin liegen denn jetzt Unterschiede zwischen unterschiedlichen Bedingungen?

00:14:06: Man muss hier aber nicht heißen dass das was man da sich so schön zurecht konstruiert hat, sich aber auch in der Realität zeigt, deswegen sind wir da auch noch ein Schritt weitergegangen und haben tatsächlich auch versucht einen Verhaltenexperiment durchzuführen.

00:14:22: Das hat bei uns am Lehrstuhl stattgefunden und da haben die Probanden einfach zu einer Laborstudie eingeladen.

00:14:29: Natürlich haben wir in der Feuer so eine kleine Coverstory erzählt unserer Gebäude hier, es ist schon ein bisschen in die Jahre gekommen und wir wollen einfach mal schauen ob wir das so ein bisschen modernisieren können.

00:14:41: Ja damit sich die Probanden so ein bißchen wohler führen.

00:14:44: wenn sie hier in unser Labor kommen haben den so erzählt, dass die Studie hat damals zur Sommerzeit stattgefunden und haben denen erzählt Es geht in der Studie darum, dass ein neuer Ventilator in dem Labor installiert werden soll.

00:14:59: und also haben jetzt zuerst so ein bisschen Smalltalk durchgeführt mit den Probanden, als die unser Labor betreten haben.

00:15:08: Und da begann eigentlich auch schon die erste Manipulation.

00:15:13: Also in der Eavesdropping Gruppe war es so, dass wir diese Proventen dazu gebracht haben über den bevorzugten Ventilatur zu sprechen also halt ihre Präferenz laut auszusprechen.

00:15:26: wo hingegen ist in der Retargeting-Gruppe?

00:15:28: so war das sie eben nicht mit dieser Gesprächssituation konfrontiert worden sind sondern Sie sollten Ihre Wahl auf einem iPad treffen.

00:15:37: Also quasi analog zu dem, wenn man halt irgendwie mit einem Techniker und einem technischen Gerät interagiert.

00:15:43: das sollten die eben auch bei uns im Labor machen damit wir halt einmal eine Gesprächsituation der simulieren konnte und einmal irgendwie so eine Interaktion mit einem technischem Gerät.

00:15:55: was hat in dem Fall die Retoucheting Bedingung war?

00:16:00: Und danach gingen halt noch ein paar Ablegungsaufgaben, mit denen wir die Probanden da konfrontiert haben und haben dann die entsprechenden Variablen unseren Probandes vorgelegt.

00:16:11: Wie sie sich gefühlt haben in der Situation als ihnen die Werbeanzeige gezeigt wurde wie Sie das Produkt bewerten würden, wie Sie die Werbeanzeige bewerten ob sie das Produkt kaufen oder nicht kaufen würden.

00:16:26: und genau um quasi zu sehen zeigt sich das, was wir da in unseren Online-Studien gesehen haben auch tatsächlich im Verhalten der Probanden.

00:16:36: Und im Originalfall wäre es natürlich super wenn wir irgendwie ja auf die Smartphones unserer Probandinnen zugreifen können und wir die halt irgendwie hätten hacken können dass wir dann genau die Werbeanzeige in die Smartphone rein schalten.

00:16:49: über das was vorher gesprochen wurde aber das geht natürlich nicht aus ethischen Gründen.

00:16:53: Falls das irgendwie mal irgendwann möglich wäre, falls man eine Ethikommission finden würde die ein solches Experiment ja absägen würde und dass auch technisch machbar wäre dann wird es natürlich super.

00:17:04: Aber das ist natürlich immer so, dass man, egal was man erforscht, dass wir da natürlich auch immer an die Grenzen von dem Gerät was man erforschen kann.

00:17:12: Nee aber so sind wir ungefähr er vorgegangen.

00:17:15: Bei dem habe ich natürlich über ganz viele verschiedene Studien gemacht, haben da verschiedene Experimente durchgeführt, haben das mal mit bekannten und unbekannten Marken gemacht, mit wichtigeren, also mit sensitiveren Gruppen, mit weniger sensitiven Produkten um halt auch zu schauen kann man das vielleicht auf andere Kontexte generalisieren.

00:17:34: Okay dann wäre jetzt noch der Zeitpunkt um zu erklären was ist Creepiness?

00:17:38: Also Creepness so ist ja auch der Titel meiner Dissertation Und wir wollten schauen, was ist denn da so ein zentraler Prozess der bei Konsumenten stattfindet.

00:17:54: Und bei Creepiness, man kennt das ja irgendwie so... aus dem Alltag, wenn man irgendwie sagt, es ist gerade mega creepy was mir hier passiert.

00:18:03: Ich kann das gar nicht so richtig einordnen.

00:18:06: und das, was in der Alltagspsychologie unter Creepiness verstanden wird, ist schon doch mal ein bisschen unterschiedlich von dem, was man in der Wissenschaft darunter versteht.

00:18:17: also im Alltag ist das ja einfach nur, man sagt jetzt ist es creepy.

00:18:20: Wenn man dann aber so gebeten wird zu beschreiben naja was ist denn genau?

00:18:24: Kann man das vielleicht auch gar nicht und das wurde auch versucht, ein bisschen in die Wissenschaft zu übertragen.

00:18:31: Da sagt man eben Creepiness hat zum einen eine emotionale Komponente und zum anderen auch eine kognitive Komponenten.

00:18:39: Die emotionelle Komponsente meint damit so Empfindungen wie ja ich fühle mich gerade irgendwie komisch.

00:18:46: Ich kann grad gar nicht so beschreiben was los ist, ich habe ein komisches Gefühl.

00:18:50: So unberhagend?

00:18:51: Genau, unberhangend!

00:18:52: Das ist nicht unbedingt Angst es ist keine konkrete Bedrohung aber einfach irgendwie irgendwas ist gerade los das sich komisch merkwürdig mulmig finde und das geparkt wird einer kognitiven Komponenten der ich hab's grad schon bisschen so angesprochen man weiß grade nicht etwas los ist man weiß nicht warum man das gerade komisch findet.

00:19:11: irgendwas passiert gerade dass man sich nicht wirklich erklären kann.

