Krebs, Ernährung und Lebensqualität: Erkenntnisse aus einer Promotion zu Bauchspeicheldrüsenkrebs

Shownotes

Wenn Essen plötzlich zur Herausforderung wird

Wir sprechen häufig darüber, wie Ernährung unsere Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Regeneration unterstützt. Doch was passiert, wenn eine schwere Erkrankung wie Bauchspeicheldrüsenkrebs dazu führt, dass der Körper Nahrung nicht mehr ausreichend aufnehmen und verwerten kann?

In dieser Folge spricht Dr. Aline Amsel über ihre Promotion zu Ernährungsinterventionen bei Patientinnen und Patienten mit Pankreaskarzinom. Dabei geht es um die Auswirkungen der Erkrankung auf den Ernährungszustand, die Herausforderungen von Mangelernährung sowie die Chancen und Grenzen verschiedener Ernährungsformen – von individueller Ernährungsberatung bis hin zur künstlichen Ernährung.

Außerdem berichtet Aline von ihrem persönlichen Promotionsweg: sechs Jahre Forschung neben einem Vollzeitjob, die Bedeutung eines passenden Forschungsthemas und warum Durchhaltevermögen allein nicht ausreicht.

Darum geht's in dieser Folge:

  • Was ist ein Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)?
  • Warum spielt Ernährung bei dieser Krebsart eine besonders wichtige Rolle?
  • Welche Folgen haben Mangelernährung und Gewichtsverlust?
  • Wann kommt künstliche Ernährung zum Einsatz?
  • Welche Auswirkungen hat sie auf die Lebensqualität?
  • Die wichtigsten Ergebnisse aus Alines Forschung
  • Warum individuelle Ernährungstherapie möglichst früh beginnen sollte
  • Forschungslücken in der Ernährungsmedizin bei Krebserkrankungen
  • Promotion neben dem Beruf: Herausforderungen, Motivation und Learnings
  • Tipps für angehende Promovierende

Die in der Folge besprochenen wissenschaftlichen Veröffentlichungen wurden Open Access veröffentlicht und sind frei zugänglich. Die entsprechenden Links findet ihr hier: ResearchGate

mehr Infos zum Studium an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement gibt's hier.

Transkript anzeigen

00:00:09: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts Studieren mit Gehalt.

00:00:14: Wir sprechen hier oft darüber, wie wir uns gesund ernähren können für Leistungen, Regeneration oder langfristige Gesundheit.

00:00:20: aber meistens gehen wir dabei davon aus dass unser Körper Nahrung überhaupt normal aufnehmen kann und verwerten kann.

00:00:26: doch was passiert eigentlich wenn genau das nicht mehr funktioniert?

00:00:30: Wenn Essen plötzlich zur Herausforderung wird beispielsweise bei Menschen mit Bauchspeicheltrüsenkrebs?

00:00:36: Genau mit diesem Thema hat sich meine Kollegin Aline Pamsel intensiv beschäftigt.

00:00:40: Wissenschaftlich, aber auch mit Blick auf die Menschen dahinter!

00:00:43: Hi Aline, schön dass du da bist.

00:00:44: Hallo Ronja

00:00:46: Ja, wie ich schon gerade angesprochen habe, bestätigen wir uns heute in der Podcastfolge mit dem Thema Bauchspeicheltrüsenkrebs bzw.

00:00:55: vielleicht fangen wir damit auch gerade an weil der Fachbegriff dafür ist ja Pankreas Karzinom.

00:00:59: also was genau ist das eigentlich?

00:01:01: Du hast eben schon gesagt es ist ein bösartiger Tumor der sich in einer Bauchspeicheltrüse befindet

00:01:07: Und du bist vom Fachbereich Ernährung und genau darum geht es jetzt auch.

00:01:11: Also warum ist denn Ernährungen gerade bei dieser Krebsart so ein großes Thema vielleicht sogar stärker als bei vielen anderen Erkrankungen?

00:01:19: Ja, wenn man sich die Aufgaben der Bauchspeichhetrüse anschaut dann gehört da halt unter anderem dazu das Verdauungsenzyme produziert werden.