00:19:15: Und diese Kombination, emotionales Unbehagen aber auch kognitive Unsicherheit bilden quasi in Kombination das Konstrukt von Creepiness.

00:19:26: Also irgendwie so eine gewisse Irritation.

00:19:30: ich fühle mich komisch weiß aber nicht genau warum.

00:19:35: und da haben wir einfach vermutet dass wenn man einer Werbeanzeige begegnet, die auf dem Digital Eavesdropping basiert, das das irgendwas macht mit Konsumenten.

00:19:46: Dass das irgendwie so eine Art von Normüberschreitung darstellt... irgendwie wo so ein bisschen die Grenzen zwischen Offline-Welt und Online-Weld verschwimmen, was ja beim Retargeting nicht unbedingt der Fall ist.

00:20:01: Da hat man irgendwas gemacht im Online-Kontext und es passiert irgendwas im Online Kontext.

00:20:05: also mein online Verhalten bewirkt Online Werbung.

00:20:09: Und bei dem Eavesdropping ist das genau mein offline Verhalten, was irgendwie was im Online Context bewirked.

00:20:17: Und da war quasi unsere Grundtypothese.

00:20:21: Eavesdropping führt zu mehr Creepiness bei den Konsumenten als das generelle Retargeting.

00:20:29: Und habt ihr das dann auch mit eurer Ventilator-Studie noch mal überlegen können?

00:20:33: Wie hoch war der Creepiness Faktor, dann hattet ihr es auf so einer Skala oder...

00:20:36: Genau.

00:20:37: Also die Creepness wird quasi über so eine Skala gemessen und das sind zu Items wie.

00:20:43: ich habe mich mulmig gefühlt in Situationen.

00:20:46: Es ist was passiert, dass sich mir nicht erklären konnte.

00:20:49: Es geht gerade etwas vorsichtiges, was ich nicht verstehe.

00:20:52: Es passiert gerade was Unerklärliches Und da haben wir gesehen, dass das wurde auf einer siebenstufigen Scanner erfasst.

00:20:58: Also vollen Stimme überhaupt nicht so, bestimmte Vollkommen zu und kann man natürlich auch Kontext übergreifend anwenden.

00:21:03: Da kann man zum Beispiel sagen wie fühlen Sie sich in der Situation?

00:21:06: oder auch in unserem Kontext?

00:21:07: Wie fühlen sie sich wenn Sie eine solche Werbeanzeige sehen beispielsweise?

00:21:12: Und dann haben wir schon sehr eindeutig gesehen können, dass die Werbeanzeigen, die auf dem Eavesdropping basieren, soweit aus mehr Creepiness führen als die die auf den Retouching basieren einfach weil da irgendwas passiert was man sich noch nicht so konkret erklären kann im Vergleich zu etwas, das man sich eben sehr gut bereits erklären kann.

00:21:30: Ja also ich bin jetzt auch so eine Person wenn mir sowas passiert, wenn ich sowas komisch finde und nicht ganz verstehe dann... Ich höre jetzt auf mein Bauchgefühl, wenn ich die Werbung komisch fände.

00:21:43: Ich würde nicht unbedingt dann kaufen und ich würde das Produkt auch nicht so weiter verfolgen wollen aus Psanzip.

00:21:49: Ich kann mir vorstellen, dass ich nicht der einzige bin, der es so geht.

00:21:53: Habt ihr da nachgefragt wie das sich weiterentwickeln würde?

00:21:58: Das haben wir halt auch sehr schön in unseren Daten sehen können.

00:22:02: Dass es eben nicht nur bei dieser Emotion Creepiness bleibt, sondern dass da eben noch viel mehr passiert was da im Hintergrund abläuft.

00:22:09: Wir haben zum Beispiel gesehen das wenn die Konsumenten Creepness erleben dann reduziert das zunächst einmal die Einstellung zu der Werbeanzeige.

00:22:19: also so fragen wie hat einem die Werbeanzerge gefallen?

00:22:23: Fand man die Werbanzeige sympathisch Eine schlechtere Einstellung und auch da war noch nicht Schluss, das hat dann auch die Klick-Verscheinlichkeit auf eine solche Werbeanzeige reduziert.

00:22:35: Man sagt ja immer so im Online Marketing Likes und Folowah sind alles und wir haben da halt so ein bisschen die Klicks Wahrscheinlichkeit der Sonderen Indikator herangezogen für die Marketing Effektivität Und das war ebenso also man nennt es auch serielle Mediation.

00:22:49: um bei Fachtegriffen zu bleiben, dass eben Eavesdropping zu mehr Creepiness führt als Retargeting was in Folge die Einstellung zur Werbeanzeige reduziert und sich Entfolge in schlechterer Klickverhalten auch widerspiegelt.

00:23:05: Also das ist halt nicht nur auf emotionaler Ebene stehenbleibt sondern tatsächlich auch konkrete Konsequenzen hat für den Marktreibenden.

00:23:15: Habt ihr euch auch ein paar Markttreibende in dem Kontext konkret angeschaut dann?

00:23:20: Also zu Beginn der Studien haben wir immer mit unbekannten Marken gearbeitet.

00:23:25: Einfach aus dem Grund, dass wir da bestimmte Assoziationen mit Marken verhindern wollten.

00:23:31: Es ist ja so, bestimmte Marken sind bestimmten Konsumenten bekannter als anderen Konsument und bestimmte marken lösen positivere Assoziationen bei Konsumentenaus als andere Marken jetzt ohne konkrete Beispiele sind, aber kann ja jeder für sich überlegen welcher Marke man positiv liegen übersteht und welcher nicht.

00:23:51: Deswegen haben wir vorrangig unbekannte Marken getestet, haben aber auch in einer Studie einen bekannten Händler im Vergleich zu einem weniger bekannte Händlern getestete und konnten in der Untersuchung tatsächlich auch sehen dass wenn es sich um einen be kanntenhändler handelt dann noch mal die creepiness Werte ein bisschen geringer ausgefallen sind.

00:24:14: Das kann natürlich mit so Faktoren zusammenhängen, wie zum Beispiel Vertrauen.