00:01:27: Wenn dieses Organ durch den Tumor jetzt einfach nicht mehr seine volle Aufgabe erfüllen kann Dann kann das eben dazu führen, dass nicht mehr ausreichend Verdauungsenzyme produziert werden oder vielleicht auch gar keine mehr.

00:01:39: Weil vielleicht auch ein Teil dieses Organes entfernt werden musste weil es vom Tumor befallen war und wir somit in unserem Verdauungssystem also dann vor allem im Darm eben zu wenig Verdauungenzyme vorliegen haben unsere Nahrung somit nicht richtig aufspalten können nicht mehr genug aufnehmen können und dann langfristig eben auch Mangel ernährt sein können.

00:02:04: Ja, Thema Mangelernährung – also du sprichst es gerade schon an – viele Betroffene verlieren deshalb auch stark an Gewicht.

00:02:11: Also kommt das daher?

00:02:12: Ist das der Grund dafür?

00:02:14: Genau!

00:02:14: Das ist mit ein Grund.

00:02:15: Es gibt verschiedene Gründe dafür aber mit einem Grund natürlich wenn wir die Nahrung nicht mehr richtig aufspalten können, aufnehmen kann kommen natürlich die Kalorien auch nicht mal dort an wo sie hin sollen.

00:02:28: Dazu kommt natürlich auch eine Appetitlosigkeit, die durch unterschiedliche Faktoren verursacht ist.

00:02:34: Unter anderem auch durch die Krebserkrankung selbst und durch die medikamentöse Behandlung.

00:02:39: Und ja viele weitere Faktore aber insgesamt führt es eben dazu dass diese Personen dann häufig unter einem starken Gewichtsverlust leiden.

00:02:48: Ja dann kommen wir zu dem Thema Essen generell.

00:02:51: das ist ja auch was soziales und emotionales.

00:02:55: wie ändert sich das denn für Betroffene?

00:02:58: Ja, das fängt ja damit an dass viele unter dieser genannten Appetitlosigkeit leiden und dann einfach auch schon keine Lust mehr haben zu essen.

00:03:07: Dazu kommt aber auch, dass viele Patienten eben auch klinisch ernährt werden müssen also zum Beispiel über eine Infusion oder Formularernährung oder andere nicht schmeckende oder hoher Lebensqualität verbundenen Nahrungsaufnahme.

00:03:27: Und das führt einfach dazu, dass das Essen nichts Schönes mehr ist sondern diese Patienten immer im Kopf haben essen zu müssen.

00:03:36: Sie kriegen also egal vom Arzt, vom Ernährungstheraporten immer wieder gesagt du musst essen!

00:03:42: Du musst essen, es ist ganz ganz wichtig, dass du nicht so viel Gewicht verlierst.

00:03:46: und diesen Druckessen zu müssen ist glaube ich für viele eine große Herausforderung und das schränkt sie dann auch stark ein.

00:03:54: Ja, also kann man auch sagen dass Essen irgendwann eher zur Belastung wird als Genuss.

00:03:59: Auf jeden Fall

00:04:00: ja!

00:04:01: Okay damit kommen wir auch schon dann zum Thema künstliche Ernährungen weil das irgendwann bei vielen auch möglicherweise ins Spiel kommt.

00:04:09: wenn wenn das Anlass nicht mehr funktioniert was versteht mir darunter eigentlich?

00:04:14: Genau so künstlich Ernährung.

00:04:15: ich hatte eben schon kurz angesprochen klinische Ernährungs.

00:04:18: Darunter gehören verschiedene Dinge.

00:04:20: Unter anderem zum Beispiel die enterale Ernährung, das kann eine einfache Trinknahrung sein, die einfach ergänzt zur normalen Kost gegeben wird.

00:04:30: Das kann aber eben auch sein dass man ne Magensonde gelegt bekommt und dann eben extern mit Nahrung versorgt wird.

00:04:43: immer parallel zur normalen Nahrungsaufnahme eben zusätzlich, um die Kalorien zuvor eben zu erhöhen.

00:04:48: Ausreichend Proteine zuzuführen und ausreichend Mikronährstoffe.

00:04:53: Und dann gibt es halt noch in Anfangszeichen letzte Stufe die paarenterale Ernährung über Infusion.

00:05:02: Da läuft quasi alles am Verdauungsdruck vorbei direkt in die Vene.