00:24:18: Also dass man vielleicht sagt oder diesen Händer der bekannt ist ein bisschen mehr entschuldigt oder auch in Schutz nimmt oder vielleicht auch dann solche ja also wir gingen eher auf Zufall attribuiert kann natürlich aber auch noch andere Erklärungen in dem Fall geben.

00:24:35: genau

00:24:36: Ja, um das so ein bisschen einzuordnen in welchem ich nenn's jetzt mal Fachbereich hat denn diese Forschung stattgefunden?

00:24:43: weil es ist ja schon also Marketingpsychologie aber das ist dann quasi Wirtschaft und das ist auch Psychologie.

00:24:49: Wo groß ist mehr zugeordnet?

00:24:51: oder ist es Fifty-Fifty?

00:24:52: Ich würde sagen Fifty Fifty.

00:24:53: Also vielleicht kurz zu meiner Einlage.

00:24:55: Ich bin eigentlich Psychologe.

00:24:56: Also ich habe im Bachelor & Master Psychologie studiert und habe dann promoviert einem Lehrstil für Marketing und Konsumentenverhalten Und tatsächlich ist das halt je nach Uni unterschiedlich.

00:25:05: Manchmal ist es im Bereich der Psychologie angesiedelt, manchmal ist es in dem Bereich der klassischen BWL angesiedel.

00:25:11: Hier war's jetzt im Bereich des Klassischen BwL aber eigentlich ist es Wirtschaftspsychologie.

00:25:15: also dass was in der Wirtschaft passiert probiert man mit psychologischem Theorien zu erklären kommt glaube ich einfach darauf an, ob man sich jetzt mehr quasi auf dem passiert was im Konsumenten vorgeht.

00:25:27: Also wenn man auf die Creepiness konzentriert oder ob da ein bisschen mehr am Fokus steht was am Ende rauskommt?

00:25:33: Oder also ob es zum Beispiel auf die tatsächlichen Clicks geht das wäre ja eher so die Marketing-BWL Perspektive aber bei uns stand eigentlich beides so ein bisschen im Fokus.

00:25:42: Okay dann was jetzt ja dabei herausgekommen ist ist auf jeden Fall dass dann diese Personalisierte aber so ein bisschen.

00:25:48: Ich nenne es jetzt mal unzuordnungsbare Werbung, dass die eben diese Creepiness auslöst Aus marketing technischer Sicht also wahrscheinlich nicht so flau einzusetzen.

00:25:58: genau ja das ist auch so einer der zentralen punkte die wir da aus unserer als unsere Implikation mitnehmen würden, weil wir einfach sagen Naja wenn ich jetzt marktreibender bin und ich möchte irgendwie meine Produkte an die jeweiligen Konsumenten bringen.

00:26:15: Die die halt tatsächlich auch wollen dann habe ich ja So viele Datenquellen, auf die ich zugreifen kann.

00:26:21: Also ich habe schon gesagt, ich kann mir halt Klicks anschauen.

00:26:25: Ich kann mir das online Kaufverhalten anschauen und es gibt ja so ganz viele Loyalitätsprogramme.

00:26:31: also payback ist ja ein gutes Beispiel.

00:26:33: Payback weiß ja alles über uns wenn wir da registriert sind.

00:26:35: Die kennen ja unser gesamtes Kauf Verhalten und können da auch sicher leicht sehr leicht ableiten, welche potenziellen Produkte für meine Zielgruppe interessant sein kann.

00:26:46: Da muss ich mich natürlich fragen als Markttreibender müssen es denn jetzt unbedingt auch meine Gesprächsdaten sein?

00:26:53: Kann das nicht auch sein dass sich ja mich keine Ahnung manchmal über sonst was unterhalte, was aber in gar keiner Weise mit irgendeiner Kaufabsicht assoziiert ist?

00:27:02: und dadurch dass wir ja auch gesehen haben an unseren Daten eavesdropping wenn es dann passiert oder wenn die Konsumenten davon ausgehen, dass eavesdropping stattgefunden hat.

00:27:12: Er führt das zu mehr Equipiness und reduziert die Markteffektivität würden wir halt dazu sagen oder den Marktexperten raten macht es einfach nicht.

00:27:21: also ist wieder eine Grenze die da überschritten wird.

00:27:25: Gesprächsdaten haben nicht immer unbedingt was mit tatsächlichen Kaufabsichten zu tun sondern nutzt er einfach andere Quellen die beim Konsumenten akzeptiert sind bei dem die Konsumentent verstehen was im Hintergrund abläuft, ja würden da auch klar davon abraten eben eavesdropping zu verwenden unabhängig davon ob das tatsächlich gemacht wird oder nicht.

00:27:49: aber wir sehen eben viele konsumenten denken dass das passiert.

00:27:53: Habt ihr euch auch ein bisschen damit auseinandergesetzt wie ich mich als Konsument davor eventuell schützen kann?

00:27:59: Also wie kann ich denn meine Einstellungen dann vielleicht auch wählen so dass sich ...möglichst geringe Halte, dass das Handy tatsächlich mithält.

00:28:09: Also bei uns passiert es jetzt gerade hoffentlich nicht... ...weil das Handy liegt jetzt außerhalb von unserem Studio!

00:28:14: So dick sollten die Wände hier jetzt hoffentlich sein?

00:28:17: Aber mal gucken ob ich nachher einen Bericht angezeigt bekommen.

00:28:22: Tatsächlich ist es so, dass man aus Seiten des Konsumenten also aus eigener Sicht da nicht unbedingt was dafür tun kann.

00:28:29: Es gibt eine so eine Theorie, die nennt sich Watermarking Und das bedeutet quasi, dass je weiter die Digitalisierung voranschreibt.

00:28:38: Voranschreitet die digitalen Endgeräte sogenannte Wasserzeichen identifizieren können.

00:28:44: Es geht sehr gut.

00:28:45: wenn jetzt zum Beispiel auf dem Smart TV irgendwas erzählt wird dann kann eben ein Smartphone quasi das was technisch berichtet wurde transferieren als so eine Art Wasserzeichen aufzeichnen und dann in entsprechende Werbung ausschalten.

00:28:59: Und man geht davon aus, dass das eben auch mit Gesprächsdaten passiert.

00:29:04: also die Handy sind quasi in so einer bestimmten Art und Weise programmiert, dass wenn ein bestimmter Begriff fällt dann eine Triggerung stattfindet im Smartphone.

00:29:14: Und dann eine entsprechende Werbeanzeige ausgespielt wird.

00:29:18: Jetzt kann man natürlich hingehen und schauen welche Berechtigungen haben denn überhaupt meine Apps?

00:29:23: Also man kann ja durch seine Apps scrollen und diese App hat Zugriff auf Gesprächsdaten Und das sieht man ja tatsächlich sehr oft, halt auch Apps zum Beispiel teilweise auch Finanz-Apps die eben Gesprächsdaten aufzeichnen und analysieren.

00:29:38: Wo man sich da manchmal auch fragt naja was folgt denn überhaupt in meinen Gesprächstaten?

00:29:41: Ich würde es einfach nur meine Bankdaten überwachen.

00:29:44: aber oft ist das halt so dass eben auch bei vielen Apps Gesprächssdaten Aufzeiten werden und man könnte jetzt natürlich als Konsument hingehen halt sich durch seine Apps scrollen und überall diesen Haken wegsetzen bei der Erfassung von Gesprächsstarten.

00:29:58: Das kann man machen.

00:29:59: Das ist natürlich aber weder die Frage, was passiert wenn jetzt ein Software Update kommt oder wenn sich mein Handy ausschaltet und man schaltet es wieder an.

00:30:07: Und da ist irgendwie eine Einstellung drin, die alles wieder auf die Werksanstaltungen zurück setzt.

00:30:11: Man hat nicht unbedingt Kontrolle darüber, was im Hintergrund abläuft.

00:30:16: Das heißt in der Theorie kann man das natürlich machen.

00:30:20: ob das dann auch passiert ist dann natürlich auch wieder einer andere Frage, aber vielleicht eine wichtige Perspektive wäre vielleicht auch so ein bisschen ja Perspektivenwechsel.

00:30:31: Also es ist ja so wenn man sich als Konsument im Online-Bereich auffällt dass man da ja vieles kostenlos machen darf also ich nutze ja Instagram kostenlos, link innen kostenlos und ganz viele Webseiten kostenlos und dass man da vielleicht auch so ein bisschen überlegt, das muss ja auch irgendwie durch eine bestimmte Art und Weise betrieben werden im Hintergrund.

00:30:55: Und dass man dann vielleicht auch argumentieren oder überlegen könnte, naja die armen Marktreibenden müssen ja auch an ihre Daten kommen und sich dann auch überlegt ist es denn jetzt wirklich so dramatisch wenn da jetzt genutzt wird über das ich besprochen habe?

00:31:13: Es gibt immer so verschiedene Perspektiven was der man so eine Thematik betrachten kann.

00:31:18: Ja, und für viele ist es ja auch schon zu einer Art Normalität geworden einfach.

00:31:23: Man hat dann vielleicht ab und zu noch diese creepy Momente, wo man sich so denkt... Keine Ahnung, wo es das jetzt wieder hergenommen hat.

00:31:29: Dass mir jetzt irgendwie die Gartenschere angezeigt wird, wo ich doch vor drei Wochen bei meinen Eltern gefragt habe, wo habt ihr die Hecke geschnitten so ungefähr?

00:31:40: Wo kommt das jetzt plötzlich jetzt her?

00:31:42: Aber im Großen und Ganzen ist man's ja irgendwie auch schon ein bisschen

00:31:46: gewohnt.

00:31:47: Wir hatten auch so gesehen also Ende wenn man eine Forschungsreihe durchgeführt hat überlegt man immer, wo kann die Reise noch hingehen?

00:31:55: Was kann ja so zukünftiger Forschungsbedarf sein?

00:31:58: Und da haben wir auch gesehen, dass natürlich sinnvoll wäre solche Gewöhnungseffekte.

00:32:02: auch zu untersuchen.

00:32:04: In der Wissenschaft wird häufig auch von sogenannten Chilling-Effekts gesprochen, also quasi die Anpassung an dem was die Digitalisierung möglich macht und da könnte man ja auch wieder überlegen passt man vielleicht sein eigenes Verhalten dahingehend an weil man vielleicht auch die Befürchtung hat dass das eigene Handy mit herren könnt.

00:32:22: Also ich denke jetzt nicht so an Alltagsbeispiele wie die Gartenschere sondern wenn es zum Beispiel um psychische Probleme geht oder wenn's irgendwie um Medikamente geht, wenn man zum Beispiel nicht möchte, dass die Technologie weiß, wenn ich bestimmte Krankheiten habe oder vielleicht auch in der aktuell angesprochenen politischen Situation.

00:32:41: Wenn man das Gefühl oder auch die Angst haben muss, dass man bestimmte Dinge im privaten Kontext nicht laut aussprechen darf weil dort eben ja bestimmte Daten genutzt werden könnten für Marketingzwecke und das wird natürlich ein wichtiger Punkt zu überlegen ist das eine Entwicklung?

00:32:58: in die man sich hinbegeben möchte?

00:33:01: oder würde es da schon einen Sinn machen, einen Riegel vorzuschieben und konkret zu sagen bestimmte Datenquellen zu nutzen ist in Ordnung.

00:33:09: Aber bei anderen Datenquällen wäre es halt besser das komplett so

00:33:13: unterlassen.".

00:33:14: Ja auf jeden Fall eine spannende Ansicht!

00:33:17: Und da kann ja auch jetzt jeder mal der Zugehörter ein bisschen in sich gehen und gucken wie es so die nächsten erst einmal, zwei Monate und dann Jahre weitergehen soll.

00:33:26: Wie geht es bei dir denn weiter?

00:33:27: Hättest du jetzt, nachdem du ja schon sehr lange intensiv geforscht hast auch noch mal Lust nochmal so ein Forschungsprojekt mit anzugehen.

00:33:37: Ja doch!

00:33:39: Ich bin ja jetzt so ein bisschen raus aus der aktiven Forschung.