00:05:11: Ja, hier sprechen wir dann von einer Ernährung die nicht mehr wirklich was mit Essen zu tun hat.

00:05:15: Weil eben unser Verdauungstrakt ja umgangen wird und wenn man sich das so vorstellt ist es natürlich auch eine große Herausforderung.

00:05:24: also in meinen Daten die ich da mir angeschaut habe aus der Studie war es ebenso dass diese Patienten über Nacht diese parenterale Ernährungen vom Pflegedienst angehangen bekommen.

00:05:37: Da kam am Abend um achtzehn Uhr Ein Pflegedienst vorbei, hat die Infusion angehangen und sie waren ab achtzehn Uhr diesen Infusionsständer gebunden.

00:05:48: Und es war dann eben nicht mehr möglich in die Pizzeria zu gehen oder an einem schönen Sommerabend noch einen Spaziergang zu machen weil sie eben ja an ihr Zuhause und an ihren Infusionsständen gebunden waren.

00:06:01: Das ist natürlich sehr schwierig, weil das ein sehr langer Zeitraum ist bis zum nächsten Morgen, bis der Pflegedienst dann wieder kommt die Infusion noch mal abklemmt und das halt über mehrere Wochen, ja, schränkt die Lebensqualität dann schon sehr stark ein.

00:06:16: Ja?

00:06:16: Das war einfach so... Ein bisschen geht es auch schon in die nächste Frage weil man das oft mit so einem kritischen Zustand und auch dieses Bildveraugen halt verknüpft.

00:06:25: Und das hat ja auch sehr viel nicht nur körperlich sondern das macht natürlich auch mental was mit einem.

00:06:30: Ja

00:06:30: genau richtig.

00:06:33: Allein wie ich schon gesagt habe also allein zu wissen, man hat dauerhaft Ja, diesen Termin mit dem Pflegedienst um achtzehn Uhr der einen dann an zu Hause bindet.

00:06:43: Das schränkt einfach stark ein und das geht auf die Psyche.

00:06:47: Das geht ja mental ist es einfach sehr, sehr stark belastend für diese Patienten.

00:06:52: Wann entscheidet man sich denn eigentlich dafür künstliche Ernährung einzusetzen?

00:06:56: Es wird immer lang gemacht wenn die Orale zuvor nicht mehr ausreichend ist.

00:07:01: D.h.

00:07:01: Nummer eins ist es immer das über normale Lebensmittel abzudecken.

00:07:05: Dafür die Ernährungstherapie oder der Ernährungsberater auch zuständig.

00:07:10: Man kommt irgendwann aber in der Regel an einen Punkt, wo diese Patienten nicht mehr richtig essen können.

00:07:16: Die Appetitlosigkeit eben überwiegt, die Mangelernährungen überwiegen, zu starker Muske im Massenverlust auch aufgetreten ist.

00:07:24: und dann muss man irgendwie schauen dass man die Kalorien des Eiweißes, die Omega-Dreifertsäuren etc.

00:07:29: irgendwie in diesem Körper reinbekommt, den Anführungszeichen wenn man das so sagen darf um diesen Patienten eben dann auch eine möglichst gute Lebensqualität, Lebensdauer zu geben und auch eine gute Voraussetzung zu schaffen dass die Therapie weiter geführt werden kann.

00:07:47: Weil häufig ist es eben so das medikamentöse Therapien wie Chemotherapie zum Beispiel unterbrochen oder nicht fortgesetzt werden kann weil die Patienten zu stark Mangel ernährt sind und die Blutwerte einfach nicht mehr stimmen Und wir dann eben erst mal mit der Ernährung arbeiten müssen, den nochmal ein bisschen aufpeppeln müssen.

00:08:07: Um eine gewisse Basis zu haben dass wir eben dann eine weitere Chemotherapie zum Beispiel auch verbrechen können.

00:08:14: Das Immunsystem ist ja sowieso schon durch die Chemotherapien wahrscheinlich geschwächt und wenn man dann eben noch Mangel ernährt ist das ist wahrscheinlich dann auch nicht

00:08:22: so... Genau!

00:08:22: Wir haben also einen entsündlichen Prozess im Körper und das kombiniert medikamentöse Therapie.