00:33:45: Wir haben ja gerade gesagt das gibt da also so viele Sachen die man da noch prinzipiell erforschen kann.

00:33:51: Und ja, ich denke gerade auch in der Gesundheits- und Fitnessbranche gibt es da sehr viel Potenzial an Forschungslücken die man da auch noch füllen kann.

00:34:01: Nee doch könnte ich mir durchaus vorstellen auch in dem Bereich noch weiter zu machen.

00:34:06: Ja, und wie fandest du diese Zeit der Forschung generell?

00:34:09: Wie lange hat es gedauert.

00:34:10: Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen dann was jetzt eben gesagt, also Bachelor-Masterpsychologie, dann zu sagen hey ich habe jetzt erst mal... wie lang hast du studiert an sich?

00:34:23: Das waren schon sechs Jahre ja auch sechs Jahre Psychiatrie Studium.

00:34:27: Und dann so denken und jetzt hau ich noch einen drauf hier

00:34:31: Es ist eigentlich eine ganz spannende Sache.

00:34:32: Wenn man in der Psychologie hört, hat man ja häufig so ein bisschen diese therapeutische Schiene im Blick.

00:34:40: Das ist aber sowas viele nicht wissen.

00:34:43: nach dem Psychologie-Studien wenn man psychologischer Psychotherapeut werden möchte erst mal nach dem Master nicht fertig sondern muss noch eine mehrjährige Ausbildung absolvieren die man im schlimmsten Fall selbst finanzieren muss für die man auch nicht vergütet wird.

00:35:00: Man tut quasi was für die Gesellschaft, bekommt aber häufig während der Ausbildung jetzt nicht unbedingt so viel da zurück.

00:35:06: Deswegen war für mich sehr schnell klar am Nähe dem Bereich möchte ich auch einfach aus monetären Gründen sich unbedingt eingehen.

00:35:13: Ich möchte halt das wissen was ich im Psychologie Studium erworben habe Für andere Zwecke verwenden wie zum Beispiel für Forschungszwecke.

00:35:20: und da hat sich ein bisschen Masterstudium weil mir herauskostalisiert, dass mich einfach so ein bisschen ja das ist Zahlen und Datengetriebene arbeiten.

00:35:31: So ein bisschen mehr anspricht was jetzt nicht unbedingt zu üblich ist wenn man an der Psychologie Studium denkt.

00:35:38: aber man braucht natürlich das ganze Wissen was man in der Psychologie gelernt hat um wirklich wissenschaftliche gute Studien durchzuführen um damit eben bestimmte Prozesse In der Praxis zu erforschen.

00:35:54: Und so bin ich im Masterstudium auf die Veranstaltung Marktworschung aufmerksam geworden, also können das Psychiologie Studenten da verschiedene Nebenfächer wieder unter andere Marktforschung, dass eben vom der BBL-Fakultät angeboten wurde und da habe ich dann auch noch mal ein Final gesehen, Forschung eben auch tatsächliche Anwendungshontexte haben kann, die aber auch für wirtschaftliche Entscheidungen von sehr hoher Relevanz sein kann.

00:36:24: Ich habe vorhin den Punkt von Marketing-Effektivität angesprochen und hab mir dann vorgestellt, nee das ist eigentlich so ein ganz cooler Bereich in dem man eintauchen möchte und was vielleicht zu klassischen Marketingagenturen vielleicht oft noch so ein bisschen zu sehr an der Oberfläche Leib wird in so einer Promotion im Bereich Marketing, Konsumentenverhaltensforschung natürlich sehr auf Detail-Ebene analysiert.

00:36:53: Also wo ist hier im praktischen Marketing?

00:36:56: Oft darum geht mache ich jetzt Marketingkampagne A oder B. Was bringt mir Output?

00:37:00: Was bringt eine Follower, was bringt mehr Likes ist natürlich in der Forschung im Marketingbereich ein bisschen tiefgreifender.

00:37:07: Da schaut man eben genau auf das, was passiert zunächst im Konsumenten, was denkt der Konsument, was fühlt der Konsument, was motiviert den Konsument und was hat das für Reaktionen und Konsequenzen?

00:37:20: aber natürlich auch Konsequenten die eben tatsächlich irrelevanz mit sich bringen.

00:37:24: Und das fand ich einfach sehr cool, dass man so ein bisschen von allem mitbringen kann und das eben sehr detailiert erforschen kann.

00:37:35: Auch wenn es natürlich einen sehr langwieriger Weg gewesen ist.

00:37:40: Ich sage mal, wenn man mich jetzt fragen würde, würdest du jetzt gleich nochmal promovieren?

00:37:46: Würde ich glaube ich eher sagen nicht unbedingt jetzt sofort!

00:37:50: Ich bin aber trotzdem froh, dass ich diesen Weg gegangen bin.

00:37:53: Schau einfach mal, was sich in den nächsten Jahren da so ergeben kann.

00:37:58: Und bist du dann von dir aus am Lehrstuhl auf die zugegangen?

00:38:02: Hättet ihr Interesse dran und dann habt ihr zusammen nach dem Thema geschaut.

00:38:05: oder hatte das auch aus der Anveranstaltung so ergebens schon?

00:38:08: Indirekt!

00:38:08: Ich wollte eigentlich nur hier wie sein an Lehrstuhen.

00:38:12: Ja ich bin da als Psychologe in diese BWL-Veranstaltungen gekommen und es ist halt so im Psychologiestudium hat man weit aus mehr Statistik als das bei den BWLern der Fall ist.

00:38:22: Da stehen andere Fächer im Vordergrund und man kratzt da auch so im Bereich Statistik nur ein bisschen in der Oberfläche, und dann war ich ja sehr aktiv auch in der Vorlesung und bin am Ende manchmal zu der Professorin oder auch die Übungsanträge hingegangen.

00:38:35: Und er hat gefragt ob sie hier wie Stellen zu besetzen haben?

00:38:38: Das hat aber zeitlich nie ganz gepasst!

00:38:41: Dann war ich irgendwann am Ende des Studiums und hatte eigentlich eher eine Übergangsmöglichkeit gedacht.

00:38:48: Und dann hieß es aber, nee, hier wie aktuell werden nicht gesucht.

00:38:52: Aber wir suchen eine Promotionsstelle.

00:38:55: und da hatte ich erst noch so ein bisschen gezögert weil ich dachte, ich habe mich mit dem Thema Promotion eigentlich noch gar nicht so auseinandergesetzt.

00:39:02: als ich das dann aber gemacht habe, hab' ich dann auch gesehen aus der Grunde die hat vorher gesagt man kann sich halt sehr intensiv in einem Thema auseinandersetzen, da aber auch schauen wie kann man diese Tiefe auseunandersetzung nutzen um tatsächlich irgendwas in der Praxis zu bewirken?

00:39:18: Und habe mich dann entschieden, nee ich mache das jetzt einfach mal.

00:39:20: Ich schaue mir das mal an.

00:39:23: Ja ein Büro ist auch nicht das gemacht zu haben.

00:39:25: Ist wahrscheinlich nicht der leichteste Weg gewesen aber ich denke auch einen Weg bei dem man halt sehr viel mitnehmen konnte.

00:39:32: also ich war da ja schon einige Jahre an dem Lehrstuhl Aber hab da wirklich sehr viele Erfahrungen gemacht und so waren auf internationalen Konferenzen Wir sind in die USA gefahren wir waren Frankreichs hat sich sowohl von hier entfernt Da konnten ganz viele verschiedene Länder sehen, konnten da unsere Forschung vorstellen, konnten Kontakte knüpfen die sich auch danach noch gehalten haben.

00:39:54: Also es ist wirklich eine unglaublich lehrreiche Zeit und sehr viel Input den man mitnehmen kann also nicht nur auf fachlicher sondern halt auch auf menschlicher Ebene wenn man dann die ganzen tollen Menschen denkt wie man zu über die vielen Jahre kennengelernt hat.

00:40:09: Hört sich auch sehr gut an Hast du dein Hauptworuflich promoviert in dem Fall?

00:40:14: Ja,

00:40:15: genau.

00:40:15: Das war eine Besonderheit an dem Lehrstuhl, an dem ich promovieren durfte.

00:40:20: Ich hatte eine hundertprozentige Stelle als Promotionsstudent bzw.

00:40:27: wissenschaftlicher Mitarbeiter und das ist eigentlich auch nicht so selbstverständlich.

00:40:31: Häufig ist es so dass man nur Stellen im Bereich von fünfzig, sechzig manchmal seventy-fünf Prozent erhält und das war dann eben eine Besunderheit Leerstuhl.

00:40:42: Was aber auch heißt, naja, einhundert Prozent arbeiten und dann die Promotion läuft halt so über den was über die einhundert Prozent rausläuft.

00:40:50: Aber ich glaube das ist ganz normal.

00:40:53: also wenn man promoviert muss man vorher wissen man sitzt da viel in der Freizeit, man sitzt hier viel nach der regulären Arbeitszeit Man muss sich da am Wochenende hinsetzen.

00:41:03: Und wenn man das nicht bereit ist zu investieren, naja dann bringt so eine Promotion auch nichts.

00:41:08: Also wenn man halt so einen normalen nine to five Job haben möchte... ...dann gibt's da bestimmten Möglichkeiten aber nicht.

00:41:13: wenn man promovieren möchte die muss man sich einfach im Vorfeld bewusst sein.

00:41:19: und irgendwann isst man aber auch so sehr drin sagt man auch nicht, nee ich werfe das jetzt alles hin.

00:41:25: Sondern man hat da schon so viel im Vorfeld geleistet es soll ja auch irgendwas am Ende dabei rauskommen weil dann irgendwie der Weg dahinter einem liegt dann halt oft schon weit aus.

00:41:34: größer ist als dass was man eben noch zu bewältigen hätte.

00:41:38: und dann zieht man das halt am ende auch einfach durch.

00:41:41: Auch wenn man sich jetzt zwischendurch irgendwie dachte boah ich komme irgendwie gar nicht mehr klar!

00:41:45: Ich habe da irgendwie fünfzig Paper auf meinem Schreibtisch zu liegen und nichts noch.

00:41:48: irgendwie sind meine Daten machen keinen Sinn aber am Ende Klappt es ja dann doch immer irgendwie?

00:41:54: Ja, das ist auf jeden Fall ein guter Tipp.

00:41:56: Das haben auch unsere Kollegen Dr.

00:41:58: Andreas Barz und Dr.

00:41:59: Marcel Reuter.

00:42:00: mit denen hat mein Kollege Karsten Wethäuser schon gesprochen.

00:42:02: Das habe die auch gesagt.

00:42:03: Es wird auf jeden fall Momente geben in denen man denkt Boah ich hab wirklich keine Ahnung warum ich damit überhaupt angefangen hab aber es lohnt sich am Ende trotzdem wenn man's eben macht weil man's aus Leidenschaft macht.

00:42:15: Man sollte es nicht einfach machen um sich einen Titel jetzt heranzuarbeiten.

00:42:20: Man sagt ja in der Psychologie, da gibt es so Motivationsforschung.

00:42:23: Hier gibt's die extrinsische Motivation aus externen Gründen wie Geld, Anerkennungen

00:42:30: usw.,

00:42:30: aber eben auch weiteres Wichtiger, die intrinsische Motivation also das halt zu machen was einen antreibt wofür man brennt.

00:42:37: und wenn man halt nicht für Wissenschaft brennnt immer nicht dafür brennen sich mit irgendeiner Thematik auch auseinanderzusetzen wochenlang auseinandersetzten nach Federn widersprüchen zu suchen und das eben detailliert zu analysieren, dann ist promovieren nichts für einen.

00:42:54: Wenn man aber sagt nee es ist okay kann ich kann nicht mal machen so ein paar Jahre ja dann findet man da schon einen ganz guten Weg für sich.

00:43:02: auf jeden Fall hast du jetzt noch irgendwas zur deiner Arbeit oder zu dem wo drüber wir jetzt gesprochen haben wo du sagst es wäre dir wichtig dass noch loszuwerden oder

00:43:12: was man glaube ich auch nicht Einfach nachlässigen oder auch so ein bisschen im Blick behalten sollte.