00:08:29: aber Die ganzen einzündlichen Prozesse, die über den Tumor selbst kommen, führen halt dazu dass es zu diesem starken Muskelmassenverlust und der Mangelernährung dann auch kommt.

00:08:39: Okay, dann lass uns mal auf die Forschung selbst schauen!

00:08:43: Was war denn die zentrale Fragestellung deiner Arbeit?

00:08:46: Wir wollten wissen inwievert Ernährungsinterventionen, also unterschiedliche Ernährungsinterventionen Einfluss auf den Ernährungenstatus von Patienten, also zum Beispiel Mangelernährungkörpergewicht, Körperzusammensetzung.

00:09:00: Aber eben auch verschiedene Blutparameter und die Lebensqualität hat.

00:09:05: Wir wollten nicht spezifisch uns nur klinische Paramete anschauen wie das häufig in wissenschaftlichen Studien gemacht wird.

00:09:14: Man hat immer so die harten Endpunkte, die interessant sind.

00:09:16: Also wie lange lebt er?

00:09:17: Wie lange hält der durch?

00:09:20: Wie lang kann man das Medikament verabreichen?

00:09:22: Sondern uns ging es halt um die Kombination.

00:09:25: Wie geht das denn den Patienten damit?

00:09:27: Also, wie schaut's mit der Lebensqualität aus?

00:09:30: Ja was waren dann die Ergebnisse und die wichtigsten Erkenntnisse daraus?

00:09:33: Ja, die wichtigste Erkenntnisse waren erstmal dass eine individuelle Ernährungstherapie super wichtig ist Und die sollte am besten ab Diagnose schon erfolgen.

00:09:45: Und eben nicht erst wenn eine Mangelernährung diagnostiziert wird sondern eben von Beginn an, weil man weiß dass die meisten in einer Manger Ernährung dann auch enden und sie dann halt einfach rechtzeitig schon betreut.

00:10:00: Das war der erste Punkt.

00:10:02: Der zweite Punkt ist das wir herausgefunden haben.

00:10:05: also wir haben ja die unterschiedlichen Ernährungsformen miteinander untersucht im Systematischen Review uns da die unterschiedlicheren Studienergebnisse angeschaut und da wurde die parenterale Ernährungen, die enterale Ernärung verschiedene Mischformen aber auch eine reine Ernährungsberatung miteinander verglichen.

00:10:25: Und man hat da festgestellt, dass eine enterale Ernährung und Trinknahrungen die mit Omega-Dreifertsäuren angereichert ist am effektivsten eben ist um diese Parameterernährungsstatus und die klinischen Parameter möglichst lange aufrecht zu erhalten.

00:10:42: das heißt Wir haben es halt oder die Studienlage hat eben nicht gezeigt, dass wir hier irgendwelche großen Verbesserungen erreichen können.

00:10:50: Aber wir konnten es schaffen.

00:10:51: den Ernährungs- oder die Studierende haben gezeigt, das der Ernährungstatus gehalten werden konnte und das ist bei dieser Patientengruppe durchaus schon ein großer Erfolg.

00:11:03: wenn einfach der der Status sich nicht verschlechtert.

00:11:06: Ja

00:11:07: ja.

00:11:08: und dann letzter Punkt noch zur paranteralen Ernährungen.

00:11:11: da haben wir halt zum Schluss noch Eine Analyse, eine Sekundäranalyse gemacht und da haben wir eben festgestellt dass parentere Ernährung nicht pauschal gegeben werden sollte für jeden Patienten.

00:11:24: Man könnte ja denken naja gibt doch einfach jedem seine extra tausend Kilo Kalorien über Infusion dann ist er auch nicht so mangel ernährt um muss sich nicht so viel Sorgen machen ob er genug isst Ist leichter gesagt als getan denn das hat ne große Auswirkungen auf die Lebensqualität.

00:11:43: Ja, ein Ergebnis war im Endeffekt, dass die parenterale Ernährung nur in Absprache immer mit dem Arzt und zwischen den Patienten individuell entschieden werden sollte.

00:11:53: Ob es ihn macht oder nicht?

00:11:55: Okay, um... Und gab es auch irgendwie vielleicht Ergebnisse oder Entwicklungen, die dich überrascht haben?