00:43:19: Es ist ja so, dass halt die Forschung, die läuft ja nicht so im stillen Kämmerlein ab sondern man probiert das Ganze ja auch immer an die Außenwelt zu tragen.

00:43:28: also es läuft ja so.

00:43:29: Man führt halt irgendwie, man hat eine Hypothesen, führt Studien durch Macht seine Studien schaut sich die Ergebnisse an und besten Fall kommt das genauso raus was man sich im Vorfeld überlegt hat und schreibt das ganze dann zusammen zu einem Forschungsbericht.

00:43:41: für Schreie sagen auch gerne Paper dazu Und diese Paper werden dann den internationalen Journal eingereicht, um die eben versucht möglichst zu veröffentlichen.

00:43:52: Und das ist halt ein Prozess, den viele glaube ich auch unterschätzen.

00:43:55: Also das kann durchaus mal ein bis zwei Jahre dauern oder so.

00:43:58: Man schreibt da jetzt ein schönes Paper zusammen, schickt es dann irgend einen Journal und dann wird das halt kritisch beäubt und dann kommt das halt irgendwann wieder.

00:44:07: Im besten Fall ist man quasi eine Runde weiter im Review-Prozess.

00:44:11: Im schlechtesten Fall wird man direkt aussortiert weil die halt sagen, nee, ist alles viel zu schlecht!

00:44:15: Gute Fall ist aber auch nicht immer unbedingt der beste Fall, weil man die sagen kann, naja es ja alles schön und gut.

00:44:21: Aber hier sind die einhundert Punkte, die schlecht sind in diesem Paper.

00:44:24: Mach die bitte noch.

00:44:25: schreibt das Paper nochmal und dann schickt es uns nochmal zu!

00:44:28: Aber bitte besser!

00:44:29: Und das läuft denn halt teilweise über mehrere Review-Runden und bei mir hat das bei einem Paper ja auch knapp ein Jahr gedauert also quasi von der... Initialen Einrechnung eines Papers, bis dann die finale Version akzeptiert wurde.

00:44:44: Und das muss man sich glaube ich auch so ein bisschen bewusst sein dass das halt auch nicht einfach alles so von jetzt auf gleich passiert also dass man da halt auch lernen muss mit Rückschlägen umzugehen.

00:44:53: Ich hatte auch mal einen Reviews und ja immer anonyme reviewer der auch gesagt hat zu dem Thema eavesdropping naja warum er vorstellt denn überhaupt irgendetwas wo noch nicht mehr klar ist ob das wirklich passiert oder nicht.

00:45:06: Ja gut, wir haben jetzt hier ein Dreivierteljahr Studien gemacht und man kann das halt auch mit einem Satz niederknien.

00:45:15: Und auf so Sachen muss man sich einfach einstellen dass dann da eben auch sehr harte Kritik kommen kann, dass auch das wo man sich überlegt hat naja das macht doch aber Sinn aus meiner Sicht ich habe mir ja auch was dazu überlegt Und dann halt irgendwie, dass es halt von einem Kopf zu Fuß komplett kritisiert wird und man sich damit auseinandersetzen muss mit dieser Kritik.

00:45:37: Das ist glaube ich etwas was viele junge Doktoranden am Anfang noch gar nicht so auf dem Schirm haben weil's ist ja auch meistens so das es halt so Musterstudenten sind die ja eine Promotion angehen aber dann halt teilweise auch bloß gestellt zu werden also wirklich vollends kritisierter zu werden.

00:45:56: damit muss man lernen umzugehen Und das ist glaube ich so ein wichtiger Punkt, dass Resilienz ist ja häufig so ein Stichwort.

00:46:04: Das lernt man halt wirklich durch eine Promotion und eben auch nicht aufzugeben.

00:46:09: Also dass man da schon mit vielen Rückschlägen umgehen muss, mit sehr viel Kritik.

00:46:14: Umgehen muss und immer halt versuchen muss die Kritik, die ja häufig am Ende doch immer irgendwie gerechtfertigt ist, mit der umzugehen... ...und eben die Sachen, die halt vorher gut waren oder okay war, dann sehr gut zu machen!

00:46:28: Ja, das ist ein wichtiger Punkt auf dem man sich einstellen sollte.

00:46:32: Und da sind wir auch nochmal bei dem Punkt dass wenn ich jetzt permanent gefühlt nur auf den Deckel bekommen, dass ich am Ende vielleicht denke weiß was?

00:46:40: Das Geld!

00:46:41: Das könnt ihr behalten.

00:46:42: Ich lass' das jetzt sein.

00:46:43: Ich will einfach nur meine Ruhe.

00:46:45: Ich möchte meinen Nine-Tour-Five-Job.

00:46:48: Keine Ahnung, ob zufrieden oder unzufrieden.

00:46:50: Egal einfach um fünf Uhr mein Stift fallen lassen.

00:46:54: Wenn ich das aber wirklich von ganzem Herzen will... ...wenn das ein Thema ist, dass es bewichtig ist und ich erforscht das weil ich das will wenn mir das wichtig ist.

00:47:01: Und wenn du das hinterfragst dann hinterfrage's halt!

00:47:03: Aber ich mach trotzdem weiter und am Ende wirst du auch wissen warum ich es erforschte.

00:47:08: Dass man da wirklich so hinter bleibt Und dass das tatsächlich einfach viel eher kommt, wenn man selber dafür brennt und motiviert ist.

00:47:15: Ganz genau!

00:47:16: Und vielleicht noch als Ergänzung dazu auch so ein bisschen zu realisieren... ist auch ein bisschen too much sein kann irgendwann, dass man auch so'n bisschen lernen muss loszulassen.

00:47:27: Also ich hatte ja gerade von diesem Review-Prozess erzählt.

00:47:29: danach, weil ich halt mega niedergeschmettert war und ich mir auch dachte Boah was soll ich denn jetzt überhaupt noch machen?

00:47:34: Es ist scheinbar selbst ende ich mir Gedanken mache, er führt es zu keinem guten Ergebnis.