00:12:01: Ja besonders überraschte hat mich eigentlich bei dem ersten Paper was ich geschrieben habe das war ja der Systematio Review Dass es so wenig dazu gibt.

00:12:10: Also Ich bin immer davon ausgegangen Man forscht super viel und man weiß super viel davon.

00:12:17: Aber im Endeffekt haben die Studien in dem Review gezeigt, dass es speziell zum Hankreaskatzinom super wenig Forschung gibt.

00:12:26: und wenn dann immer nur mit ganz kleinen Patienten zahlen das heißt methodisch sind die Studien einfach nicht gut zu bewerten.

00:12:36: viele Studien schließen auch unterschiedliche Krebsformen ein also Verschiedene, die den Verdauungstrakt beeinflussen.

00:12:44: Dann haben wir Magenkarzinometre.

00:12:47: Wir haben was, was die Galle betrifft, was sie lieber betriffe und dann kann man ja nicht von Äpfel auf Birnen schließen.

00:12:54: also nur weil etwas eine Studie eingeschlossen wurde, die vielleicht an einen Magenkrebspatienten untersucht wurde, dann können wir nicht eins zu eins auf unsere Bausprächeltrüsenkrebs-Patienten das ganze übertragen und das macht es halt super schwer.

00:13:11: Und das war eigentlich das, was mich am meisten überrascht hat.

00:13:14: Dass es so wenig Daten gibt und es einfach eine riesengroße Forschungslücke immer noch besteht.

00:13:20: Das heißt da gibts auf jeden Fall noch Forschungsbedarf?

00:13:22: Ja sehr viel!

00:13:25: Können wir als gesunde Menschen vielleicht auch irgendwas aus deiner Arbeit mitnehmen?

00:13:31: Wir können mitnehmen dass individuelle Ernährungstherapie mehr als nur Gewichtsreduktion und Sporternährungen ist Und wenn wir jetzt mal von uns aus gehen, wir bilden Ernährungsberater aus und dass unsere Ernährung berater sich eben auch mal dieser Zielgruppe widmen sollten.

00:13:52: Denn es gibt super wenig Personen die wirklich spezialisiert diese Patienten auch betreuen können und ja diese Patienten das aber sehr gerne und dankend annehmen.

00:14:03: von daher also nicht direkt die gesunden Person sondern wir als als Institutionen und unsere Absolventen, unsere Studierenden sollten sich Gedanken machen ob sie vielleicht in den Sektor einsteigen.

00:14:17: Sich da weiterbilden und vielleicht dieser Patientengruppe zukünftig einfach mehr Aufmerksamkeit schenken?

00:14:24: Ja das ist ja auch ein Thema... Da weiß man auch, man hilft halt wirklich Menschen damit.

00:14:29: Das ist ja dann was Schönes auf jeden Fall wenn man damit

00:14:34: was erreicht.

00:14:35: Ja und die sind super dankbar, wenn sie weniger Übelkeit haben, wenn die etwas besser vertragen und noch mal mehr Spaß am Essen haben also da kriegt man super viel zurück.

00:14:44: Das kann ich mir gut vorstellen.

00:14:46: ja wenn man dir auch zuhört also man merkt auch wieviel Arbeit und Tiefe hinter diesem Thema steckt.

00:14:51: Also es ist natürlich bei Forschungsthemen generell meistens so aber wie lange hat das denn eigentlich gedauert von Anfang bis Ende?

00:15:01: Also es waren über sechs Jahre insgesamt, der ganze Prozess.

00:15:04: Man musste zu sagen ich habe mit einem anderen Thema erst mal gestartet.

00:15:08: Ich wollte eigentlich was zum Thema Gewichtstraduktion in Fitnessstudios machen also komplett etwas anderes.

00:15:14: Das hat er aber leider mit dem Betreuer nicht gepasst.

00:15:17: das heißt der Professor hatte keine Kapazitäten mich zu betreuen so dass dann die ersten paar Monate irgendwie ja schon um waren und da nichts passiert ist.

00:15:27: Und Ja ich mir dann nochmal Gedanken gemacht habe, was könnte ich noch machen?

00:15:32: Und dann kam eben die Idee in Brechkrebs und Ernährung zu gehen.

00:15:38: Dort gab es ein paar Gespräche mit unserem Kooperationspartner dem Nationalen Zentrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg.

00:15:47: Da hatte man sich überlegt, was könnten wir da schönes gestalten?

00:15:53: Dann ist dieses Thema entstanden!

00:15:55: Ja wie war das Ganze denn mit deinem Job auch vereinbar?

00:15:59: Es war vereinbar, aber sehr schwer.

00:16:02: Im Sinne von man hat einen Vollzeitjob.

00:16:05: also ich habe bei meiner Arbeitszeit nicht reduziert Ich bin weiterhin bei Vollzeitvierzig Stunden geblieben.

00:16:10: und dann ist es eben auch mal so dass man Phasen auf der Arbeit hat wo's ein bisschen entspannter ist Wo man nach Feierabend locker noch zwei drei Stunden entspannt an seiner Dissertation arbeiten kann an den entsprechenden Papers die wir geschrieben haben.

00:16:27: Aber es gibt eben auch andere Phasen, wenn man ja gerade sehr viel zu tun hat und eigentlich gestresst ist und froh ist.

00:16:34: Wenn der Arbeitstag rum ist bin ich oft erst nach Hause gefahren, bin zum Sport habe mich quasi einmal kurz mental auch abgelenkt und hab' mich dann nach dem Abendessen nochmal ein Schreibtisch gehackt Und dann ist das eben auch mal zwanzig, dreinzwanzig Uhr oder noch später geworden.

00:16:52: Weil wenn man dann grade irgendwie so den Lauf hat, dann will man ja nicht aufhören Es wird spät, es ist unter der Woche.

00:16:59: Man muss den nächsten Morgen wieder früh im Büro sein und das ist mental eine große Herausforderung sich da immer wieder zu motivieren, das zu machen.

00:17:10: auf der anderen Seite macht's einem ja Spaß man möchte weiterkommen wenn wir das schnell abschließen also schnell.

00:17:16: Ja ich hatte ursprünglich mal vor dass in drei Jahren abzuschließen hat nicht funktioniert.

00:17:25: Man muss aber auch ehrlich zu sich selbst sagen, ich hab das am Anfang wirklich mehr oder weniger auch zu jeder freien Minute gemacht.

00:17:34: Also ich bin nach Hause gekommen, Feierabend habe daran gearbeitet, hab die Wochenenden durchgearbeitet was ja eine Zeit lang ganz gut ging und irgendwann hat mir mein Körper gesundheitlich aber auch gezeigt bis hierhin und nicht weiter.

00:17:46: und dann hab' ich noch, das waren knapp zweieinhalb drei Jahren, hab' Ich für mich einen neuen Weg gewählt und habe eben gesagt, okay ich mache das nicht mehr jeden Abend nach Feierabend.

00:17:58: Das funktioniert nichts sondern ich mach auch mal in der Woche nichts.

00:18:02: damit muss sich dann leben.

00:18:04: Dann zieht sich das eben und ich hab mir am Wochenende einen fixen Zeitraum gemacht wo ich dann gesagt habe so fünf bis sechs Stunden an einem Tag.

00:18:13: am Wochenenden Samstag oder Sonntag setze ich mich dran und arbeite dran und der andere Tag ist dann aber auch frei mal was mit meiner Familie, mit meinem Partner etc.

00:18:28: zu machen und das hat mal mehr oder mal weniger gut funktioniert!

00:18:34: Ich denke du kannst ja sicherlich vorstellen wie es ist.

00:18:36: man hat das einfach dauerhaft im Kopf und das Problem ist einfach immer wenn man etwas anderes Schönes macht oder man fährt den Urlaub hat man immer das Gefühl des schlechten Gewissens Man könnte doch in der Zeit jetzt auch am Schreibtisch sitzen und man könnte jetzt noch das Buch lesen.

00:18:54: Und hier was markieren, und hier etwas einfügen.

00:18:57: Man würde ja einfach schneller fertig werden.

00:19:00: Ich glaube, dass ist die größte Herausforderung dieses schlechte Gewissen mit der Arbeit und dem Privatleben irgendwie in Einklang zu bringen.

00:19:09: Also wenn ich so drüber nachdenke also erst mal Respekt!