00:47:38: und das war dann auch so, dass am Ende die Zeit knapp wurde und ich arbeite hier in der Abteilung Wissenschaft und Forschung Und da ist dann auch so ein bisschen kaputt, also meine Promotion war noch nicht abgeschlossen.

00:47:52: Ich hatte aber hier bereits das Angebot in der Abteilung zu starten und es war jetzt ein bisschen zeitkritisch.

00:47:57: Dann habe ich gesagt ne, nee, ich schreibe das jetzt hier, ich bringe das hier zu Ende.

00:48:00: Ich reiche das halt nochmal in den anderen Journal ein und ich hab jetzt einen neuen Job, ich habe jetzt einen anderen Fokus und darauf konzentriere mich jetzt!

00:48:08: Und siehe da einfach nur dadurch, dass ich halt losgelassen habe.

00:48:13: Da halt nicht mehr probiert habe oder irgendwie auf Teufel kam raus, da meine Publikation und meine Veröffentlichung zu bekommen.

00:48:19: Da waren die kritischen Stimmen dann auch nicht mehr ganz so kritisch im Gegensatz zu vorher.

00:48:26: Was ich einfach gesagt habe, nee, ich mache jetzt das Beste was noch geht entweder die finden es halt gut oder eben nicht.

00:48:33: Und das hat dann tatsächlich auch geklappt am Ende mit der Publikation, wo ich mich vorher irgendwie so teilweise in Widersprüche da so verworren habe.

00:48:42: Da irgendwie auf jede dritte Kommastelle noch versucht habe alles zu prüfen und da dann einfach ein bisschen pragmatischer rangegangen bin und auch so ein bisschen gesagt hab oder mehr versucht habt zu vertrauen naja es wird halt schon alles irgendwie am ende.

00:48:57: also ich glaube da so ein bißchen Gelassenheit mitzubringen so ein bisschen halt Vertrauen dass am Ende doch irgendwie alles gut werden wird, ist dann manchmal auch nicht so verkehrt.

00:49:09: Ja, dann habe ich noch eine abschließende Frage.

00:49:10: Und zwar wie wichtig war auch das Umfeld in dem du in der Zeit warst?

00:49:13: Weil du hast jetzt ... Du hast dann durch diesen anderen Job und den Wechsel dann im Moment ja auch von dem Umfeld loslassen können aber davor brauchst du ja auch einen Umfeld dass dich auch permanent motiviert eigentlich dran zu bleiben und dass dir dann immer nochmal zuspricht und sagt ja dann fragt ihr Dich das halt Aber du weißt doch warum du hier vorst oder warum du das machst.

00:49:32: Du weißt es doch!

00:49:33: Dann mach doch weiter!

00:49:34: Das kann man sich selber ja... sehr oft sagen, aber manchmal reicht ja auch die eigene Stimme nicht aus.

00:49:39: Genau.

00:49:40: Nee es ist ein sehr wichtiger Punkt.

00:49:42: das eigene Umfeld ist natürlich so oder dass interne Lehrstuhl umfüllt weil die verstehen natürlich genau was in einem vorgeht wenn man da irgendwie monatelange etwas geforscht wird und dann kommt irgend wie so jemand Und ja, redet das eben nieder.

00:49:54: So in einem Satz ist es natürlich sehr wichtig da natürlich auch die fachliche Betreuung durch den Doktor Mutter durch die Doktor Vater, die natürlich auch halt nicht nur das ganze fachlich betreuen sondern dann natürlich auch immer versuchen sollten Die eigenen Doktoranden zu motivieren aber dann natürlich Auch dass private umfällt und das ist glaube ich auch immer so ein bisschen eine Schwierigkeit weil Ich glaube die verstehen das halt auch nicht immer unbedingt Wenn man so niedergeschmettert ist wenn der hat noch mal so eine Niederlage passiert ist, weil es eben teilweise auch ganz schwierig ist das halt nach außen zu kommunizieren was man irgendwie so den ganzen Tag lang macht und wenn dann eben solche Rückschritte auffrieden.

00:50:35: Man sagt ja auch immer man fragt ein Doktorand nicht wie's mit der Doktorarbeit läuft.

00:50:39: Ja ist doch schlecht!

00:50:40: Wie solls auch sonst laufen?

00:50:42: Nee, und da dann einfach auch wenn dann eben der eigene Partner die eigene Partnerin da halt auch so ein bisschen Akzeptanz mitbringen.

00:50:49: Einfach ja so ein bißchen der Fels in der Brandung sein kann.

00:50:52: also ich hatte da halt das Glück in einer sehr glücklichen und stabilen Beziehung zu sein über die gesamte Zeit der Promotion ohne mich da immer konkret rechtfertigen zu müssen.

00:51:03: Meinmal war ich dann einfach abends schlecht drauf konnte aber auch nicht unbedingt sagen was jetzt gerade der konkrete Anlass dafür ist.

00:51:13: Und ich glaube, wenn man da halt jemanden eine Seite hat der mit sehr viel Akzeptanz dem Ganzen begegnet dann ist er auch sehr viel gewonnen und dass man sich glaube auch darauf einstellen muss das man sich nicht gegenüber jedem rechtfertigen muss.

00:51:28: also man hat ja oft so sehr viele Menschen in seinem Umfeld und man merkt ja auch schnell mit bestimmten Menschen kann man halt über solche Probleme reden die ihm zu einer Promotion auftreten und mit anderen Da kann man es versuchen, aber man merkt halt schnell.

00:51:44: Die verstehen eigentlich gar nicht in was für einer Welt ich mich befinde.

00:51:47: Aber das eben auch zu akzeptieren und dann zu sagen ne, das sind halt andere Leben.

00:51:51: zum Welten, in denen sich andere Menschen akzeptiert ohne dem mit irgendeiner Art von Wertung zu begegnen.

00:51:58: Finde ich ein sehr schönes Schlusswort!

00:52:00: Vielen vielen Dank für deine Zeit.

00:52:01: Ja, sehr gerne.

00:52:02: Vielen Dank dass ich hier sein durfte.

00:52:03: Sehr gerne.

00:52:04: wir hören uns bestimmt bald wieder.

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