00:19:12: Weil über diese lange Zeit, das ist ja halt eben auch das Thema.

00:19:16: Also wenn man jetzt weiß okay, man muss jetzt mal am Wochenende lernen und hat keine Freizeit oder auch für Familie und Partner.

00:19:24: Das betrifft hier nicht nur einen selbst sondern natürlich auch das Umfeld privat.

00:19:28: Oder man muss nach der Arbeit sich dann noch an den Schreibtisch sitzen.

00:19:32: Ist das eine Geschichte?

00:19:33: Aber wenn es dann bei so einem langen Zeitraum ist.

00:19:36: Ja also Respekt dafür auf jeden Fall!

00:19:40: Da muss man schon diszipliniert sein.

00:19:42: Ja, ich denke da kannst du fast jeden Fragen, der promoviert hat.

00:19:48: zwischendurch gibt es immer Phasen wo man am liebsten alles hinwerfen würde und sagen würde die können mich jetzt alle mal hier auf.

00:19:54: Auch diese Phase gab's bei mir.

00:19:56: zum Glück war die relativ spät in dem Zeitraum so dass auch meine Familie mein Partner vor allem immer wieder gesagt hat Du bist jetzt schon soweit das lohnt sich nicht mehr.

00:20:05: Jetzt mach weiter und sonst war alles umsonst.

00:20:09: Wenn man sich zu sich selbst ist, ist das ja auch korrekt.

00:20:11: Man will es ja auch fertig machen.

00:20:14: Aber ich denke, das Wichtige ist, dass man seinen Körper da nicht ganz vergisst und an seine eigene Gesundheit denkt.

00:20:20: Und dann dauert es eben wie bei mir auch mal ein bisschen länger.

00:20:24: Wie gesagt geplant von drei Jahren.

00:20:25: Es war nachher über sechs.

00:20:27: Aber habe ich ihn kaufgenommen?

00:20:29: Dafür geht's mehr im Körper gut!

00:20:30: Ja, das ist auf jeden Fall die Hauptsache.

00:20:33: Das kann man aber wahrscheinlich sagen, dass das rückblickend auch die größte Herausforderung war oder... dass man das alles irgendwie unter einen Hut bekommt und durchzieht.

00:20:42: Und...

00:20:43: Das ist korrekt!

00:20:45: Die größte Herausforderung ist halt auch viel Kommunikation mit Familie, mit Partner um sich immer wieder zu erklären weil ja, dass viele einfach nicht so nachvollziehen können.

00:20:55: Würdest du dich nochmal für die Promotion entscheiden?

00:20:58: Ich würde es noch mal machen aber nicht so wie ich's gemacht habe.

00:21:02: Ich würd es anders machen.

00:21:04: Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten zu promovieren.

00:21:07: Es gibt eine Möglichkeit, eine Monographie zu schreiben oder die Möglichkeit kumulativ zu promovieren.

00:21:13: Das habe ich ja gemacht.

00:21:14: das bedeutet man veröffentlicht also man schreibt verschiedene Paper und veröffentlich die in internationalen Journals Und bei mir war es jetzt so dass es ein bisschen problematisch war weil man diese Veröffentlichungen ja nicht alleine schreibt sondern mit von Mitautoren abhängig ist.

00:21:35: Und ja, da kam es eben halt dann auch zu Zeitverzögerungen.

00:21:40: Zu Wartezeiten.

00:21:41: Man macht sich seinen eigenen Zeitplan und denkt okay in sechs Wochen falschen Urlaub und vorher möchte ich das noch gerne fertig haben.

00:21:50: Na ja, dann hat man den Plan nicht mit den Mitautoren gemacht die nämlich gerade keine Zeit haben einen Feedback zu geben wofür ich ja immer super dankbar war.

00:21:59: aber das hat natürlich mein Zeitplan dann oft zerstört.

00:22:06: Und dann zieht sich das einfach viel, viel länger als man das ursprünglich gedacht hat so dass ja meine Antwort jetzt wäre ich würde es nochmal machen aber ich würde mich eher für eine Monographie entscheiden wo ich dann quasi selbst für verantwortlich bin wie schnell ich schreibe und wenn eben nicht so abhängig von anderen Personen

00:22:29: Ja das kann ich verstehen

00:22:30: oder auch von ja also nicht nur vom Person sondern vor allem auch von diesen Zeitschriften.

00:22:34: Man hat eine super schöne Publikation fertig und reicht die bei einem Journal ein.

00:22:39: Und dann dauert das erst mal sechs Wochen, acht Wochen, drei Monate, vier Monate bis man erstes Feedback bekommt.

00:22:47: Dann wird es vielleicht noch weitergegeben oder kommt in den nächsten Steps und dann wird's aber abgelehnt!

00:22:55: Und dann hat man diese vier fünf Monate einfach verloren weil man dann den gleichen Prozess in einer anderen Zeitschrift, also bei einem anderen Journal eben nochmal von vorne beginnen muss.

00:23:04: Und das zieht sich einfach und das hat man bei einer Monographie dann eben nicht.

00:23:10: Die Paper sind auch öffentlich lesbar quasi?

00:23:13: Also die kann ich auch bei uns den Show Notes verlinken dass jeder der sich dafür interessiert da natürlich reinlesen

00:23:18: kann?

00:23:18: Kannst du!

00:23:19: Wir haben alle drei Paper Open Access veröffentlicht d.h.

00:23:23: kostenfrei lesbar.

00:23:25: Okay dann findet ihr die auf jeden Fall in den Shownote.

00:23:28: Und als Abschlussfrage Aline, welche Tipps würdest du Menschen geben die sich auch für eine Promotion interessieren?

00:23:37: Erster Tipp natürlich man muss für das Thema brennen!

00:23:41: Man sollte nicht einfach irgendein Thema auswählen weil es irgendeinen Professor jetzt gerade gerne hätte bearbeitet sondern dass muss aus eigenem Interesse kommen, man muss da schon immer für gebrannt haben und nur dann hält man das durch.

00:23:57: Und deshalb bin ich froh drum dass ich nach dem ersten Step von Gewichtsreduktion auch zur Krebs- und Ernährung gewechselt bin weil ich mich schon immer auf das Thema interessiert hatte ein Schwerpunkt im Masterstudium da und das war immer schon mein Thema was mich gereizt hat.

00:24:13: Von daher das Tipp Nummer eins das Thema.

00:24:16: Tipp Nummer zwei ist es aber auch einen guten Betreuer zu suchen der zum einen fachlich gut zum Thema passt, ein Gut unterstützen kann.

00:24:24: Da habe ich zum Glück sehr großes Glück gehabt mit meinen Betreuern die mich da fachlisch wirklich sehr sehr gut unterstützt haben.

00:24:32: und wichtig ist natürlich halt auch dann nicht nur das fachliche inhaltliche Gut beurteilen zu können bei den Betreuern sondern halt auch ob es vom Bauchgefühl von persönlichen her einfach passt Weil man wird mit diesen Personen sehr, sehr viel auch zu tun haben.

00:24:53: Und das muss einfach passen und man muss mit denen klarkommen.

00:24:55: Deshalb das wären so meine drei Tipps.

00:24:59: Gutes Thema, fachlich guter Betreuer aber auch menschlich gutter Betreuern zu suchen?

00:25:04: Ja!

00:25:05: Das

00:25:05: ist gerade wenn man ja bedenkt dass man sich doch über eine längere Zeit dann damit beschäftigt auf jeden Fall auch ein guter oder gute Tipp von dem her genau.

00:25:14: hoffentlich Alle, die zugehört haben können dir die Tipps ja beherzigen.

00:25:20: Also wenn das Thema im Raum steht, falls ihr promovieren wollt dann sind das auf jeden Fall gute Tipps, die man da beachten kann.

00:25:28: und an der Stelle danke Aline dass du uns da mitgenommen hast und einen Einblick gegeben hast in das Thema.

00:25:34: sehr gerne

00:25:35: für die spannenden Einblicke sowohl in die Forschung als auch ja in dein persönlichen Weg durch die Promotion wie du das alles vereinbaren konntest.

00:25:45: Ja, und ansonsten an euch.

00:25:46: Wenn euch die Folge gefallen hat, freuen wir uns natürlich, wenn ihr den Podcast abonniert und die Folge vielleicht auch teilt!

00:25:52: Und deshalb an der Stelle vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

00:25:57: Tschüss!

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